Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2720904-2720965--002-2722682- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Eusebios, der gelehrte, um Litteratur- und Staatengeschiehte wohlverdiente Bischof von Cäsarea, hat uns in einem seiner grossen Sammelwerke, der'evangelischen Vorbereitung1, umfangreiche Bruchstücke aus einer Schrift des um die Zeit Sulla’s in Rom lebenden Polyhistors Cornelius Alexander 'über die Juden3 aufbewahrt. In dieser Schrift hatte der 'Vielwisser3 nicht die Ergebnisse eigener Forschung niedergelegt, sondern Auszüge aus verschiedenartigen Werken jüdischer und heidnischer Autoren über die ältere Geschichte der Juden auf den Faden ungefährer chronologischer Abfolge an- , einander gereiht. Ein glücklicher Umstand. Denn ihm verdanken wir die Erhaltung zahlreicher Bruchstücke von Schriften, welche ohne die Compilation Alexanders aus dem Andenken der Nachweit gänzlich verlöscht wären, und von den vierzehn oder fünfzehn Schriftstellern, welche innerhalb des jüdischen Hellenismus aus einer langen Reihe Unbekannter oder gänzlich Verschollener allein noch mit ihren Namen hervortreten, sind acht, also mehr als die Hälfte, bloss durch den Sammelfleiss dieses Einen Mannes uns gerettet worden. Freilich, der innere Werth dieser Fragmente ist ein höchst geringer. Unschön und schwülstig sind die poetischen,unwahrhaft und geistlos die meisten prosaisch-historischen Stücke; keines von jenen ist das Erzeugniss eines echten Dichters; keines von diesen das Werk eines wahren Geschichtschreibers. Aber so ärmlich ist das litterärische Erbe des jüdischen Hellenismus, so weit sind die Lücken, welche die Zeit vom Abschluss der griechischen Bibelübersetzung bis zum Auftreten Philon’s aufweist, dass wir billig des Glücksfalles uns freuen dürfen, der uns vergönnt, einige wenn auch arg beschädigte und halb zerrissene Blätter in jene