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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1865-01-01 · 1865 · page 54

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1865
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 54)
Language
German
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IRI
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52 nicht nur gegen Jene, von denen man ausgeliehen und Depö' sita in Empfang genomnien, sondern auch gegen ihre Erben oh. Ist aber A. ein Schaden in der Weise entstanden, dass, als sein projectirter Abzug bekannt wurde, grundlose Anklagen gegen ihn erhoben wurden, von tlenen er sich durch Geld loskaufen musste, so erscheine B., wenn die Anklage erwiesen, als Delator und muss als solcher den Schaden ersetzen.9) Da aberB. in Abrede stelle, dass er die Mittheilung von dem Abzüge A.'s gemacht, so müsse er seine Aussage in Gegenwart derjenigen, die von ihm diese Mittheilung gehört haben wollen, durch einen Eid bekräftigen. Die Gemeinde zu Würzburg wollte Jemanden zum Vorbeter anstellen, eine Minorität war jedoch mit der Anstellung dieses Mannes nicht einverstanden. Er ging hierauf zum Bischof und bewirkte durch ihn, dass die Minorität ihre Zustimmung gab.- R. Me'ir gibt (Resp. 137 Prag, genauer 190 Cremona) seine Unzufriedenheit hierüber zu erkennen.1) Er erzählt, einst sollte zu Cöln ein Vorbeter angestellt werden. Ein Jude ging in übergrossem Eifer für den Anzustellenden zum Kurfürsten, welcher ihn rufen Hess und ihm seinen Hut mit den Worten aufsetzte: „Ich erkläre dich hiermit zum Vorbeter." Dieser erwiderte: „Aus deinen Händen, o Herr! kann ich diese Stelle nicht annehmen", und er verzichtete auf die Anstellung, obschon sie ihm früher zugesichert war. Jemand hatte eine Summe zu frommen Zwecken gelobt, Es wurde bezweifelt, ob die Summe zur Synagoge (sog. kirchlichen Zwecken) oder zur Krankenpflege zu verwenden sei. R. Me'ir entscheidet (Resp. 692), die Verwendung zur Krankenpflege gehe der zur Synagoge voran. Die Ketuba enthält die Formel: „Ich (der Mann) werde arbeiten und dich (die Frau) ernähren." R. Me'ir wurde ah- ••) Pas Delatorenwesen, an sich verhasst, wurde bei den von allen Seiten so tief gedrückten Juden um so mehr verabscheut, als der Delator (1D1D) sich mit dem Gifte des inneren Verrathes an den von allen Seiten lauernden Feind trug. Von einem notorischen Delator suchte man sich auch gewaltsamer Weise zu befreien, jede Delation zog Schadenersatz an den von ihr Betroffenen nach sich. *) Unter den von R. Tarn und Collegen getroffenen Verordnungen (vgl. oben S. 35) befindet sich auch die Verordnung, es dürfe Niemand sich durch äussere Bestätigung in ein Amt einsetzen lassen. Vgl. Cremona Resp. 78; Prag S. 112c.

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