Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1864
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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XIV winzigen Volke eine ihm fremde Religion und verhasste Sitten aufzwingen zu wollen, durch die Verstimmung und die Aufwallung des Zornes zu begreifen. Nach eingetretener Ernüchterung dagegen, nachdem so viele Monate und Ereignisse vorübergestrichen waren, ist es psychologisch nicht recht denkbar. Proselytenmacherei und noch dazu durch Dragonaden war bekanntlich nicht Sache des Heidenthums, so lange es nicht gereizt war. Die talmudische Tradition, dass die Tempelentweihung am 17t. Tammus begonnen habe, ist daher viel wahrscheinlicher als die des ersten Makkabäerbuches, dass sie erst fünf Monate später ihren Anfang genommen habe. Nehmen wir noch dazu jenes gefundene Resultat der Untersuchung, dass die Tempelentweihung mehr als drei Jahre, etwa 31/, Jahre gedauert habe. Vom 17. Tammus 168 bis zum 25. Casleu 165, dem Tage der Einweihung, verliefen beinahe 3 Jahre und 6 Mondmonate weniger 22 Tage. Das chronologische Ergebniss unserer Untersuchung würde daher lauten: dass der Religionszwang und die Tempelentweihung 3 Jahre und 155 Tage gedauert habe, vom 17t. Tammus, etwa 21.—22. Juli 168 bis 25. Casleu Ende November 165, und das pragmatische Resultat wäre: dass der Sieg des Aemüius Paulus bei Pydna über Perseus durch Verkettung der Begebenheiten zugleich ein tragisches Geschick über das jüdische Volk herbeigeführt, wie nie zuvor, aber auch die heldenmüthige Ermannung durch die Makkabäer und den Aufschwung des Volkes zur Folge hatte.