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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1864-01-01 · 1864 · page 3

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1864
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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IRI
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JtLs giebt Partieen in der Geschichte, welche sich der Zudringlichkeit der Kritik entziehen, sie vornehm abweisen und ihr Stillschweigen auflegen. Es sind dies jene glänzenden Blätter in der Geschichte, wo ein Tag tausend Jahre wiegt, und in denen das Walten der geschichtlichen Vorsehung auch dem blöden Auge erkennbar wird. Es sind jene Zeiten, wo eine concentrirte Individualität oder ein Menschenkreis, die Schranken des Egoismus und der Alltäglichkeit durchbrechend, dem Menschenideale nahekommt, in gewaltigem Thatendrange oder in freudigem Opfermuthe befruchtende Thaten, unvergängliche Wahrheiten oder unsterbliche Schöpfungen in die Welt setzt und sie zum Gemeingut der Menschheit, nicht blos zum todten Capital macht. Solche klassische Partieen und Zeiten pflegen dann Lieblinge zu werden, an denen jeder Zug, jeder Nebenumstand und selbst jeder Auswuchs als eine wichtige Erscheinung, als eine besondere Schönheit erscheinen, an denen nicht gemäkelt, noch gerüttelt werden soll, damit das überkommene Bild durch eine unsanfte Berührung nicht verwischt oder der Schmetterlingsstaub der Phantasie nicht weggeblasen werde. Die Kritik, die strenge Richterin, welche die Thatsachen und Worte der Geschichte auf die Goldwage zu legen, in den Kern der Ereignisse zu dringen, ihre Entstehung, Verkettung und Folgen mit bewaffnetem Auge zu verfolgen, und so zu sagen Herz und Nieren zu prüfen hat, sie soll sich von klassischen Geschichtsepochen in scheuer Ferne halten oder, von Bewunderung hingerissen, ihre Unparteilichkeit fahren lassen und in begeisterten Beifall ausbrechen. Eine solche Lieblingsepoche ist die Makkabäer- oder Hasmonäergeschichte. Wer kennt nicht den Helden Juda Makkabi, seinen todesverachtenden Vater, seine ihm ebenbürtigen Brüder und die Schaar jener Kämpfer, die ihm in den Tod folgten, um für die höchsten Güter einzutreten, die Religion des Judenthums vor Entweihung durch eine Frevlerhand und das jüdische Volksthum vor Knechtung durch tyrannische Gewalt zu retten? Aber nicht blos die hasmonäischen Helden, sondern auch der Kreis derer, welche den frechen Zumuthungen, ihre Ueberzeugung fahren zu lassen, stillen Widerstand 1

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