Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1857
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 52)
- Language
- German
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o Die Eabbinerabtheilung zählt 29 Hörer und zwar 19 Preussen, vier Oesterreicher, drei Hannoveraner, einen Darmstädter, einen Badenser und einen Schweden. Von diesen Hörern besuchen zehn die Universität. Die Lehrerabtheilung zählt drei Zöglinge: zwei Preussen, einen Oesterreicher. Den vorgerücktem Hörern ist, wie im vorjährigen Programm mitgetheilt wurde, ausser den Eepctitorien noch eine andere, durch eine von Herrn I. Lehmann zu Glogau, Eedacteur des Magazins für die Literatur des Auslandes, gestiftetes Stipendium aufmunternde Gelegenheit geboten, ihre Kräfte zu erproben. Herr Lehmann hat nämlich die Revenuen des von ihm dem Seminar übergebenen Kapitals von 600 Thlrn. zu einem Stipendium für einen Seminaristen der oberen Abtheilung bestimmt, der über ein vom Director gegebenes wissenschaftliches Thema die nach dem Ausspruch des Lehrercollegiums beste Arbeit geliefert hat. Dieses Stipendium soll an dem jedesmaligen Sterbetage des Stifters vertheilt werden, und soll der mit dem Stipendium belohnte Hörer seine Ausarbeitung bei der Gedächtnissfeier vortragen. Dieses Jahr wurde als Preisaufgabe gestellt: lieber den Geist der Uebersetzung des Jonathan ben Usiel zum Pentateuch; und ob diese Uebersetzung einen Verfasser hat mit dem ihr in den Editionen beigedruckten Targum jeruschalmi. Fünf Hörer haben umfangreichere Ausarbeitungen eingeliefert. Der Xame Desjenigen, der den Preis errungen, wird im Jahresbericht des kommenden Jahres mitgetheilt werden. Das Seminar beging am 27. Januar die statutenmässige Gedächtnissfeier des Stifters der Anstalt, des Königl. Commerzienrathes Jonas Friinckcl. Der Seminarist Herr stud. philos. II. Seligsohn aus Wollstein hatte den Preis errungen und verlas seine gekrönte Preisschrift. Am 15. October, der auf den zweiten Succotfeiertag fiel, an welchem der Gottesdienst den grösseren Theil des Vormittags für sich in Anspruch nimmt, wurde die Geburtsfeier Sr. Majestät des Königs im Beisein der Curatoren, des Lehrercollegiums, der Seminaristen und eines zahlreichen Publicums in der Seminarsynagoge begangen. Nach einem Eecitativ (Ps. 21) und dem Gebethymnus für das Wohl des Königs sprach der Unterzeichnete die Festrede, anknüpfend an die Deuteronom« 31, 10 —13 vorgeschriebene öffentliche Verlesung, die der Tradition gemäss vom König unter Hervorhebung der vorzüglichsten Abschnitte und des Königsgebotes (das. 17, -1 ff.) erfolgte. Der Eedner machte bemerklich, wie diese Verlesung aus dem Munde des Königs ihm moralisch die Pflicht auferlegte, dem Volk als Vorbild vorzuleuchten und ihm in sich die Verwirklichung der verlesenen Gesetze darzustellen. Und diese Verwirklichung, wie trefflich tritt sie in unserem von Gerechtigkeitsgefühl und gottergebenem Sinn durchdrungenen König hervor, dessen ganzes Leben eine Erfüllung der dem Fürsten und Menschen vorgeschriebenen göttlichen Gesetze ist! — Den Schluss der Feier bildete ein anderes Eecitativ (Ps. 72). Mit Freuden spricht die Anstalt ihren Dank für manche ihr gewordene Beweise des Wohlwollens und der ehrenden Theilnahme aus. Herr Oberrabbiner S. L. Rapoport in Prag bereicherte die Seminarbibliothek mit dem ersten Theile seines Werkes Erech Millm. Die anerkennenden und 7*