Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 12 (1938)
- Issue
- Heft 731 (1.3.1938)
- Date
- 1938-03-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite* DIES NEUE WEL1 Nr. 731 vom 1. März 1938 eine so scharfe Verurteilung erfuhr, hat viel Unheil verursacht. Sie ermutigt die arabischen Extremisten und es bestehe die Gefahr, daß sie auch die jüdischen Extremisten tu Gewalttaten veranlassen wird. Wohl hat der Kolonienminister bekräftigt, daß er an dem Teilungsplan festhält, aber das letzte Weißbuch hat in dieses Problem eine gewisse Unklarheit hineingebracht. Unklarheit aber ist die größte Sünde der Palästina-Politik in den letzten zwei Jahren. Mögen der Amtsantritt Sir Harold Mac Michaels und die Entsendung der technischen Palästina-Kommission endlich das Problem lösen helfen. (J. T. A.) Die Mord-Statistik Das statistische Büro der Palästina-Regierung veröffentlicht folgende Zahlen: 1937 wurden in Palästina 194 Menschen ermordet, davon im Oktober und Dezember je 23, im November 21, im März und September je 19, im Mai 17, im Juni und Juli je 15. 1936 wurden 260 Mensehen ermordet, 1935 113. 1932 kamen 82, 1931 102 Menschen ums Leben. 1937 führten 281 Ueberfälle zum Tode, 1936 war die Zahl der an erlittenen .Verletzungen Verstorbenen 492. Die antijüdischen englischen Beamten in Palästina Aus London: Auf einer Veranstaltung der Freunde der Hebräischen Universität im Hause von Frau I. M. Sieff sprach Prof. J. I s a a c s, der eine Reihe Vorlesungen über englische Literatur an der Hebräischen Universität Jerusalem gehalten hat, über seine Palästina-Eindrücke und erklärte: „Ich begegnete unter den englischen Beamten in Palästina einem unbegreiflichen antijüdischenVo rurteil; ich zweifle, ob man dort ein halbes Dutzend neutraler Engländer finden könnte, von projüdischen schon nicht zu reden. Die pro-arabische Stimmung wird offen, ja in skandalöser Form gezeigt. Leider trifft man fast keine englischen Juden in Palästina, die dem entgegentreten könnten. (J. T. A.) Abdul Kader hingerichtet Ramadem Abdul Kader, der zum Tode durch den Strang verurteilt wurde, weil er aus Anlaß des Vollzugs des Todesurteils an dem Terroristen Mahmud el Hussein den Versuch machte, vor dem Gefängnis zu Akko den britischen Polizeiinspektor Graham zu erschießen (infolge Veraagen3 des Revolvers ging der Schuß nicht los), ist heute im Gefängnis zu Akko hingerichtet worden. Das Militärgericht in Jerusalem hat einön Araber wegen Ermordung eines jüdischen Ingenieurs zum Tode, einen zweiten Araber wegen Waffenbesitzes zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Jüdischer Polizist seinen Verletzungen erlegen Der jüdische Polizist aus Rischon le Zion Mosche Jfogilewski, welcher durch unglückliche Hantierung rai^ seinem Gewehr eine .Schußverletzung erhielt, ist seinen Verletzungen erlegen. Der ungarische Jude Jedidja Lok (Revisionist), dem am „blutigen Sonntag", 14. November, als in Jerusalem fünf Juden, und zwar Araber, ermordet wurden, unter dem Verdacht, an dem Tod eines Arabers schuldig zu sein, verhaftet wurde, ist heute freigelassen worden. Das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt. . * Der Statthalter von Petach Tikwah sandte an den High Commissioner eine Petition, er möge vor dem Verlassen des Landes alle im Gefängnis von Akko internierten Juden freilassen. Edvin Samuel bei einem Autounfall verletzt Edvin Samuel, der Sohn des einstigen High Commissioner und englischen Ministers, Viscbunt Herbert Samuel, ist bei einem Autounfall verletzt worden. Edvin Samuel ist Vizekommissar des Einwanderungsamtes der Palästina-Regierung. (J. T.