Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 132)
- Language
- German
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130 Gesinnung begleitet sind (Legg. 4, 716d Porphyr. 121, 18); aber dennoch verweilt er in gehobenem Ton bei der Schilderung einer früheren unschuldigen Zeit, welche cdie Altäre der Götter nicht mit Blut befleckte (Legg. 6, 782c);3 und sein als allgemeine Richtschnur für den Gottesdienst aufgestellter Grundsatz, welcher bei allen Weihgaben und Darbringungen eine cmaassvolle Einfachheit3 empfiehlt*), braucht nur folgerichtig angewendet zu werden, um zu dem praktischen Ergebniss zu führen, welches Theophrastos erreicht, indem er die Thieropfer als kostspielige gänzlich beseitigt und die einfachen Getreideopfer an ihre Stelle setzt (oben S. 74). Mit wie zäher Widerstandskraft nun auch der volksthümliche .hellenische Cultus noch Jahrhunderte lang sich gegen alle diese philosophischen Reformversuche behauptete, es kam doch eine Zeit, wo der Gang der Menschengeschichte die Bestrebungen der hellenischen Denker verstärkt werden Hess durch die Strömung der politischen Ereignisse und der religiösen Bewegungen innerhalb desjenigen Volkes, welches mit dem hellenischen den Anspruch theilt, die geistigen Lebenswege den modernen Culturvölkern vorgezeichnet zu haben. In Judäa war zwar von früh an das blutige Opfer auf Einen Punkt des Landes, auf den Tempel der Hauptstadt, beschränkt; dort hatte es aber die vollste Ausbildung und eine weder durch Prophetenrede noch durch Religionsspaltung erschütterte Festigkeit erlangt; so lange der Tempel in Jerusalem aufrecht stand, machten auch die vielen ""Myriaden* der ersten, an dem jüdischen Gesetz festhaltenden Christen keinen Versuch, sich von dem Opferritus loszusagen, und jenen 'Myriaden' zu Liebe hat sogar der Apostel Paulus sich zu einem Nasiräeropfer bequemen wollen (Apostelgesch. 21, 20,26; 24, 17). Nach Titus' Verheerung der Tempelstadt war jedoch für die Juden die Nöthigung und für die Christen die Möglichkeit gegeben, den alten prophetischen Gedanken zu verwirkliehen, welcher das cWort zum Entgelt der Stieropfer1 bestimmte (Hosea 14, 3; Hebräerbrief 13, 15); und im Wetteifer mit den Verkündern der neuen Religion fühlten nun auch Nachzügler der hellenischen Philosophie sich getrieben, die schon während Hellas' Blüthezeit eingeleiteten Versuche zur Vereinfachung des Gottesdienstes mit gesteigertem Ernst fortzuführen (s. oben S. 33). So *) Legg. 12,95öe: %boi6i de ävcc&rjixaza %qscov smistqu tov (istqiov uvdgcc avaxiftfaw SaQsiG&cu.