Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1873
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2720904-2720941--02-2722634- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Prophet Jo et ist unter den kleinen Propheten der Liebling der alttestamentlichen Ausleger und Hebraisten. Das seinen Namen tragende, vier kleine Kapitel enthaltende Buch liest sich so leicht und glatt, bietet fast keine philologische und noch weniger dogmatische cruces intei'pretum3 ist nicht so widerhaarig wie der grösste Theil des ÖMÖsxcinQÖfpsrov und sticht besonders wohlthuend ab gegen seinen Vorgänger in der Reihenfolge, gegen den dunkeln H 0 s e a. Auch die Bestimmung seiner. Abfassungszeit bietet weit weniger Schwierigkeit als die vier achronistisch überlieferten kleinen Propheten Obadja, Jona, N ahum und Habakuk. Der ganze isagogische Apparat ist daher bei Joel leichter zusammenzustellen als bei den meisten kleinen Propheten. Das Land, auf das sich seine Prophetie bezieht, und der Schauplatz seiner prophetischen Thätigkeit sind gegeben; sie erstrecken sich lediglich auf Juda und Jerusalem; das Zehnstämmereich ist vollständig davon ausgeschlossen. Auch sonst sind unverkennbare Andeutungen genug in dem kleinen Buche gegeben, welche den Hintergrund desselben beleuchten. Man sollte also eine Harmonie in der Auslegung desselben erwarten. Aber weit gefehlt; die Exegeten und Isagogisten divergiren bezüglich dieser prophetischen Schrift in einzelnen Punkten eben so weit, wie in Betreff anderer weit weniger verständlichen Hinterlassenschaffen der prophetischen Literatur. Prof. Delitzsch hat 1