Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 98)
- Language
- German
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90 Hessen endlich (1817) „auf Betreiben der Familie W. in Mainz, die ihr ganzes Vermögen nicht nur in den Säckel der Frank'- schen Hofhaltung halte fliessen lassen, sondern auch dadurch ihre geachtete Existenz zerstört hatte, die Grossherzoglich Hessischen Gerichte auf Anordnung des damaligen Gouverneurs von Mainz, Erzherzog Karl, Hausarrest über das Fräulein, die Kämmerlinge und Dienerschaft verhängen. Dies geschah an einem Samstag Morgen; Erzherzog Karl kündigte zugleich seine Ankunft in Offenbach für den folgenden Montag an, um an Ort und Stelle persönlich Erklärungen über den wahren Stand und Namen des Fräulein von Frank entgegen zu nehmen". Spät genug! Nachdem Frank und seine ihm ähnliche Tochter 28 Jahre ihren Humbug getrieben hatten, sollte erst eine Untersuchung über Stand und Namen des Fräuleins eingeleitet werden! Alle Welt war darauf gespannt, was endlich an den Tag kommen wird. Da hiess es mit einem Male: das Fräulein sei plötzlich gestorben. Kaum zwölf Stunden nach erfolgtem Tode wurde der Sarg geschlossen, und ein stilles Leichenbegängniss fand statt. Wenn, wie Herr Schenck-Rinck, durch mehrere Indicien bestärkt, vermuthet, Eva an diesem Tage nicht gestorben, sondern durch Mithilfe eines ehemaligen Isenburgischen hohen Staatsbeamten entflohen ist, so war der Abschluss dieses frankistischen Schwindels des Anfangs würdig. Die Gläubiger der drei Millionen (Gulden) waren ebenso wie die Gläubigen geprellt. Die Frankisten in Polen, welche durch ihre Anfangs heuchlerische Taufe und ihre guten jüdischen Köpfe zu Reichthümern und Ehrenstellungen gelangt waren, bewahrten ihrem Oberhaupte noch lange ein gutes Andenken und befolgten seinen Rath, sich nur unter einander zu verheirathen. Das geschah noch in der ersten oder zweiten Generationen. Ob ihre. Nachkommen noch im Geheimen franMstisch gesinnt und dem Katholicismus noch immer abhold sind, weiss der unter ihnen in Warschau lebende Dr. Skimborowicz selbst nicht zu beantworten1). *) Skirab. a. a. 0. p. 3.