Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 74)
- Language
- German
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66 17681). In demselben Jahre richtete Frank ein zweites Sendschreiben von Czenstochow aus an sämmtliche Juden2) mit derselben Ermahnung, sich der edomitischen Religion zuzuwenden. Er faselte darin prophetisch von grossen Umwälzungen, welche alsbald in Europa und im türkischen Reiche stattfinden würden. In Folge dessen würden sämmtliche Völker und Regierungen (die preussische nicht ausgenommen) die Juden hassen und anspeien. Welchen Zweck diese Brandbriefe haben sollten, lässt sich kaum vermuthen. Anklang fanden sie wenig. — In derselben Zeit begannen die Frankisten, wahrscheinlich auf Anregung ihres gefangenen Oberhauptes, Propaganda in Mähren zu machen. Hier, namentlich in der bedeutenden jüdischen Gemeinde Prosnitz fanden sie einen ziemlich günstigen Boden. Es gab hier seit der Zeit des sabbatianischen Pseudopropheten Löbele Prosnitz heimliche Sabbatianer, welche mit den podolischen Frankisten sympathisirten und keinen Anstoss daran nahmen, dass diese getauft waren. Kurz vorher hatte der jüngste Sohn des Oberrabbiners Eibeschütz von Altona, Wolf Eibeschütz, ein Frank im Kleinen, der mit den B'rankisten in Verbindung stand, in Mähren Wühlereien getrieben und Kabbalisten zu heimlichen Zusammenkünften angeregt Als daher zwei podolische Frankisten (Frühjahr 1769) nach Prosnitz kamen, fanden sie bei dem Gemeindevorsteher eine so kräftige Protektion, dass ihnen gestattet wurde — allerdings unter jüdisch-orthodoxer Maske — öffentlich in der Synagoge zu predigen. Viele Gemeindeglieder machten allerdings Opposition, und dadurch entstanden Reibungen in der Prosnitzer Gemeinde3). Von Mähren aus machten die Frankisten Propaganda unter den böhmischen Juden, besonders in Prag, mussten aber hier sehr vorsichtig und heimlich auftreten, weil der Oberrabiner Ezechiel Landau, der ihre Wühlereien von Podolien aus kannte", sie öffentlich in den Bann gelegt und ihre Heuchelei in seinen Predigten entlarvt hatte4). J) S. Beil. VII. 2) Bei Peter Beer a. a. 0. Auf Frank's zwei Sendschreiben an die jüd. Gemeinden beriefen sieb, seine Söhne später, bei Skimb. p. 38. 3) Bei Emden IV p. 153 a fg. 4) Fleckels Predigt p. 23, 24.