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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1869-01-01 · 1869 · p. Seite 2

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
Seite 2 (sequence 4)
Language
German
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2 nimmt als charakteristisches Zeichen der Zeit seihst da unsere ganze Theilnahme in Anspruch, wo es unseren Beifall nicht verdient. Es hat eine merkwürdige Geschichte zu erzählen, dies kleine unscheinbare Schriftchen. Im christlichen Älterthume oft genannt, benutzt, bewundert1) und abgeschrieben2), den deuterokanonischen Schriften des Alten Testamentes angereiht und mit dem klangvollen Namen des Flavius Josephus geziert3); in neuerer Zeit eben so häufig übersetzt4) und gedruckt5), wie wenig gekannt und geachtet; lange Zeit fast verschollen und erst in den letzten Jahrzehnten Gegenstand einer meist einseitigen Betrachtung6); verstümmelt und verunstaltet durch eifrige Leser, unwissende Abschreiber und sorglose Herausgeber, aus deren langer Beihe herauszutreten selbst Männer wie Wilhelm Dindorf und Immanuel Bekker. sich nicht bemüssigt gesehen haben7), können wir es heut zu Tage nur als den Torso eines interessanten Kunstwerkes gelten lassen, über den gerade entgegengesetzte Urtkeile gefällt werden können, je nachdem diese oder jene Seite beleuchtet, das *) Belege folgen im Verlaufe der Abhandlung. 2) Heber die Handschriften zu unserem Buche s. Note 2. 3) S. Note 1. 4) Ueber die Uebersetzungen der Schrift s. Note 4. 5) Ueber die Ausgaben s. Note 3. ®) In der gesammten klassischen Literatur giebt es wohl kaum ein zweites Beispiel eines Buches, dessen Text trotz sechs und zwanzig Ausgaben noch so zerrüttet wäre, wie der hiesige; das in lateinischen, deutschen, französischen, englischen, spanischen, italienischen, niederländischen und czechischen Uebersetzungen (S. Ebert Bibi. Lex., Hoffmann Handb. d. Biicherk. s. v. Joseph.) immer und immer von Neuem sich aufgedrängt hätte und doch so lange Zeit wie verschollen gewesen wäre. Grimm’s"Commentar ist der einzige sachliche, der bis heute vorliegt, wenn man Combefisius1 spärliche oft unbefriedigende Noten (in bibl. Patr. Gr. auct. nom'ss. abgedruckt bei Haverk.J und die noch viel dürftigeren Anmerkungen Calmet’s (l. IV des Maccab. im Comment. litt, de Vanc. lest. Paris 1122. p. 469 f.) abrechnet. Der letztere entschuldigt die Aermlichkeit seiner Notizen^ parce qm la piece est fort claire etc. (pref. das. p. 475). Die Ursache dieser unfruchtbaren Vielgeschäftigkeit auf der einen und vollen Theilnahmlosigkeit auf der andern Seite ist die Stellung des Bifches. Am Fusse vieler Ausgaben der apokr. Schriften des Kanon und der Werke des Josephus war es ein Theil von beiden und von keinem und ward hier von Philologen, dort von Theologen über den voraufgehenden Schriftmassen übersehen oder vernachlässigt. Die Uebersetzungen von G i 11 e t, Whiston und Martinet, die nach den Bibliographen auch einzelne Noten enthalten sollen, sind mir nicht zu Gesichte gekommen. r) S. Note 2 und 3.

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