- A.) 21.542 Juden im Jahre 1937 in Palästina naturalisiert Aus Jerusalem: Laut der amtlichen Statistik wurden im Jahre 1937 21.542 Juden, gegen 9313 Juden im Jahre 1936, in Palästina eingebürgert. Unter den im Jahre 1937 Eingebürgerten waren 9298 früher polnische, 2030 früher deutsche, 1784 früher russische, 1129 früher jemenitische und 1080 früher rumänische Staatsangehörige. Die jüdischen Bodenkäufe im Jahre 1937 Aus Jerusalem: Nach Mitteilung des Statistischen Amtes haben Juden in Palästina im Jahre 1937 20.367 Dunam Boden neu erworben und hiefür 392,910 Pfund bezahlt. Im Jahre 1936 wurden 18.146 Dunam für 158.825 Pfund erworben. Faul Muni in Palästina Der berühmte amerikanische Filmschauspieler Paul Muni weilt gegenwärtig in Palästina. Mit jüdischen Journalisten, die ihn aufsuchten, unterhielt er sich in einem ausgezeichneten Jiddisch. Er erklärte, er habe die Absicht, längere Zeit in Palästina zu weilen, um alle Städte und Kolonien zu besuchen und das neue jüdische Leben auf sich wirken zu lassen. Auf die Frage der Journalisten, ob er zugestimmt habe, die Gestalt Theodor Herzls in dem geplanten historischen Palästina-Film zu verkörpern, erwiderte der Künstler, er werde sich erat entscheiden können, wenn das Drehbuch fertig Vorliegen frird. Bekanntlich stammt Muni aus ostjüdischer Sphäre, Budget der Wiener Juden* gemeinde Aus dem Budgetvoranschlag der Israelitischen Kultusgemeinde Wien für das Jahr 1938 ergibt sich, daß die Gesamteinnahmen mit S 6,335.560.—, die G esamtausgaben mit S 6,687.810.— vorgesehen sind. Die Ausgaben für das Schulwerk werden mit S 655.570.— präliminiert, wovon ein Großteil auf 37 Gemeindebibelschulen, 28 Vereinsbibelschulen, die jüdische Volksschule, namhafte Beiträge zur Erhaltung des Chajes-Gymnasiums sowie auf eine Reihe der von der Kultusgemeinde teils vollständig erhaltenen, teils subventionierten kulturellen Institutionen entfallen. Die Einnähmen aus der Kultussteuer werden mit S 2,460.000.— veranschlagt. Der größte Ausgabenposten ist das Fürsorgewesen der Kultusgemeinde, das mit S 2,871.100.— präliminiert ist. Für Kultusangelegenheiten werden die Ausgaben mit S 1,031.800.— präliminiert, wobei hervorgehoben wurde, daß in Wien derzeit 6 Gemeindetempel, 18 Vereinstempel, 70 Vereinsbethäuser, 54 temporäre Betveranstaltungen von der Kultusgemeinde erhalten, bzw. subventioniert werden. In dem Bericht über die Budgetsitzung in unserer letzten Nummer wurde irrtümlich vom „geschäftsführenden" Vizepräsidenten Oberbaurat Stricker als Vorsitzenden geschrieben. Das Statut der Gemeinde sieht keinen „geschäftsführenden" Vizepräsidenten vor. Hakoah — Tabellenführer Durch ihre am 27. Februar erkämpften Sieg Uber S. C. Del-Ka gelang es der Hakoah, die Tabellen-' spitze der Ersten Wiener Liga zu erreichen. Allerdings muß berücksichtigt werden, daß die bisherige Spitzenmannschaft Austro-Fiat um ein Match im Bückstand ist. Jedenfalls scheint Hakoah ihre einstige Spielfreudigkeit wiedererlangt zu haben. Rassisches und Klassisches. Die 15. Aufführung der Revue von B. Weiser und V. Schlesinger findet am 6. März um ^9 Uhr