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Die neue Welt · 1938-02-25 · Heft 730 (25.2.1938) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
12 (1938)
Issue
Heft 730 (25.2.1938)
Date
1938-02-25
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 730 vom 25, Februar 1938 Sdiaufuriteti des Makkabi Zum 40. Jubiläum Es war ein Schauturnen, welches wie in früheren Jahren den Höhepunkt der jüdisc.jn Saisonveranstal tungen in Wien bildete. Freudige Stimmung herrschte bei Turnern und Besuchern, die zum größeren Teil ebenfalls früher Turner waren, und sogar aus entfernten Provinzorten gekommen waren um nach oft zwanzigjähriger Trennung alte Bekannte zu begrüßen und einander ihre Kinder zu zeigen, die eine in jeder Hinsicht wohlgeratene Turnerjugend erkennen ließ, aus der schon einige tüchtige Vorturner hervorgegangen sind. Die erschienenen Vertreter der jüdischen Behörden sowie der V. F. und des Sokol, wurden lebhaft begrüßt; dann folgten die turnerischen Vorführungen aller Altersstufen, von ganz kleinen Kindern bis zur Alt-Herren-Riege, in der ein 69jähriger Turner, früherer Obmann, wohl der älteste, aber nicht der am wenigsten gelenkige Turner war. Im ganzen war der Eindruck der Disziplin, der turnerischen Haltung aller Abteilungen, Männer, Frauen und Zöglinge, ein vorzüglicher. Es wurde kein schönfärberisches Bild geboten, man sah Turner aller Geschicklichkeitsstufen und bei allen die Befriedigung über ihre gelungenen Leistungen. Am effektvollsten waren natürlich die Exaktheit, Eleganz und Kraft der Darbietungen der Musterriege. Auffallend war die. Zusammensetzung dieser Riege, die ausnahmslos mittelgroße, aber stämmige, durchaus harmonisch ausgebildete Turner aufwies. Diese Riege gab damit ungewollt einen sinnfälligen Ausdruck des Zieles der ganzen Makkabibewegung: Züchtung eines guten, gesunden Durchschnittstypus, unter Verzicht auf Einseitigkeit, Punkteschinderei und Rekordwahnsinn Dementsprechend konnte ein sichtlich gutes Zusammenarbeiten zwischen Vorturnern und Riegenturnern ebenso konstatiert werden wie die ungezwungene Einordnung in die Riegengemeinschaft. Aus den Augen der Turner las man die neidlose Freude über gelungene Leistungen des Nebenmannes. Als letztes, aber nicht Geringstes sei die gut-jüdische Atmosphäre der ganzen Veranstaltung hervorgehoben. Hebräisches Kommando für die Wendungen, vor allem aber die nicht genug zu lobende Kapelle Isi Geiger mit ihren auf echt klesmerische Art gebrachten jüdischen Melodien, nach deren Rhythmen die Aufmärsche und Freiübungen durchgeführt wurden, gaben — neben der turnerischen Arbeit — der Veranstaltung den Charakter echt jüdischen Lebens, überzeugender, als es noch so laute rhetorische nationale Bekenntnisse imstande wären. Es kann jeder Jude, jung oder alt, mitoder ohne turnerischer Vorbildung, jedem Verein des Wiener Makkabikreises vertrauensvoll beitreten und dort den Frohsinn gewinnen, der aus der körperlichen Arbeit, in einem Kreise freundlich gesinnter Volksgenossen in natürlicher Art besteht. Ing. F. G u t m a n n. Zum Tode Israel Nagels. Wie wir erfahren, ist vor einigen Tagen der bekannte Zionist Israel Nagel im Alter von 69 Jahren in Wien gestorben. Schon als junger Mann hatte sich der Verstorbene der zionistischen Bewegung in Oallzlen angeschlossen, wo er, gemeinsam mit den verdienstvollen Zionisten wie Adolf Stand, Dr. Thon Berkowitsch, Ehrenpreis, Dr. Gutmann die Grundlagen für die zionistische Bewegung im Osten der Habsburger-Monarchie schuf. Dem ersten zionistischen Verein Galiziens, ,,M ikro-Kodesch", widmete er seine Kräfte und arbeitete auch an der Zeitschrift „P r z y 1 o s e" mit. Ein Mann von umfassender jüdischer und allgemeiner Bildung, war er sein ganzes Leben lang für die Interessen des jüdischen Volkes tätig, so daß man sagen kann, sein Hinscheiden sei ein großer Verlust für uns alle. Seiner Familie wendet sich die Teilnahme aller seiner Freunde und Bekannten zu. Monatsschrift „Palästina" (Herausgeber Adolf Böhm, Wien). — Nr. 2 enthält eine Reihe von besonders interessanten Beiträgen. Dr. E. Bromberger schreibt über „Die Triebkräfte.der jüdischen Wirtschaft" und -wägt die äußeren und inneren Faktoren ab, die auf die Wirtschaft in Palästina einwirken. Dr. Erwin Wittkowski schreibt, über die ,,Z i onistische Industrie politi k". Er untersucht die Lage der jüdischen Industrie und ihre aktuellen Bedürfnisse. Ing. Markus Reiner stellt an Hand einer Spezialkarte Betrachtungen darüber an, wie „Die Hauptstadt für den Judenstaat" gelegen sein müsse, um den administrativen, strategischen und ökonomischen Bedürfnissen zu genügen. A. b. bespricht „Die Frage der Unabhängigkeit Syriens" (mit Karte) und zeigt, welche schweren inneren Probleme dieser 'neue Staat zu lösen hätte. L. m. r. schreibt über „Politische Literatur". Dr. Alfred Michaelis steuert, wie allmonatlich, einen sachkundigen Bericht über den Stand der Wirtschaft bei, der diesmal besonders detailliert und mit reichem Zahlenmaterial illustriert ist. Nachrichten und Daten sowie Bücherbesprechungen schließen das Hett. — Administration: Josef Hajeks Nachflg. Friedrich Holzer & Co., Wien, XVII., Kalvarienberggasse 32. Tel. A-25-5-03. Verein für jüdische Geschichte und Literatur. In der am 14. Februar stattgefundenen Generalversammlung wurde folgender Ausschuß gewählt: Obmann: Rektor Prof. Dr. Samuel Krauß; Obmann-Stellvertreter: Rabbiner Dr. Moses Rosenmann, Obermedizinalrat Dr. Heinrich Haase; Vorstandsmitglieder: Kommerzialrat Theodor Ehrenstein, Dozent Dr. Isidor Fischer, Vizekonsul Dir. Joab Friedmann, Hofrat Dr. Siegmund Fuch9, Hans Heller, Alfred May, Dr: Ernst Pins, Sandor Wolf. Als neue Vorstandsmitglieder wurden aufgenommen: Prof. Dr. Karl Kupfer und Dr. Josua H o r 0 w i t z. Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Wien, II., Ferdinandstraße 23/8. Montag, den 28. Februar 1938, im Klubsaale der „Hakoah". I., Wiesingerstraße 11 (Caf6 Atlashof, eigener Eingang, Souterrain), Vortrag des Herrn Dr. Josef Loewy: „Englische Bibelübersetzunge n." Beginn V-8 Uhr abends. Eintritt frei. Gäste -willkommen. Die 4 Fragen! 1, Warum soll man zu Pessach nur „Schmidl-Mazzoth,, essen???? Weil „Schmidl-Mazzoth" aus nur wirklich allerfeinsten, sorgfältig ausgesuchten, besonderen Weizenmehlsorten, in modernsten, peinlich sauberen Fabriksräumen erzeugt werden und einen köstlichen Wohlgeschmack besitzen. 2. Warum nur „Schmidl-Mazzoth-Grieß" und Farvel??? Weil sie die Vorzüge — wie ad 1. — haben und nach einem besonderen, in fast SOjähriger Erfahrung erprobten Verfahren erzeugt werden, wobei auf leichte ' erdaulichkeit und Bekömmlichkeit geachtet wird. 3, Warum soll man „Schmidl-Mazzoth" allen anderen vorziehen???? Weil sie das „Beste vom Besten" sind, im Wohlgeschmack, an Sauberkeit und Kaschruth unübertroffen und mit keiner anderen Marke zu vergleichen. 