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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1874-01-01 · 1874 · page 105

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1874
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 105)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720965--104-2722784
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103 anderen in seiner Compilation über die Juden benutzte. Dies aber setzt voraus, dass eine Sammlung solcher Schriften zu Alexanders Zeit existirte, dass sie zu einem bestimmten Zwecke veranstaltet worden war — nicht von Alexander selbst, der den Gegensatz zwischen den beiden verwandten Stämmen überhaupt nicht gekannt hat, da er sogar, wie oben erwiesen ist, samaritanische Werke mit judäischer Aufschrift versieht. Nun berichten judäische und samaritanische Quellen (Graetz III1 497), dass vor König Ptolemäos Philometor einst eine Controverse über die Heiligkeit der Tempel in Jerusalem und auf dem Garisim von Juden und Samaritanern geführt worden sei. Wie nahe liegt bei dem Zusammentreffen aller übrigen Umstände die Vermuthung, dass jene Sammlung zur Kenntnissnahme desselben Königs veranstaltet ward, dem auch Aristobul seinen Pentateuchcommentar widmete, und dessen Interesse für jüdische Dinge aus vielfachen anderen Berichten hervorgeht. Möglieh ist es sogar, dass in der Ueberlieferung die litterärische Fehde eben zu jenem fabelhaft ausgeschmückten Wortkampf umgewandelt worden ist. Der Name Eines samaritanisehen Kämpfers in diesem angeblichen Religionsstreit stimmt wenigstens zu dem, welchen Alexander dem samaritanisehen Gedicht über Sichern giebt: דוסתאי in jüdischen Berichten ist Theodosios bei Josephus und Theodotos bei Alexander. Doch man mag über die Berechtigung dieser Hypothese, die Nichts sein will, als eine solche, denken wie man will; dass die besprochenen pro- und antisamaritanischen Schriften um die Mitte des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts abgefasst sind, ist eine Vermuthung, auf welche die verschiedensten Anzeichen hinführen, und die im Fortgange dieser Untersuchungen noch weitere Bestätigung finden wird. Den griechischen Text der besprochenen Fragmente, grössere Anmerkungen, auf welche die in vorstehender Schrift fortlaufende Zahlenreihe hinweist, sowie Untersuchungen über Malehos, Eupolemos, Aristeas und Artapanos wird das zweite Heft enthalten.

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