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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1868-01-01 · 1868 · page 46

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1868
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 46)
Language
German
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38 leisten. Die Talmudexemplare sollten aufgesucht, nach der podolischen Hauptstadt gebracht und durch Henkershand verbrannt werden1). Das angeblich schändliche Buch sollte vertilgt werden. Vergebens beriefen sich die Juden auf ihre alten Privilegien, die von Kasimir dem Grossen bis auf die jüngste Zeit von fast allen polnischen Königen bestätigt wurden, dass sie in ihren religiösen und inneren Angelegenheiten unbelästigt und unverletzt bleiben sollen. Und der Besitz des Talmud galt den Juden Polens als eine ganz besonders religiöse Angelegenheit, es war ihr Lebensodem. Vergebens verwendeten sich einige judenfreundliche Edelleute für sie. Dembowski blieb halsstarrig bei seinem Beschlüsse oder bei seiner Ueberzeugung, wie er vermeinte. Der König von Polen August III. und seine sogenannte Regierung, der Graf Brühl, hatten damals, im Beginn des siebenjährigen Krieges, vollauf mit den eigenen Angelegenheiten zu thun, als dass sie den Klagen der Juden wegen Vergewaltigung hätten Gehör geben sollen. Dembowski hatte freie Hand. Eine Hetzjagd wurde auf Talmudexemplare gemacht. Die Scene im Anfang des sechszehnten Jahrhunderts in Frankfurt a. M. und der Rheingegend durch den Erzschelm Pfefferkorn und die in Italien in der Mitte desselben Jahrhunderts durch den Papst Julius III. wiederholten sich in Polen, nur dass hier dabei noch mehr' Brutalität getrieben wurde, und die Frankisten. ehemals Söhne des Talmud, mit dem Eifer glühenden Rachegefühles die Schergen unterstützten, den Talmud in allen Schlupfwinkeln aufzusuchen, und zur Vernichtung noch Hohn hinzufügten. Die Talmudexemplare wurden an Rossschweife gebunden nach Kamieniec geschleift, dort von Henkersknechten in eine Grube geworfen x) Das Edikt und das Datum bei Skimb. p. 14. Aber es muss schon vor dem 14. Oct. ein Erlass ausgegangen sein, den Talmud zu verbrennen. Denn Abraham Samosc schrieb an Emden d. d. Elul 1757: ♦ UWnDU □Win liD^nno mn sap tsyDDi ♦ ♦ y"w nwin rono pia nnvu rrnrw nw *o w ir.DN "o tfnnjD ckh anw ohwi * mo^nn m rpt^ muH ^pD^^iN bnn unntin Unop D^ono tyy^'ms V*? (bei Emden I p. 26 a-, das. p. 27 a): riDDi man itjd b hw * * ro pinnon r\w>2 nsn iind iuj -itiwnnw *j3j?n «ff» -ddi; tyjimn dwi nüytsi nhittfa npDDD rcwn nrh ♦ üninvi wtr\ nWlipn DnDDH rpW1? JrtMnPlD. Auch das. p. 79 a und p. 4b 5 vergl. Beilage S. XXIV.

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