4. Warum soll man bei Mazzoth-Einkauf auf die Marke „Schemidl" achten???? Weil es möglich ist, daß man Ihnen irgendwo andere, weniger gute, weniger verläßliche Mazasoth, an Stelle der seit fast 50 Jahren bei. Zehntausenden mit &ctt& 0Q beliebtes „Schmidl-Mazzoth'* gibt, Eine Konferenz jüdischer Jugendorganisationen Wiens Anläßlich der Anwesenheit des Generalsekretärs des Jugenddepartements des Jüdischen Weltkongresses, Jacques Jcfroykin (Paris), fand eine Konferenz aller jüdischen Jugendorganisationen Wiens, ohne Unterschied der Partei — auch der Akademische Verband der Union österreichischer Juden war vertreten —, statt. Referate wurden erstattet von Jacques Jefroykin und Dr. Biencnfeld. Alle anwesenden Vertreter der Jugendorganisationen waren sich darüber einig, daß die österreichische jüdische Jugend in traditioneller Treue zu Oesterreich an der Gleichberechtigung der Juden festhält und entschlossen ist, über alle Parteidifferenzen hinaus diese Kochte zu wahren und diejenigen Organisationen zu unterstützen, die sich den Kampf um die Gleichberechtigung der Juden zur Hauptaufgabe gemacht haben. Kxposituren des Jugenddepartemcnts des Jüdische 11 Weltkongresses sind in fast sämtlichen Ländern Europas und der Uebersco errichtet worden. Im Jahre 19119 findet ein Weltkongreß jüdischer Jugend statt, an dem alle judischen Jugendgriippcn der Welt, mit Ausnahme des „Bund" und der Kommunisten, teilnehmen werden. Uebcrdics kooperiert das Jugenddcpartement mit internationalen Jugendorganisationen, insbesondere mit der Genfer Organisation Youth Movement for Pcace, die unter dem Protektorat von Lord Kotiert Cecil steht, und der u. a. auch das Oesterreich ische Jungvolk angehört. Bei der Ende Dezember stattgefundenen Konferenz des National Council in Genf war die jüdische Jugend vertreten und konnte erreichen, daß bei dem im nächsten Jahre stattfindenden Kongreß der Internationalen Jugendbewegung die Frage der Minoritäten als Problem des internationalen Friedens behandelt werden wird. In der Zelt vom 21. Februar bis 1. März findet in Prag die zweite Konferenz des Council statt, bei der die jüdische Jugendbewegung nls gleichberechtigte internationale Organisation durch Jefroykin vertreten sein wird. Amtliche Verlautbarungen der Bfaael. Kultusgemeiiide Wien* Israelitische Jugendgottesdienste. 1. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschüler und -Schülerinnen: Samstag, den 26. Februar, um 3 Uhr nachmittags in allen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. 2. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler und -Schülerinnen der Unterklassen im IL, IX. und XX. Bezirk: Sanistag, den 26. Februar, um y45 Uhr nachmittags im Leopoldstädter Tempel, II., Tempelgasse 5. und in den Bezirssynagogen, IX., MUHnergasse 21, und XX., Kluckygasse 11. 3. Gottesdienst für die reifere Mittelschuljugend: Freitag, den 25. Februar, um 7 Uhr abends im Stadttempel, L, Scitenstettengasse 4. Predigten in den Synagogen. Freitag, den 25. Februar, bei den um 5 Uhr 25 Minuten beginnenden Abendgottesdiensten in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen, und zwar: I., Seitenstettengas.se 4 (Oberrabbiner Dr. I. Tagiicht); III., Untere Viaduktgasse 13 (Rabbiner Doktor K. Kupfer); V., Siebenbrunnengasse la (Rabbiner Dr. M. G. Mehrer); VI., Schmalzhofgasse 3 (Rabbiner Dr. J. Drobinsky); VIII., Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer); IX., Müllnergasse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz); X., Humboldtgasse 27 (Rabbiner Dr. A. Weiner); XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Doktor H. J. Zimmels); XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach); XIX.. Doliinergasse 3 (Rabbiner Dr. A. Frankfurter); XX., Kluckygasse 11 (Rabbiner Dr. B. Murmelstein). Samstag, den 26. Februar, beim Vormittagsgottesdienst Schrifterklärung: XXL, Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Doktor M. Rosenmann); um Uhr nachmittags Vortrag aus + dem Schulchan Aruch: XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Dr.H.J.Zimmels). Kundmachung. Das Rabbinat der Israelitischen Kultusgemeinde Wien bringt zur Kenntnis, daß es ab 20. Februar 193S die rituelle Beaufsichtigung der Weinhandlung des Herrn Samuel Markus Silber, IL, Rotensterngasse 22, bis auf weiteres übernommen hat . Opernstudio. Sonntag, den 27. d. M., um 20 Uhr findet im Theatersaal des tschechischen Nationalhauses, XV., Turnergasse Nr. 9, die erste Aufführung des neugegründeten Opern« Studios des B. J. F. statt. Zur Aufführung gelangt „Der Freischütz" von C. M. Weber. Mitwirkend die Damen Vally Fiorl, Gina Zlnner-Pagim, die Herren Hugo Sterne, Edmund Mühl stock, Dr. Alfred Grün, Walter Kathammer, Ernst Fleisch mann. Karten von S 3.— bis —.80 im Sekretariat des B. J. F., I., Bräunerstraße 2, und an der Abendkasse. Danksagung. Außerstande, für die mir so zahlreich zugekommenen Beweise der Teilnahme an meinem unersetzlichen Verlust jedem Einzelnen zu danken, bitte ich, meinen innigsten Dank auf diesem Wege entgegenzunehmen. Oberkantor Josef Feuer. Oberkantor Moses Kussowitzky, welcher mehrere Male in Wien als Gast gesungen und gefallen hat, teilt uns auf viele Anfragen mit, daß Schallplatten von ihm aufgenommen wurden. Wie wir in Erfahrung gebracht haben, sind diese und viele andere Neuheiten im Musikhaua Excelsior, Wien, I., Franz-Josephs-Kai 15, erhältlich. Unsere Leser werden gebeten, direkt dort Kataloge zu verlangen. Tel. R-21-4-46. Austritte aus dem Judentum Alfred Fischer, Kaufmann, verheiratet, geb. 9. März 1893 vn Wien, V., Margaretenstr. 112/3. — Walter Klein, kunstgewerbl. Erzeuger, ledig, geb. 29. September 1911 in Wien, T., Kohlmessergasse 3. — Dr. Eva Firkel, Aerzt.in, verheiratet, geb. 25^März 1906 in Breslau, VIII., Josefsgasse 5. — Max Kanitzer, Geschäftsvermittler, ledig, geb. 6. Oktober 1893 in Wien, XVIII., Hans-Sachs- Oasse 17. — Anna Kxedel, geb. Epstein, Private, geboren 26. Juli 1901 in Frankfurt a. M., verh., XIX., Himmelstraße 30. — Gisela Mimlich, ledig, geb. 25. Jänner 1919 in Wien, XVII., Rhigasgasse 4. — Dr. Kurt Kreisler, Privater, ledig, geb. 18. Juli 1908 in Wien, III., Schwarzenbergplatz Nr. 7. — Leo Deutsch, Vertreter, verh., geb. 25. November 1903 in Wien, III., Kolonitzgasse 7. — Sigfrid Jucker, geb. 3. April 1902 in Velka Bytca, geach., Wien, IX. — Amalia Braun geb. Wallis, geb. 25. Oktober 1853 in Trebitsch, verwitwet, III., Ziehrerplatz 9. — Alexander Heinrich, Beamter, geb. G. September 1889 in Rechnitz, Burgenland, verh., XVII., Eiterleinplatz 4. — Kurt Kraus, ledig, geb. 29. Jänner 1910 in Wien, X., Landgutgasse 10. — Augustino Eltzholz, ledig, geb. 8. Jänner 1901 in Wien, XV., Wurmsergasse 45-47. — Johann Leopold Schnabl, geb. 15. November 1894 in Neapel, verh., Wien, XVIII. — Lotte Herland, geb. 3. Jänner 1919 in Wien, ledig, III., Adamsgasse 5. WOCHENsKALENDER FÜR DAS JAHR 5698 Februar-März '« YIK rmn Adar 1 Freitag 25 24 Sabbateingang 5.20 Samstag 26 25 Sonntag 27 26 Montag 28 27 Dienstag 1 28 Mittwoch 2 29 Donnerstag 3 30 Eigentümer, Verleger, Herausgeber: Oberbaurat Robert Stricker. Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kolb. — Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ignaz Steinmann, alle Wien, IX., Universitätsstraße 6-8. 6d)on rjor nttfjr ate 30 Sohren faufien 6pavfame — Sc()iffmanns2Barcn! kleine St ti jetgen 3eht ift bic 3cit ber fleinfteu greife. a.ro&er Dffafiortcrt Urteilen Sic Ielö)t Ab 2 Groschen lOOOe Spitzen-Reste für Wäsche u. Vorhänge pro Meter — Klöppelspitzen, weiß, ecrü u. bunt S 0,05 i. . . . bei Schiffmann Für jede Dame! 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