Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Eupolemos, der judäisclie G-eschiclitschreiber*). Der jüdisch-hellenistischen Geschichtschreibung war eine grosse und schöne Aufgabe zugefallen. Das Leben der hebräischen Nation zu schildern von ihrer Entstehung bis auf die hellenistische Zeit; den unendlichen Stoff, welchen die Bücher der Bibel darbieten, zu ordnen, durch Vergleichung der Profanlitteratur zu ergänzen und in künstlerische Formen gegossen, der gebildeten Welt zuzuführen; Geschichte zu schreiben im Sinne treuer nationaler Ueberlieferung und im Geiste der grossen hellenischen Geschichtsforscher : das war das Ziel, dem man zustreben musste. Durch Demetrios war um die Zeit des dritten Ptolemäers der erste Schritt zu diesem Ziele gethan worden. Seine Chronik bildet den Anfang einer durch Jahrhunderte sich erstreckenden litterärischen Entwicklung, den die Ehrlichkeit des Chronographen, seine Quellenkunde, die Umsicht und Besonnenheit seiner Forschung als einen sehr achtungswerthen erscheinen lassen, obgleich die kunstlose, ja rohe Formseiner Schrift ihn aus der Reihe wahrer Geschichtschreiber ausschliesst. Längere Zeit nachDemetrios hat Eupolemos gelebt, und von seinem Werke cüber die Könige in Judäa*9 sind auch nach Ausscheidung alles dessen, was nicht ihm, sondern einem ungenannten Samaritaner angehört, stattliche *) Erst nach Veröffentlichung des ersten Heftes dieser Studien ist mir die Benutzung nachfolgender Werke möglich geworden: Clemens Alexandrinus ed. Dindorf Oxon. 1869; Eusebios präp. evang. ed. Migne Paris 1857; 'E&iwjg Xoyiog ed. Kovzoq. Lugd. Bat. 1866. Auf Herzfeld’s gelehrte Anmerkungeu zu Alexander^ Fragmenten (Gesell. HI. 481 f.) hat mich eine freundliche Mittheilung des Verfassers aufmerksam gemacht. Die wahrscheinlich werth volle Uebersetzung der Eusebischen präparatio von Seguier de St. Brisson dagegen habe ich in zahlreichen Bibliotheken Deutschlands vergebens gesucht. Uebrigens erscheint dies zweite Heft, weil blosse Ergänzung des ersten, ebenfalls als Programmschrift. 1