abends im Militärkasino statt. Der Reinertrag fließt dem Verein „Mathilde', zu. Anschließend Tanz. Ballorchester Fuks witty Vexers und Wolfsthal. Ab heute „Die gute alte Zeit" im Ronacher. Die neue große Gyimes-Variete"-iSchau, die heute, Dienstag, im Ronacher zur Erstaufführung gelangt, trägt den Titel „Die gute alte Zeit" und spielt im Wien der Jahre 1890 bis 1900. Unter den 18 Bildern sind besonders hervorzuheben „Gänsehäufel", HochsfraMbrunnen, Prater, stummer Film. Cancan im „Maxim", Zirkus 1900 und Untergang der „Titanic". An besonderen internationalen artistischen Attraktionen wurden gewonnen: der berühmte Balancekünstler Unus, die akrobatischen Clowns 5 Mendez, Fantasia mit ihren Licht- und Wasservisionen, die Parodisten Bood und Bood, Crockers Wunderbären und andere mehr. Ais Solisten wirken mit: Lola von Hübner, Herta Mayen, Fritz Steiner, Luis Mitznegg und Theo Prokop. Ferner spielt auf der Bühne eine Deutschmeisterkapelle, tanzen die Ronacher-Girls, Beauties und Ronacher- [ Boys. Insbesondere sind über 100 Mitwirkende in 300 Kostümen zu sehen. Die neue Schau wird schon in der Nachmittagsvorstellung um 4 Uhr gezeigt. Judenstaatsjugend____ Dienstag, den 1. März 1938, h*Jb 9 Uhr abends im Zentralheim, II, Praterstraße 30 VORTRAG Referent: Oberinspektor Theodor ENGEL Thema : Wie kam es zur heutigen zionistischen Lage? Gäste willkommen! Wir bitten für unsere alten u. arbeitsunfähigen BLINDEN um Spenden. Für die blinden Musiklehrer, Klavier* Stimmer, Korbu. Sesselflechterwwie Bürstenmacher bitten wir um Arbeit HUfsveeeiH det iiidisclteu BUmUh Wien II, Rembrandtslraße 18 — Telephon A - 47 - 2 - 77 Postsparkassen-Konto A-133.213 KINO-PROGRAMME KHWEDEH Greta.Garbo,.Charles Boyer Cm Beginn: V.3, 5, V-,8, U ValO Uhr. T«l. A-A9-0-60 J J * ~ 5. Woche Vorverkauf ab 10 Uhr vormittags ununterbrochen ugarten- Kino II, Untere Augartenstraße 28 Telephon A-40-5-98 1. bis 3. März Sacha Guiftry in der Komödie Mein Vater hat recht gehabt HELIOS IIJABORSTRASSENr.36 Vak Vti V?8 V»10 NESTROY KINO II. PRATERSI RASSE Nr.34 %4 Vi6 y*8 <A10 Uraufführung des stärksten jiddischen Films der Gegenwart 1 E I DVBUK in jiddischer Sprache mit deutschen Fußtiteln Eigentümer, Verleger, Herausgeber: Oberbaurat Robert Stricker. Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kolb. — Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ignaz Steinmann, alle Wien, IX.,. Universitätsstraße 6-8. @d)ott vor mefjt ate 30 Safyren ffTiirfon fennrlnm» _ (^rfwtfinrmtt-Wrrrprr I Sefct ift bie 3eit oer fleinften greife. Ab 2 Groschen lOOOe Spitzen-Reste für lauften Sparfame — Sd)iffiuanns2Baren! kleine ttnjeigett grorjer Dffafionen llrtei'Ien Sic felfift Wäsche u. Vorhänge pro Meter — Klöppelspitzen, weiß, ecrü u. bunt S 0,05 p. m.... bei Schiffma'nn FUr jede Damel Charmeuse - Rockkombination mit schönem Motiv, Gr. 1—3, in Wäsche' färben, nur S 2,50 Schiffmann bei Waschstoff-Reste Wäsche - Streif-Flanelle 59 g, Ripspopeline, drap, 75 g. Mode-Tupf-Velours 98 g, Winterdirndlstoffe, 70—80 br, S 1,25, alles p. m, in Resten von 1—5 m bei Schiffmann Wollstoff-Reste Kleider-Crepe, 70 br. (bis i m) pro m S 2,25. Kleider-Melee, 130 breit (bis 3 m) per m. S 3,— bei Schiffmann Beispiellos Sportanzüge für Knaben b. 14.J. (Sakko, Knickerbocker) nur S 6,90 — Hubertusmäntel f. Mädchen u. 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