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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1857-01-01 · 1857 · page 50

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1857
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 50)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720913--0160-2721399
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3 Erfordernisse zum Eintritte in die Lehrer-Abtheilung sind: Das zurückgelegte fünfzehnte Lebensjahr. Kenntniss des Pentateuch in der Ursprache. Verständniss leichferer Mischnastellen. Zeugniss über zurückgelegten Elementarschulbesuch. Die sonstigen vom Staatsgesetze zum Eintritt in eine höhere Anstalt erheischten Zeugnisse (als über Impfung, sittliches Verhältniss u. s. w.). Der Unterricht umfasst hier zumeist die Religionsgegenstände, wie es in der eigentlichen Tendenz und Aufgabe dieser Abtheilung, die Religionslehrer bilden will, liegt. Die Aufgabe wurde nach einem etwas höheren Massstabe aufgefasst: Der Hörer soll befähigt werden, dem in kleineren Gemeinden häufig an den Lehrer gestellten Verlangen, religiöse Vorträge zu halten, Genüge leisten zu können. Doch will die Anstalt, obschon ihr die Verpflichtung nicht hierfür obliegt, über den Kreis der Religionsgegenstände hinausgehen, und hat dieses mit dem Satze angedeutet: „Auch soll in den mit dem Religionsberufe verbundenen allgemein wissenschaftlichen Disciplinen, wo es vonnöthen, nachgeholfen werden." Dieser Andeutung ist auch, wie der weiter angeführte Lehrplan zeigt, nachgekommen worden, und es darf mit Zuversicht ausgesprochen werden, es wird den Zöglingen der Lohrerabtheilung in der Anstalt Gelegenheit geboten sein, die allgemeine Reife zum Lehrer zu erlauben.— Von dem Fortgange dieser kaum zwei Monate zählenden Abtheilung zu berichten, wäre zu frühzeitig; auch ist die Zahl der Schüler, da zurückgeschreckt durch den geringen Erfolg den der Lehrerstand gewöhnlich bietet, nur Wenige wie bekannt sich ihm widmen, für jetzt eine sehr beschränkte. An dem Seminar wirken ausser dem Unterzeichneten die Lehrer Dr. Dr. J. Bernays, H. Grätz, M. Joel, B. Zuckermann. Lehrer Holländer, dem die Anstalt die volle Anerkennung seines Eleisses und seiner Hingebung an seinen Beruf ausspricht, ist ausgeschieden. Das Seminar zählt nun zwei Abtheilungen: Rabbinerabtheilung und Lehrerabtheilung. Die Rabbinerabtheilung gliedert sich in zwei Abtheilungen. Der Unterzeichnete las in der oberen Abtheilung: Pentateuch: Exodus v. K. 21 bis Ende des Buches. Leviticus bis K. 15 mit besonderer Berücksichtigung der aram. Uebersetzung des Onkelos, des Jonathan und des jerus. Targums, ferner der Septuaginta.— Talmud statarisch: Baba Mezia von Abschnitt 8 bis Ende desTractats. Gittin, die drei ersten Abschnitte. — Talmud cursorisch: Pesachim von Abschnitt 5 bis Ende des Tractats. Megilla bis fol. 20. Mehrfache Repetitorien leiten die Hörer auf principielle Uebersichtlichkeit und Gesammtauffassung.*) Auch wird den Hörern Gelegenheit geboten, durch schriftliche Ausarbeitung tiefer liegender Themata principielle Auffassung und klare Darstellungsweise sich anzueignen. — Mischna: Schluss der Einleitung in die Mischna (nach dem Entwurf des Unterzeichneten). Ordnung Seraun. Dr. Grätz las in der oberen Abtheilung: Bibelexegese: Die Propheten Ezechiel,. Zacharias und Hiob c. 1—10; Apokryphen: erstes Maccabäerbuch c. 1—5, mündlich und schriftlich aus dem Griechischen ins Hebräische übertragen. — Hebräische Grammatik: Schluss der Wortlehre, Partikeln, Syntax, Accentsystem, prosaisches und metrisches (für Psalmen, Sprüche, Hiob), Termi- *) Die Repetitorien werden mit Zugrundelegung des Jad Hachasaka des Maimonides und des Tnr geleitet, und wird hierdurch das Studium der rituellen Praxis angebahnt. 7

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