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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1863-01-01 · 1863 · page 29

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1863
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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XXVI was von Einigen bestritten wird. Albert erklärt, dass die Frage nach dem Autor ein gleichgültiges und auch nur in der Schule der Pythagoräer Mode gewesenes Geschäft sei2). Aus dieser ihrer geringen Sorgfalt in Angabe der Quellen ergibt sich aber namentlich für die Darstellung eines philosophischen Systems eine wohl zu beachtende Schwierigkeit. In den meist voluminösen Werken der mittelalterlichen Philosophen sind eine Menge von Meinungen angehäuft, die sie selbst nicht als die ihrigen bezeichnen. Aber freilich ist die Angabe, dass wir es blos mit Citaten zu thun haben, meist so ungenügend, ihr Zwischenreden in die von ihnen selbst als fremd bezeichneten Lehren so täuschend und in die Irre führend, dass Nichts leichter begegnen kann, als dass man diese Autoren für fremdes Verdienst lobt und wohl auch einmal für fremden Unverstand tadelt. Nichts leichter beispielsweise, als den Albert darzustellen aus Partien seiner Schriften, die nach seiner eigenen Meinung ihn gar nicht vertreten sollen. So sagt, um durch einen Missgriff die Möglichkeit vieler Missgriffe in's Licht zu setzen, Sighart in seiner von uns citirten Monographie Albert's S. 314: ,.Hier (im 8. Buche der Physik nämlich) findet sich auch seine Rechtfertigung gegen diejenigen,'welche ihm bei der Bestreitung der Ewigkeit der Welt, die Aristoteles angenommen, den Vorwurf machen, er habe den Aristoteles nur nicht verstanden, oder warum denn dieser scharfsinnige Geist diese Wahrheit nicht erkannt habe? Er sagt: Wer glaube, Aristoteles sei ein Gott gewesen, der muss glauben, dass er nie geirrt. Wenn er aber glaubt, er sei ein Mensch, dann konnte er auch irren, wie wir." Sagt das Albert? Gewiss! Sighart citirt Stellen, und diese-Stellen finden sich wirklich im Albert. Wie aber, wenn diese Stellen gerade in der Abhandlung sich finden, die Nichts sein will als eine Reproduction der Maimonidischen? Wie, wenn das die nur kürzer gefassten Worte des Maimonides selbst sind? Und so ist es in der That. Man kann alle diese Entschuldigungen und die Besorgniss: „dass leidenschaftliche Menschen ihm vorwerfen werden, er verstehe wenig ihre (die Meinung des Aristoteles darstellenden) Worte oder entferne sich absichtlich von ihnen" im Maimonides ausführlich finden2). Ja selbst Ritter, dessen grosse Verdienste um die Gesammterkenntniss der Geschichte der Philosophie durch unbedeutende Ausstellungen weder verkleinert werden sollen noch können, hat es nicht unterlassen, Albert da zu loben, wo dieses Lob an eine andere Adresse gerichtet werden muss. Wenn Ritter beispielsweise (Band VIII S. 205 seiner Geschichte der Philosophie) von Albert sagt: „Sehr richtig schätzt er die Lehre von der Schöpfung, wenn er in ihr nichts anderes ausgedrückt findet, als den Gedanken, welchen wir an den Begriff des Geschöpfes knüpfen müssen, dass es angefangen habe zu sein, nachdem es zuvor nichts war" (quod incepit esse post nihil), so ist das blos die Maimonidische Anschauung vom Geschöpf, *) Tom. I peri hermenias S. 238: Quod autem de auctore quaedara quaerunt, supervacuum est et nunquam ab aliquo philosopho quaesitum est nisi in scholis Pythagorae, quia in ilüs scholis nihil recipiebatur nisi quod fecit Pythagoras. Ab aliis autem hoc quaesitum non est: a quocunque enim dicta erant reeipiebantur, dummodo probatae veritatis haberent rationem. Causa enim efficiens extra rem est et ab ea res non habet firmitatern vel infirmitatem, sed potius a ratione dictorum. 2) More II, 22 u. a. a. 0.

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