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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1869-01-01 · 1869 · p. Seite 95

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
Seite 95 (sequence 97)
Language
German
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9ό Buche und in der grossen Mehrzahl der übrigen Apokryphen habe, meint Volkmar, fdas jüdische Herz mehr denn je sich genöthigt 'gesehen, nur im Versteck oder sv άποχρύφφ, nur in alttestamentlicher c Verhüllung seine Schmerzen und Hoffnungen, seine kurzen Freuden cund langen Leiden, seinen für den Augenblick blitzenden Jubel oder fandererseits Trost auszusprechen, oder gemeinsamen Rath zu pflegen*1) Volkmar hat für das IV MB. diese seine Ansicht nicht weiter begründet, sondern sie ganz kurz im Zusammenhänge mit seiner Hypothese über die Entstehung und den Charakter der alttestamentlichen Apokryphen vorgetragen — einer Hypothese, an deren Begründung voij ihm ein Reichthum von Scharfsinn und Gelehrsamkeit gewendet ist, der nicht verkannt werden soll, die aber zu bestätigen oder zu widerlegen weder hier des Ortes noch überhaupt meines Amtes ist. Es liegt kein Grund vor, auf die Umdeutung der im IV MB. geschilderten Personen und Ereignisse näher einzugehen. So lange nicht Erweise ganz anderer Art hinzukommen, bleibt ein solches Allegorisiren ein mehr oder minder geistvolles, immer aber willkürliches Spiel und wird nimmer zu einem wissenschaftlichen Beweise. Was aber von anderer Seite für diese Annahme geltend gemacht werden könnte , das muss um der Wahrheit willen gesagt werden, selbst wenn hiermit dem Gegner viel schneidigere Waffen in die Hand geliefert werden sollten, als es in Wirklichkeit giebt. Für die Volkmar’sche Hypothese lassen sich mehrere Stellen aus der talmudischen Literatur anführen, welche die wichtigsten Thatsachen aus unserer Schrift ebenfalls in die hadrianisehe Zeit versetzen. Der älteste Bericht2) sei hier in einer möglichst getreuen Uebersetzung mitgetheilt nicht bloss als scheinbare Grundlage für die Zeitbestimmung der Schrift, sondern weil er auch an und für sich um des Gegensatzes willen interessant genug ist, den seine echt jüdische Färbung- und rührende Einfachheit mit der weitschweifigen Declamation des griechisch gebildeten Predigers bildet. CR5 Jehudah sagte: Der Vers ('denn deinetwegen werden wir l) Handbuch der Einleitung in die Apokryphen I. p. VII; s. Mose Prophetie p. 82. 2) Gittin 57 b. Andere Stellen bei Zunz G. V. p. 124.

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