Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1862
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 44)
- Language
- German
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n Rambam sowohl in seinem Commentar zur Mischna als in seinem grossen Werke Jad Hachasaka. — Cursorisch wurden genommen die Tractate Berachot, Schabbat, Pesachim, Succa, Megilla. — Verbunden wurde hiermit Jore Dea c 1 bis c. 111. Ebn Haeser c. 119 bis c. 154. — Auch die nachtalmudische Literatur wurde in den Kreis dieser Studien gezogen: es wurde gelesen über die reichhaltige Literatur der Responsen mit Eingehung auf die Quellen. Der wissenschaftlichen Forschung Rechnung tragend wurden gelesen: Einleitung in die Mischna. Einleitung in die Mdraschim. Mosaisch-talmudisches Criminal- und Civilrecht mit besonderer Hervorhebung des Eherechts. Religionsphilosophie mit Zugrundelegung des Buches Kusari. Jüdische Geschichte. Der Beruf des Rabbiners schliesst als integrirenden Theil die Volksbelehrung, die Predigt, in sich. Es wurde daher gelesen Homiletik, und wurden hiermit homiletische Hebungen verbunden. Die reiferen Hörer predigten an den Sabbaten in der Seminar-Synagoge. Der Rabbiner soll zu seiner Durchbildung die Universitätsstudien zurückgelegt haben, und ist daher der Besuch der Universität mit dem Besuche des Seminars verbunden. Die den einstigen Rabbiner zum Besuche der Universität befähigenden klassischen und realistischen Studien wurden am Seminar gelehrt. Das Seminar siehet nun auch den Lohn seiner Bestrebungen. Mehrere Hörer, von denen zwei schon zur Zeit von Gemeinden zu Rabbinern und Predigern vocirt sind, werden in der ersten Hälfte des kommenden Jahres das Seminar mit dem Zeugniss der rabbinischen Reife verlassen. Das Seminar hat sich noch eine andere Aufgabe gesetzt: Lehrer zur Ertheilung des Religionsunterrichts an die Jugend heranzubilden. Die Rücksicht auf kleinere, oft nur auf eine geringe Anzahl von Familien sich beschränkende Gemeinden liess es als Pflicht erscheinen, dem sich dem Lehrfache Widmenden Gelegenheit zur Aneignung eines bedeutenden Masses der Religionskenntnisse zu bieten, das ihn befällige, das Wort Gottes, wenn auch nicht in ausgeprägter Rede, an Ruhe- und Feiertagen zu verkündigen. Gegenstände der Belehrung bildeten: Religionslehre, Pentateuch mit den ältern Commentatoren, Historische Propheten und Psalmen, hebräische Grammatik, Verstandniss hebräisch-ethischer Schriften, biblische und jüdische Geschichte, Katechisation bezüglich des Religionsunterrichts. Die Abtheilung für Lehrer wurde im Jahre 1858 eröffnet. Es sind nun mehrere Zöglinge dieser Abtheilung zu Lehrern herangebildet worden und haben Anstellungen in Gemeinden gefunden. Ueber das nun zu Ende gehende Jahr ist zu berichten: An dem Seminar wirken ausser dem Unterzeichneten die Lehrer DDr. J. Bernays, H. Graetz, M. Joel, B. Zuckermann.