Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 46)
- Language
- German
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44 cgiebt sich offenbar als ein gewordenes zu erkennen und als ein cWerk des Nilstromes (%ov noxafjLov eqyov)? welchen letzteren Ausdruck, der den bekannten poetischen des Herodot, dass das Delta cein Geschenk des Ml (däQov tov noTafxov 2, b)3 sei, auf die philo sophische Sprechweise herabstimmt, unsere theo'phrastische Stelle mit naher synonymischer Wendung (Z. 3 vno tov NsiXov xTia&eiaav %(6qav) wiedergiebt. — Ebenso treu geht ferner Theophrastos in den Spuren seines Lehrers, wenn er als die ersten Götterwesen, denen Verehrung gezollt ward, die ""himmlischen Götter (2i. 4 xolg ovoavioig ftsoTc)3 nennt. Denn dass darunter nicht allgemein die im Himmel thronenden Götter, sondern die Himmelslichter und Himmelskörper gemeint sind, lehrt das weiterhin hinzutretende Beiwort cdie augenfälligen (Tovg (paivofuevovg ovoaviovg d-sovg Z. 13),* und setzt vollends die dortige Bemerkung ausser Zweifel, nach welcher in den Tempeln dieser Götter deshalb eine nie erlöschende Flamme brennt, weil Feuer ihr ähnlichstes Symbol ist. Unwillkürlich wird sich hierdurch jeder Kenner der aristotelischen Metaphysik an die berühmte Aeusserung im*zwölften Buch (8, 1074b 1) erinnert fühlen, welche als die älteste theologische Ueberlieferung und als den wahren, von der Philosophie anzuerkennenden Kern aller Mythologie die Göttlichkeit der himmlischen Sphären hinüber die* s*e-^- — Endlich ist die der ganzen theophrastischen Darstellung EMefSe2-s ZU Grunde liegende Annahme eines Erdenzustandes, in welchem geschiecMs. zwar Menschen, aber noch keine Bäume und Thiere (Z. 10) vorhanden waren, wie grosses Befremden sie den Anhängern der jetzt gangbaren paläontologischen Meinungen erregen mag, doch als richtige Folgerung aus einem peripatetischen Dogma anzusehen, zu welchem Aristoteles in den uns erhaltenen Werken seine Hinneigung nicht verhehlt und in den verlorenen sich wohl offen bekannt hat. Es war nicht blos eine stilistische Hyperbel, wenn Aristoteles in der vorhin mitgetheilten Stelle der Politik alle menschlichen Erfindungen''unendlich3 viele Male in der unendlichen Zeit gemacht werden Hess. Denn obwohl die Ewigkeit des Menschengeschlechts nicht als eine logisch unvermeidliche Folge der von Aristoteles verfochtenen und die Stütze seines ganzen Lehrgebäudes bildenden Weltewigkeit gelten kann, so glaubte er sich doch weder durch die physiologische Beschaffenheit noch durch die geschichtliche Stellung des Menschen genöthigt, dessen einmalige,