Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1862
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 43)
- Language
- German
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Das Seminar hat nun seinen ersten siebenjährigen Cyclus beendigt, den in dem bei Eröffnung des Seminars veröffentlichten Programm festgesetzten Zeitraum, in welchem befähigte mit den zur Aufnahme nöthigen theologischen und klassischen Vorkenntnissen ausgerüstete Jünglinge ihre Studien vollenden und die wissenschaftlich-theologische Reife zum Rabbiner erlangen sollen. Mit Vertrauen auf Gott wurde begonnen 5 der Höchste hat dieses Vertrauen in reichem Masse belohnt. War auch der Organisationsplan entworfen,' wer konnte für dessen Ausführung einstehen, wer vermochte zu sagen, ob die Wirklichkeit nicht Manches anders gestalten, der Uebergang von Gedanke zur That, von Entwurf zur Realisirung nicht auf das Werk alterirende Hindernisse stossen werde? Aber es wurde in Gott unternommen, und mit freudigem demuthvollem Dank darf ausgesprochen werden, es wurde durch Gott vollendet, das Seminar ist zu einem in sich gegliederten Ganzen gediehen. Nach dem ursprünglichen Plane beabsichtigte die ins Leben tretende Anstalt eine gegenseitige Durchdringung des theologischen Studiums und der Wissenschaft, die jüdische Theologie soll ohne Einbusse an ihrem Umfange und ihrem scharfen dialektischen Gange zur wissenschaftlichen Disciplin erhoben werden; dieses Streben wurde unaufhaltsam verfolgt und das Ziel zeigt sich nun als erreichbar. Am Ende des Studiencyclus angelangt, erscheint die Darlegung, wie dem, was das erste Programm verhiess, entsprochen wurde, als unabweisbare Pflicht. Es wurde der biblischen Exegese viele Sorgfalt gewidmet; mehrere Theile des Pentateuchs wurden zu wiederholtenmalen mit den Targumim, den älteren Commentatoren (Raschi, Ibn Esra, Ramban u. A.) durchgegangen, ebenso Propheten und Hagiographen, verbunden mit dem Studium der hebräischen Grammatik und der Leetüre neuhebräischer Poesien. — Dem Talmudstudium wurde als Grundlage und Inhalt der jüdischen Theologie sein volles Recht und cfie Berechtigung, in dem ihm eigenen Geiste erforscht und aufgefasst zu werden, eingeräumt. Es wurden statarisch vorgetragen: die Tractate Baba Mezia, Gittin, Ketubot, Chullin. Hier war massgebend das Studium der Tosafot (mit ihren Erklärern), Raschba zu den resp. Tractaten, Rosch, Ran, Schitta Mekubezet, ferner genaues Eingehen auf Alfasi und 6