Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1873
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
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35 drei, vier Jahre einmal heim, mitunter kommen sie auch zwei Jahre hintereinander.“1) Die Haurang egend liegt nordöstlich von dem diesseitigen Palästina. Dass auch das Zehnstämme־ reich von den Heuschrecken gelitten hat, deutet Arnos an.2) Man hat demnach zu viel auf Hieronymus’ Angabe gebaut: locusta} quae ab austro venire consuevit. Die Heuschrecken können auch nach Judäa vom Horden her, von Hauran, kommen, namentlich wenn in einer regenlosen Zeit sie in der dortigen Steppengegend keine Nahrung finden. Da Heuschrecken nicht selten über Meerengen fliegen, so können sie leicht über den Jordan setzen, und damals gesetzt haben. Der Prophet konnte also mit Fug und Hecht den Heuschreckenschwarm den ״nördlichen“ (^הצפוני) nennen. Damit fallen sämmtliche abenteuerliche Etymologien dieses Wortes weg, Hitzigs ״Typhon“, Ewalds צפוני, etwa vom arabischen Stamm צף, die ״Schlachtreihe“. Bei einem so klar, leicht und verständlich darstellenden Propheten wie Joel ist man noch weniger berechtigt, Benennungen zu suchen, die sich sonst in dem hebräischen Sprachschatz nicht finden. Die wenigen aTia^Xsyo^sva in diesem Buche, wie!צפד£, ferner מנבטו־ן und עושו lassen sich leicht erklären. x) Reisebericht über Hauran S. 43, erschienen •1860. 2) Amos 4, 9. Dieses Kapitel und die folgenden gehören der Zeit nach dem Erdbeben und auch nach der Heuschreckenverwüstung an. Amos spricht hier von diesen und anderen Calamitäten, auch von der Regenlosigkeit und Dürre, wie von Thatsachen, die bereits der Yergangenheit angehören. Amos’ prophetische Reden muss man in verschiedene Zeiten setzen, dann erscheint Alles in bester Ordnung.