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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1857-01-01 · 1857 · page 3

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1857
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720913--0113-2721352
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EINLEITUNG. Es giebt wissenschaftliche Fragen, welche, je öfter in Untersuchung gezogen, statt durch Erörterung lichtvoller und deutlicher desto dunkler und verwickelter werden. Von der Art sind besonders chronologische Fragen, und in noch höherem Grade ist es das Thema über die jüdische Jobelperiode und den damit zusammenhängenden Sabbatjahrcyclus. Der pentateuchische Text, aus welchem die Bestimmungen über Sabbat- und Jobeljahr emaniren, lässt gerade die wichtigsten Punkte nämlich den ersten Anfang der Sabbatjahr- und Jobelaera, die Coincidenz oder Differenz des siebenten Sabbatjahres und Jobeljahres und die Dauer der Jobelperiode imbestimmt. Der Talmud giebt sich zwar Mühe, den Anfangspunkt näher zu bestimmen, aber er vermag nicht ihn zweifellos hinzustellen, da er sich mehr interpretirend als tradirend dabei verhält, und die Beweise, auf welche er sich stützt, auch eine andere Auslegung ziüassen. Ueber das Zählungsverhältniss des Jobeljahres zu den daranliegenden Sabbatjahrcyclen und über die Dauer der Jobelperiode herrscht in der Urquelle jüdischer Tradition, im Talmud, eine durchgreifende Differenz, welche durch die Auffassungsweise christlicher Chronologen wie Eeland und Ideler nur noch grösser erscheint. Von dieser Differenz ist auch die Aufeinanderfolge der Sabbatjahrcyclen, d. h. das Eintreffen der Sabbatjahre so sehr afncirt, dass, welches Jahr der Vergangenheit oder Gegenwart als ein Sabbathjahr zu betrachten sei, sich nicht ermitteln Hesse, wenn nicht aus anderweitigen Momenten ein solches Jahr zu erweisen wäre. Die religiöse Praxis, der namentlich die Bodenfeier des Sabbathjahres im heiligen Lande eine Gewissenssache war, musste sich zwar helfen und gestützt auf eine von den Geonim (Häupter der jüdischen Academien vom siebenten bis eilften Jahrhundert in Babylonien) überkommene Tradition, ein Jahr als solches fixiren; allein dabei kann sich die Wissenschaft nicht beruhigen. Sie muss selbst diese Tradition einer kritischen Prüfung unterwerfen und untersuchen, ob sie mit den anderweitigen Daten übereinstimmt oder damit in Widerspruch steht. Einige dieser Data selbst, die einzigen Anhaltspunkte, ein Sabbatjahr genau zu eruiren, bedürfen, weil sie von einer Aera abhängen, deren Anfangspunkt differirende Meinungen zulässt, selbst der genaueren Feststellung. Nun ist die Fixirung eines 1

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