Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 53)
- Language
- German
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unentgeltlichen Unterricht auch die Gelegenheit zur Benützung derjenigen Unterrichtsmittel gewährt werden, deren Anschaffung dem Einzelnen oft schwer, wenn nicht unmöglich wird. Das Lehrerkollegium der Anstalt besteht nun vor der Hand aus dem Direktor und den beiden genannten ordentlichen Lehrern; eine Vergrößerung desselben ist für den Fall des Bedürfnisses vorbehalten; dieses wird auch für die Zahl der Hilfslehrer (vorläufig zwei), welche ausserhalb des Lehrerkollegiums stehen, entscheiden. Die erste „öffentliche Bekanntmachung", welche die Eröffnung der Anstalt zum August anzeigte und den 6. und 7. Juni für die Aufnahmeprüfung festsetzte, wurde bereits Anfang März erlassen. An den genannten Tagen haben denn auch die Aufnahmeprüfungen unter dem Vorsitz des Direktors stattgefunden. Die Zahl der Meldungen war beträchtlicher als erwartet werden durfte; das strenge Festhalten an dem Minimum der zum Eintritt in die Anstalt für die Studien zum Rabbinate erforderten allgemeinen Vorbildung machte viele Zurückweisungen nöthig. Unter den Aufgenommenen befinden sich eben sowohl Schüler, welche bereits der Universität angehören, als solche die schon in der Prima des Gymnasiums gewesen sind. Den 10. August d. J. wird nun das jüdisch - theologische Seminar eröffnet und geht mit diesem Tage als Lehrinstitut in die Hände des verantwortlichen Direktors über. Als „Fränckel'sche Stiftung" wird das Seminar alljährlich am Todestage des verklärten Stifters eine religiöse Feier, die erste am 27. Januar 1855, veranstalten, zu welcher die hohen Gönner und Freunde der Anstalt einzuladen wir uns vorbehalten. Im Namen des Stifters sei es aber uns, ehe wir diesen Bericht schliessen, gestattet, den Tribut des Dankes allen Denen abzutragen, deren Unterstützung die Errichtung dieser Stiftung möglich gemacht oder erleichtert hat. Hier gedenken wir zuerst mit dem tiefsten unterthänigsten Danke der Allerhöchsten Kabinetsordre vom 31. August 1847, durch welche des Königs Majestät die Kommerzienrath Fränckel'schen Stiftungen zu sanktioniren geruhte; Seiner Allerhöchsten Gnade und Huld zuerst verdankt auch diese Stiftung ihr gesichertes. Dasein! Der Hohen Staatsbehörden gedenken wir ferner in ehrerbietigster Dankbarkeit, unter deren erhabener Fürsorge und humanem Schutze die milden Stiftungen wie die Stätten des Glaubens und der Wissenschaft, jede in ihrem Kreise, gedeihen und den reichen Segen ihrer Wohlthaten verbreiten! Insonderheit möge der Herr Oberpräsident unserer Provinz, der hohe wohlwollende Beschützer und theilnehmende Förderer alles Guten und Edlen; möge die Hohe Königliche Regierung zu Breslau für die hochgeneigte Berücksichtigung und wohlwollende Aufmerksamkeit, deren sie die Kommerzienrath Fränckelschen Stiftungen bisher überhaupt, und besonders auch das entstehende Seminar gewürdigt, für die ausgezeichnete Humanität, mit der sie unsere dahin gehenden Bestrebungen gefördert hat; möge namentlich die Hohe Regierungsabtheilung des Innern, die Hohe Abtheilung für die Kirchenverwaltung und das Schulwesen, nicht minder das Hohe Königliche Provinzial-Schulkollegium den hier dargebrachten Zoll unseres ehrerbietigen tiefsten Dankes hochgeneigt annehmen! Den innigsten und verehrungsvollsten Dank statten wir endlich allen erleuchteten und wohlwollenden Männern ab, welche mit ihrer hohen Einsicht, in Schrift und Wort, mit Rath und That uns unterstützt und zum Gelingen unserer Bestrebungen wesentlich beigetragen haben. Im Geiste des verklärten Stifters haben wir die Warte des Glaubens, die Stätte der Wissenschaft errichtet und sie bewährten Händen anvertraut. Sie werden sie treu pflegen und mit Gottes Hilfe zu Gedeihen bringen! Das Kuratorium der Kommerzienrath Fränckelschen Stiftungen.