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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1859-01-01 · 1859 · page 3

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1859
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720909--0209-2721450
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Wenn irgend ein Denker von Bedeutung, so scheint Mose ben Maimon *) die systematische Darstellung dessen, was er gelehrt, demjenigen, der es unternimmt, davon Rechenschaft zu geben, fast mühelos zu ermöglichen. Liegt ja, was vielfach ausgesprochen, in dem Hange wie in der seltenen Fähigkeit, zu systematisiren, sporadisch Zerstreutes und auf den ersten Anblick als heterogen sich Darstellendes durch die bindende Kraft eines umfassenden Gedankens überschaulich zu machen, das eigentlich Charakteristische unseres Autor, seine Stärke, und wie wir zugleich mit Rücksicht auf manche Ausschreitungen nach der Seite der Verallgemeinerung hin hinzufügen müssen, auch hie und da seine Schwäche. Und so tritt denn auch dasjenige Buch, dem wir vorzugsweise unsere Darstellung entnehmen und zu dem die übrigen einschlägigen Arbeiten Maimoni's nur subsidiarisch eintreten können, der More Nebuchim 2), uns als seltenes Beispiel planvoller, bis in's kleinste berechneter Anordnung entgegen, so dass wir die an seinen talentvollen Schüler Joseph ben Aknin 3) gerichtete Mahnung Maimoni's, in diesem Buche keine zufällig hingeworfene, übrigens aber für den Verlauf gleichgültige Digression zu suchen, auch uns zu nutze machen müssen, wenn wir nicht Gefahr laufen wollen, so manche Intention unseres Autor zu übersehen. Nichtsdestoweniger würden wir dem modernen Leser Gewalt anthun, wenn wir ihm die Materien in der ihnen von Maimoni gegebenen Anordnung vorführten. Wie nämlich schon der Titel des Buches: „Führer der Verirrten" selbst dem Draussenstehenden sagt, dass ein von Maimoni lebhaft gefühltes Zeitbedürfhiss ihn zur Abfassung desselben getrieben, so verliert auch der seine Aufgabe klar und sicher erfassende Mann selbst in der Anordnung des Stoffes niemals das Bedürfhiss eines ganz bestimmt gearteten Leserkreises aus den Augen, der, weil er mit ihm seine philosophischen so gut wie religiösen Voraussetzungen theilt, auch nothwendig von denselben Zweifeln ergriffen worden sein muss, an deren Lösung Maimoni zunächst für sich, dann für Gesinnungsgenossen im Glauben und Denken gegangen ist 4). Wenn aber daraus einerseits klar wird, warum er gerade mit seiner sehr ausgedehnten philosophischen Bibelexegese das Buch eröffnet, weil sie es ihm nämlich verstattet, später, ohne missverstanden zu 1) Geb. 1135, gest. 1204. 2) Verfasst vor 1190. 3) Ueber diesen Schüler Maimoni's vergl. Mounk, notiees sur Joseph ben Jehouda. 4) More Neb., "Vorrede '»l m arn T^nS ntn tsNon njii3 S2« 1

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