Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 48)
- Language
- German
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40 hatte sich Anfangs nur auf die Diöcese Podolien beschränkt, bald dehnte er sie auch auf seine grosse Diöcese von Lemberg aus. Hier wurde ebenfalls auf Talniüdexemplare gefahndet, und sie wurden in den grossen Gemeinden Brody, Lemberg, Zolkiew und anderen gerade am Sabbat verbrannt (Ende Marcheschwan 12. Nov. 1757). Die talmudisehen Juden, der Vergewaltigung des Erzbischofes preisgegeben, hatten kein anderes Mittel, als den Himmel um Erbarmen anzuflehen. Den Tag, an dem der Scheiterhaufen für die Talmude aufloderte, verwandelten sie in einen Bet- und Busstag, fasteten so strenge wie am Versöhnungstage, selbst Mütter entzogen den Säuglingen die Brust1). Andere Hilfe hatten sie nicht. Ein jüdischer Agent des Grafen Brühl, Baruch Jawan (wie er sich nannte), der öfter für diesen Minister Reisen nach Warschau und Dresden machte, brachte zwar bei ihm eine rührende Klage über Misshandlung der Juden von Seiten des Erzbischofs Dembowski an, schilderte ihm die schamlose Ketzerei der Frankisten und ihr heuchlerisch-christliches Glaubensbekenntniss und erhielt auch von ihm Versprechungen auf Abhilfe2). Allein, wenn es diesem unaufrichtigen Minister auch mit seiner Zusage ernst gewesen sein mag, so war der von ihm angegebene Weg ein sehr weitläufiger. Die Juden mussten zuerst eine Supplik über ihre Gravamina dem Könige überreichen; dieser übergab sie auf Brühl's Verwendung der päpstlichen Nuntiatur in Warschau, der Nuntius sollte die Uebergriffe des Erzbischofs untersuchen lassen. Als die Klage bereits eingereicht war, forderte der Nuntius Nikolaus Serra, das Originaldekret des Erzbischofs zur Vernichtung des Talmud beizubringen. Dazu gehörte Zeit und Geld, und vom Letzteren konnten die Juden Polens nicht so viel erschwingen, um das eingerostete Räderwerk der polnischen Regierungsmaschine in Bewegung zu setzen. Der Zufall oder, wie die Betheiligten glaubten, die göttliche Vorsehung führte eine Wendung zu deren Gunsten herbei. Der *) Bei Emden das. p. 79 b: m^TUn n^Hp2 W)> nw,p IW fboD tl"! mjQ rmyw p~)D mrnta * r£y -im b>dd tidd ovo nn dv )rhm ■oipi'Ni 212*? in-q timp rDB> DVQ (niö^nn *?&) rwn&ri. Das angegebene Datum, letzten Kislew 12. Nov. fiel damals auf einen Sonnabend.