Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1871
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Den mancherlei Gründen, welche für die wunderbare Erhaltung der jüdischen Gesammtheit unter Versuchungen zum Abfall und beispiellosen Bedrängnissen sich anführen lassen, darf wohl auch die erfolgreiche Bemühung vieler Männer beigezählt werden, die von den Vätern ererbte Lehre in dem ganzen Umkreise ihrer Anhänger möglichst bekannt und verständlich zu erhalten. Ganze Gebiete des jüdischen Schriftenthums sind aus diesem Bestreben hervorgegangen; so die umfangreiche Uebersetzungsliteratur, von den alten griechischen und aramäischen Uebersetzungen an, welche letzteren unter dem Namen Targnmim bis auf den heutigen Tag auch in nichtgelehrten jüdischen Kreisen bekannt geblieben, bis hinab auf die Uebertragungen in die verschiedenen europäischen Sprachen, welche die zerstreuten Nachkommen des alten Israel zugleich mit den Sitten, Anschauungen und Neigungen der liebgewordenen neuen Heimath sich angeeignet haben; so die grosse Menge von Erbauungsschriften, von denen die reiche Literatur der gottesdienstlichen Vorträge nur ein Theil ist. — Das ehrwürdige alte Buch der Lehre hat selbst das Beispiel und die Anregung für solche Popularisirung des jüdischen Glaubensschatzes gegeben. Wer hat nicht die schlichte, Allen leicht י verständliche und doch zugleich mächtig wirkende Darstellung der erhabensten Wahrheiten und der tief in dem Bedürfnisse des menschlichen Gemüthes wurzelnden Lebensregeln in jenem Buche der Bücher lebendig empfunden und bewundert? — Ja das Gesetz gründet ausdrücklich die Erwartung willigen Gehorsams für seine Anforderungen darauf, dass dieselben nicht in unendlicher Höhe schweben, nicht in unerreichbare Fernen gerückt sind, sondern in unmittelbarem Zusammenhänge mit