Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1871
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 69)
- Language
- German
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66 B. Werth des Buches für einen weiteren Leserkreis. Wir haben bis jetzt immer nur die Leser im Auge gehabt, für welche GMnnuch eigentlich geschrieben worden ist. Allein das für die Jugend zur vorbereitenden und für das grössere jüdische Publikum zur fasslichen und übersichtlichen Unterweisung berechnete Buch fand mit der Zeit seinen Leserkreis erweitert, indem ihm auch unter den Gelehrten Freunde und Verehrer erstanden. Es hatte nämlich für wohlunterrichtete Männer einen wirklichen und einen vermeintliehen Werth. Der wirkliche Werth liegt in seiner Reichhaltigkeit und in der übersichtlichen Gruppirung seines Inhalts; hierdurch nämlich eignete sich das Werk zu bequemer Wiederholung des anderweitig angeeigneten gelehrten Stoffes und konnte wohl auch zur schnellen Orientirung als Nachschlagebuch benutzt werden. Ueber den vermeintlichen Werth aber haben wir bereits gesprochen; er beruht auf jener irrthümlichen Auffassung, welche GMnnuch eine strengwissenschaftliche Bedeutung beimisst, zum Theil veranlasst durch den Glanz, der von dem fälschlich vorausgesetzten Verfasser auf das Werk fiel und dem Inhalte desselben den Anschein selbständiger Forschungen und abschliessender Ergebnisse verlieh. Es ist nun aber aus allem Vorhergehenden klar geworden, dass GMnnuch nicht als ein gelehrtes, sondern als ein populäres und pädagogisches Buch sich überall giebt und erweist, dass es theils fertige Ergebnisse fremder Forschung, theils Versuche zu vorläufiger Befriedigung der Wissbegierde mittheilt. Nur müssen wir noch Einiges über sein Verhältniss zu allen benutzten früheren Schriftwerken der Vollständigkeit und weiteren Untersuchung wegen hinzufügen. Diese auf die Quellen des GMnnuch gerichtete Betrachtung soll Gegenstand des nächsten Abschnittes sein. Wierter Abschnitt. Quellen des Buches. Obgleich der Verfasser nur drei Männer als seine vorzüglichsten Führer namhaft macht, so hat er doch an der Hand derselben sich auch den ursprünglichen Quellen der jüdischen Gesetzesforschung unmittelbar zugewendet und aus diesen Manches selbständig geschöpft