Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1856
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 48)
- Language
- German
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- Homer 1× ep/1025156
- Rashi 1× ep/1002670
- Tacitus 1× ep/1025676
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3 schenzeit zwischen der Kunde von der Eröffnung und der Eröffnung des Seminars vollendet werden. Der Gedanke an ein Experiinentiren die verschiedenartigen Bestandteile ineinander zu verschmelzen, musste nach den vorhandenen, keine Aussicht auf Annäherung bietenden Stoffen bald aufgehoben werden. Es wurde daher zu dem nahe liegenden Ausweg gegriffen, es wurden interimistische ausserordentliche Lehrer berufen, die den Schwächen nachhelfen sollten. So sind nun am Seminar ausser dem Unterzeichneten, den beiden ordentlichen Lehrern Dr. J. Bernays und Dr. H. Grätz und dem Mathematikus Dr. B. Zuckermann, Dr. M. Joel und Lehrer Holländer als Hülfslehrer thätig. Diese, vereinten Lehrkräfte arbeiten auf theologischem Gebiete nach dem Ziele, die Hörer in dem weiten Kreise der jüdischen Theologie heimisch zu machen und sie zu gründlichen, das biblische und rabbinische Fach nach seinen verschiedenen Ausläufen erfassenden und in sich aufnehmenden Rabbinern heranzubilden. Auf klassischem Gebiete sollen sie die Reife zur Universität erlangen; die Universitätsstudien selbst sollen sie, wie in dem ursprünglichen Programme ausgesprochen wurde, auf der Universität machen. — Nach den verschiedenen aufwärts steigenden Graden des theologischen Studiums gestalteten sich zwei Abtheilungen. Der Unterzeichnete las in der obern Abtheilung: Pentateueh Genesis, Exodus bis c. 20 mit besonderer Berücksichtigung der aram. Uebersetzung des Onkelos, des Jonathan und des jerus. Targums, ferner der Septuaginta. Als Commentatoren wurden Raschi, Ihn Esra, Raschbam, Ramban u. A. benützt; auch wird auf spätere Forschungen Rücksicht genommen. — Talmud statarisch: Tract. Baba Mezia bis zu Ende des siebenten Abschnittes; Talmud cursorisch: Tract. Pesachim, vier Abschnitte mit tieferem Eingehen auf F. 14 — 21. Mehrfache Repetitorien leiten die Hörer auf principielle Uebersichtlichkeit und Gesammtauffassung.1) — Einleitung in die Mischna. Da sich hiefür noch kein Lehrbuch findet, las der Unterzeichnete nach seinem Entwürfe: Historische Einleitung, Hülfsquellen und Commentatoren, Recensionen und Aufeinanderfolge, Methodologie, das Eigentliche der Mischna. Dr. Grätz lehrte in der obern Abtheilung: Bibelexegese: die kleinen Propheten. Jesaias, Jeremias. — Hebräische Grammatik: Laut- und Formenlehre. Nomen. Pronomen. Verbuin. — Geschichte: Einwanderung der Israeliten in Palästina bis zum Untergange des Zehnstämmereiches, verbunden mit Geographie von Palästina. Dr. Bernays las: Griechisch: Homer, Ilias 2. 3. 4. Herodot Buch 2. 3. Plato. Apologie und Kriton. — Latein: Virgil Eclogen 1. 4. Georgica 4, 315 bis zum Schlüsse. Terenz Adelphi. Tacitus Annalen Buch 1. 2. 3. Den lateinischen Exercitien wurden Stucke aus Muret zu Grunde gelegt. — Für den Vortrag griechischer Geschichte diente We- J) Die Repetitorien werden entweder mit Zugrundelegung des Jad Hachasaka des Maimonides vorgenommen, so dass je ein Paragraph (Halacha) aus dessen Werk vorgelesen wird und die Hörer die Quelle aufzufinden und sie nach ihren verschiedenen Richtungen — der Meinung Rasehi's, Tosafot u. s. w. — anzugeben haben, oder die Hörer bestimmen den Gegenstand nach seinen verschiedenen Ausläufen und Modifikationen; zuweilen wird auch in Form der Responsen von den Hörern über eine Frage Auskunft verlangt.