Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1859
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 57)
- Language
- German
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5 hebr. Werke, die, weil unbeachtet, ein Raub des fressenden Zahnes der Zeit zu werden drohen; welche bessere Stätte als das Seminar, und welche ihrem Zwecke mehr entsprechende Anwendung könnten sie finden, als dort den Jüngern der jüdischen Wissenschaft zur Benutzung übergeben zu werden! An diesen Wunsch reiht sich ein ihm verbrüderter. Das Seminar ist die alleinige öffentliche Anstalt Deutschlands, an der die jüdische Theologie eine wissenschaftliche Pflege findet; eine Bereicherung der Seminarbibliothek ist daher nach dem Zusammenhange der Wissenschaft mit den ihr gewidmeten Werken eine unmittelbare Förderung der Wissenschaft selbst. So wird es auch auf jedem Gebiete des Wissens betrachtet, und es verdanken die grösseren Bibliotheken Europa's einen bedeutenden Theil ihres Bücherreichthums der Grossherzigkeit gebildeter Männer, die in solchen Spenden sich ein unvergessliches Denkmal setzten. Möge auch in Beziehung zum Seminar sich solche Gesinnung bewähren! Diese Anstalt gestattet gern den allgemeinen Zutritt zu der Bibliothek, die einen Tag jeder Woche für Jedermann geöffnet ist; auch werden unter den üblichen Garantien bereitwillig Werke an Fremde ausgeliehen: die Bibliothek tritt also aus dem Kreise der Privatbibliotheken heraus, ihre Bereicherung ist die Bereicherung des Allgemeinen, und sie dürfte, wird auf obigen Wunsch wohlwollend eingegangen, einst als eine grossartige öffentliche Bibliothek für jüdische Wissenschaft dastehen, wohin sich Gelehrte wenden, und wo ihren Wünschen entgegengekommen wird. — Es sei hier auch noch in Bezug auf diese ausgesprochenen Wünsche der §. 27 des Grundstatuts des Seminars erwähnt, welcher Folgendes bestimmt: Jede Zuwendung, welche der Seminarstiftung, sei es in Geld, oder in Geldeswerth, betreffe es eine Erweiterung der Lehrmittel, Bereicherung der Bibliothek oder Fundirung neuer Stipendien für die Seminaristen, zu Theil wird, soll für ewige Zeiten den Namen des Gebers tragen, in einem anzulegenden Buche eingetragen und auf einer in dem grossen Saale der Anstalt auszuhängenden Gedächtnisstafel verzeichnet werden. Es ist diesem noch hinzuzufügen: Schenkungen grosser Büchersammlungen erhalten ihren besondern Raum und werden dem Geber zum steten Andenken, nach ihm ihre Benennung als Bibliothek — N'sche Bibliothek — fuhren. BRESLAU, im December 1858. Dr. Z. Frankel. Dfrector.