Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 83)
- Language
- German
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75 habe dich heute geboren", d. h. von 13 Jahren bis jetzt, so kann er sich Sohn nennen1). Aber jetzt in Brünn dulde ich noch 13 Jahre für Euch". Eine Aeusseruug Frank's aus der Zeit, als Eva's Zauber nicht mehr so sehr zog und sie mit den Frankisten ihrer Umgebung unzufrieden war, ist zu charakteristisch, um sie mit Stillschweigen zu übergehen: „Ehe der Herr Jesus zum Leben einging, liess er unter den Nationen etwas zurück, was sie aufbewahren, wie Reliquien, das Kreuz und Anderes, die sie zum Andenken haben. Ebenso hattet Ihr von jenem Herrn2) (Sabbatai" Zewi) Stückchen Tuch zum Andenken. Und jetzt wollte ich Euch zum Leben führen . . . und sie würde irgend etwas von sich geben, damit Ihr auch etwas zum Andenken habet. An jedem Orte, wohin Ihr kämet, müsstet Ihr ein Zeichen von ihr zeigen. Aber jetzt, was werdet Ihr thun, wenn sie Euch fragen werden, was Ihr in Händen habet?" Der Lebensgang dieser mystischen Jungfrau ist übrigens eben so mysteriös, wie der ihres Vaters. Sie soll mit einem polnischen Edelmanne Jerzem Marcinow Lubomirski verlobt gewesen sein3). War das der König, der erwartet wurde, dass er zu ihr kommen sollte? Ueberhaüpt sind wir über das, was bei und mit Frank während seines Aufenthaltes in Oesterreich vorging, sehr wenig unterrichtet: Ob er zweimal in Wien gewesen und von der Polizei wegen seines blendenden Luxus ausgewiesen worden, oder ob Eva's Schönheit einen so gewaltigen Eindruck auf Kaiser Joseph II. gemacht hat, dass er gar um ihre Hand angehalten habe4), oder ob ihn nur die bigotte Kaiserin Marie Theresia protegirt, ihr Sohn, Kaiser Joseph, dagegen ihn habe ausweisen lassen, weil Frank vorgegeben habe, von einer nächtlichen, dämonischen *) Das. p. 66. Die 13 Jahre aus dem Verse "pm^ DlVl "OK herauszubringen, kann nur vermittelst einer kabbalistischen Zahlenspielerei 00~ltiö:i) geschehen sein. 2) Das. p. 67 No. XXIX. Herr Skimborowicz hat mit Recht vermuthet, dass hier unter dem Herrn S. Z. zu verstehen sei. 3) Skimb. p. 25 ohne Quellenangabe und mit dem Zusätze „Wahrscheinlich". Vergl. weiter unten. 4) S. Peter Beer a. a. 0. Schenck-Rinck a. a, 0. Anf.