Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1869
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 118)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2720904-2720927--117-2722327- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
116 gesetzt, von den Wegen Kunde geben, auf denen der Geist dei* Völker von einem zum andern schreitet. Nach dieser Seite kann unsere Schrift nicht leicht überschätzt werden. Sie ist ein in ihrer Art ganz einziges Erzeugnis jener wunderbaren Vereinigung jüdischen und griechischen Wesens, weiche noch unserer Zeit einen grossen Theil ihrer Bildungselemente liefert. Sie hat ein neues Glied in jener Kette uns auffinden lassen, welche das Christenthum der ersten Jahrhunderte an das griechisch sprechende Judenthum unauflöslich bindet. Sie ist die werthvollste unter jenen Trümmern, welche von den Erzeugnissen der einst so fruchtbaren jüdisch-griechischen Kanzelberedsamkeit uns gerettet sind. Sie gewährt uns einen Einblick in die viel weiter strebende und weiterschauende religionsphilosophische Thätigkeit der jüdischen Hellenisten, als man anzunehmen gewohnt war. Sie lehrt uns einen Mann — Jason von Kyrene — kennen und Bruchstücke aus den Schriften dieses Mannes restituiren, dessen Andenken bis auf die einmalige Nennung seines Namens untergegangen war. Diese Ergebnisse werden denn wohl die Behauptung rechtfertigen, das Ps. Josephus’ Büchlein mehr Beachtung verdient, als die Parteilichkeit der letzten Jahrhunderte ihm zugewendet hat. Ist es diesen Untersuchungen gelungen, den Bann zu lösen, der noch heute auf ihm ruht, so ist ihr nächster Zweck erreicht.