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Die neue Welt · 1938-01-18 · Heft 719 (18.1.1938) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
12 (1938)
Issue
Heft 719 (18.1.1938)
Date
1938-01-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 719 vom 18. Jänner 1938 Paläslina>Kommisson soll im Febtuar tagen Aus London: Wie die Jüdische Telegraphen- Agentur aus autoritativer Quelle erfährt, wird sich die neue Palästina-Kommission aus drei bis vier Mitgliedern, Fachleuten für Finanz-, Wirtschafts- und Grenzziehungsfragen, zusammensetzen. Ein Mitglied der Kommission wird Experte für Fragen des Nahen Ostens sein. Da dfe Regierung, wie verlautet, für die letztgenannte Funktion nicht eine Person zu bestimmen wünscht, die mit Juden oder Arabern in irgendeiner Verbindung steht, dürfte für sie ein höherer Beamter des i n d i 3 c h e n Zivildienstes auersehen sein. Man erwartet, daß die Kommission, nicht wie anfangs geplant, erst im März, sondern bereits im Februar ernannt werden und sich dann sofort nach Palästina begeben wird. Ihr wird kein Mitglied der Peel-Kommission angehören, da die Regierung nicht wünscht, daß in der neuen Kommission Personen sitzen, die sich bereits auf Teilung festgelegt haben. „Manchester Guardian" schreibt: Die Erwartung, daß das Weißbuch der Unklarheit und Unsicherheit ein Ende machen werde, hat sich nicht erfüllt. Im Gegenteil, das Weißbuch ist eine Quelle neuer Sensationsgerüchte geworden. In arabischen Kreisen glaubt man, daß aus dem für den zu schaffenden jüdischen Staat vorgesehenen Territorium Galiläa ausgeschieden werden wird. Das ist absurd Zwar ist es nicht ausgeschlossen, daß kleinere Gebiete aus dem jüdischen Territorium fortfallen werden, doch kann keinesfalls davon die Rede sein, daß man den Juden ganz Galiläa wegnimmt. Der konservative „Spectator" schreibt, das Weißbuch schaffe eine Pause, in der vor der endlichen Lösung des Problems die ganze Angelegenheit nochmals geprüft werden soll. Palästina-Nadi richten Eine Abordnung der Chauffeure der „Egged"-Autobusgesellschaft sprach im Hauptbüro der Jewish Agency in Jerusalem vor und überbrachte die Forderung der Chauffeure nach Bewaffnung. Der Leiter des politischen Departements der Jewish Agency, Mosche Shertok, erwiderte der Abordnung, die Jewish Agency habe die Palästina-Regierung seit dem Ausbruch der Unruhen gedrängt, die Chauffeure zu bewaffnen, um dadurch die Sicherheit auf den Landstraßen zu erhöhen. Man wartet noch immer auf die Antwort der Regierung. , . . * Im Monat November 1937 stieg der Export aus Palästina um 25 Prozent gegenüber November 1936 und um 195 Prozent gegenüber dem gleichen Monat 1935. Exportiert wurde für 536.247 Pfund, wobei an der ersten Stelle der exportierten Waren Zitrusfüqhte stehen, denen folgen: . Kleider, Textilien, Seife, Wein, Oel usw. Der Import in Palästina belief sich im November 1937 auf 1,384.427 .Pfund gegenüber 1,450.356 Pfund im gleichen Monat 1936. Gegenüber November 1935 sank die Import- Ziffer um 10,7 Prozent. * Offiziell wird mitgeteilt, daß der gewesene Direktor des Finanzdepartements in Kenya, Geoffrey Walsh, zum wirtschaftlichen Ratgeber des High . Commissioner in Palästina ernannt wurde. Aufgabe des Beraters wird es sein, sich mit allen mit Handel und Industrie in Palästina zusammenhängenden Fragen zu befassen, sowie mit den Handelskammern, Industrieverbänden usw. zusammenzuarbeiten. Geoffrey Walsh, der heute 53 Jahre alt ist, ist in der britischen Verwaltung seit 1906 tätig und besitzt große Erfahrung in kolonialen Angelegenheiten. * Auf der ersten Generalversammlung der Tel-Aviver Ortsgruppe der „Meeresliga" wurde der Bericht über die bisherige Tätigkeit der Liga erstattet. Danach zählt die'Liga heute insgesamt 10.000 Mitglieder, davon allein in Tel-Aviv "6000. * Aus einer vom Rat der Jüdischen Gemeinde Jerusalem veröffentlichten Statistik ist zu ersehen, daß die jüdische Bevölkerung Jerusalems gegenwärtig 7 8.7 00 Seelen zählt. Waffen aus Lybien Aus Jerusalem wird gemeldet: Die libanesische Polizei entdeckte einen beträchtlichen Waffenschmuggelverkehr von Tripolis nach Palästina. Sie beschlagnahmte eine Reihe von Waffen- und Munitionstransporten und verhaftete die Schmuggler. Es stellte sich heraus, daß die Schmuggelwaren in Segelbooten von Lybien gebracht worden waren und dann in Lastwagen unter für Palästina bestimmte Eier und Gemüse verborgen wurden. Ciegen Heizpropaganda In arabischen Kreisen verlautet, daß Frankreich Großbritannien vorgeschlagen hat, gemeinsam gegen die faschistische und Nazi-Propaganda im Nahen Osten vorzugehen. Generalversammlung des Sportklubs „Hakoah". Die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Sportklubs „Hakoah" findet am Dienstag, den 8. Februar, um 19 Uhr, im Klubheim der „Hakoah", I., Wiesingerstraße 11, statt. Tagesordnung: Berichte, Neuwahlen, Statutenänderung, Anträge, Anfälliges. Anträge zur Generalversammlung müssen gemäß den Statuten acht , Tage vor dem Termin der Versammlung schriftlich dem Sekretariat übergeben werden, Japans Stellung zur Judenfrage Aus Ch a r b i n wird berichtet: Am 11. Jänner begann hier die erste Konferenz der Jüdischen Gemeinden von Japan, Nordchina und Mandschukuo. Im Mittelpunkt der Konferenz, an der sich Delegierte aus Mukden, Osaka, Tientsin, Kobe u. a. beteiligten, stand eine wichtige Ansprache des Oberkommandierenden der japanischen und mandschukuanischen Truppen, General Higuchi, der eine offizielle Erklärung der Haltung Japans gegenüber den Juden abgab. Diese Erklärung ist um so wichtiger, als die kriegerischen Verwicklungen in Fernost die. Lage der Juden in diesen Gebieten wesentlich beeinflussen und die enge politische Verbindung Japans mit dem nationalsozialistischen Deutschland eine ungünstige Rückwirkung' auf das jüdisch-japanische Verhältnis befürchten ließen. General Higuchi erklärte in seiner Rede: „Es ist mir eine besondere Freude, die Vertreter der jüdischen Gemeinden von Mandschukuo, Nordchina und Japan zu begrüßen. Ich freue mich besonders, daß diese Tagung die Bedeutung der gegenwärtigen ernsten Zeit im Fernen Osten erfaßt und eine Entschließung angenommen hat, in der sie die Loyalität der jüdischen Gemeinden Japan gegenüber zum Ausdruck bringt. Ich glaube, daß eine solche Loyalitätserklärung im gegenwärtigen Augenblick wichtig für die Wiederherstellung des Friedens im Fernen Osten ist. Wir Japaner kennen sehr wohl die Schwierigkeiten, die die Juden in ihren Bezishungen mit anderen Völkern haben, und es sind unß auch die Folgen dieser Schwierigkeiten bekannt. Die nationale Einheit des jüdischen Volkes ist trotz der Tatsache, daß es seit 2000 Jahren kein Land mehr sein eigen nennt, auch heute noch sehr stark. Japan erkennt an, daß die Juden im ganzen Verlaufe ihrer GescCtfchte höchst positive Leistungen aufzuweisen haben. Die Tatsache, daß die Juden nicht assimiliert werden wollen, erklären wir aus dem Wesen des jüdischen Volkes, aus seinem Genius, seiner Frömmigkeit und Religion, wie auch aus seinem starken nationalen Bewußtsein. Es ist kein Zweifel, daß im Falle einer Wiedererrichtung des jüdischen Staates der jüdische Nationalismus wieder erwachen und das jüdische Problem zum Schwinden bringen ^wird. Wir Japaner heben keinen Rassenhaß. Wir sind Freunde des j üd i sehen Vol k e s und wünschen Zusammenarbeit mit dem: jüdischen Volke für Frieden und Eintracht unter den Völkern. Wir sind bereit, mit den Juden geschäftlich und sozial eng zusammenzuarbeiten. Japan bietet euch, Juden, , die vollste Möglichkeit, in weitestem Maße Geschäftstätigkeit zu entfalten." Zum Schluß wünschte der General der Tagung besten Erfolg und sprach die Hoffnung aus, daß die Juden ihre historische Mission im Fernen Osten, nämlich Frieden und Eintracht zu verbreiten, erfüllen werden. # Der Präsident der Jüdischen Gemeinde und der Zionistischen Organisation in China, Dr. A. Kaufmann, eröffnete die Tagung, die durchaus zionistischen Charakter trug. Der Eröffnungssitzung wohnte außer den höchsten Beamten der japanischen und mandschukuanischen Verwaltung der Präsident der weißrussischen Gardisten, General B a k s c h i e w, bei. Es wurde u. a. eine Resolution angenommen, in der Mandschukuo und Japan gegenüber Loyalität ausgedrückt wird. Das wichtigste Resultat der Tagung besteht darin, daß ein gemeinsamer Rat der Jüdischen Gemeinden für die Staaten Mandschukuo, Nordchina und Japan gewählt wurde. Die bisherigen Berichte über die Lage der Juden in Fernost und die Haltung der Japaner gegenüber den Juden waren ungünstig. Der vorliegende Bericht ist geeignet, die diesbezüglichen Besorgnisse abzuschwächen. KINO--PROGRAMME c,HW??iBN ..Tarantella f£UlA#CnEM V«H.M|AIIA" Beginn: %<i, Vift, 'AB, ftIO Uhr. Tel. A»49*0-60 mit JEANETTE MACDONALD Vorverkauf ab 10 Uhr vormittags ununterbrochen Ousarten- Kino H Schtogerfilm In jiddischer Sprache II, Untere Augarien Straße 28 Telephon A-40-S-98 | ü Beginn: a/,4, 1 .8 m |V410Uhr iir Eigentümer, Verleger, Herausgeber: Oberbaurat Robert Stricker. Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kolb. — Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ignaz Steinmann, alle Wien, IX., Universitätsstraße 6-8. <£tne gern* grofte <5adje in fcfl* intereff nnfen SUeinen 9(n$eigen Wut 39 (ötofdjctt £amen*2Kelee*Sttümpfe 2. 2Bat)I ober <petren* 6ocfen, glatt unb irre* ftert, 2. SBaJjl — jeijt bei Schiffmann. Um 49 titeoföen befommen 6ie — %a* borjtta&e.. 48 £a,men* 9TCafo * 9lipp * Sjemben ober *$ofen, in allen garben unb ©täfeen. SamettsSBeftc obet Herren * ^ulloner mit langen 3termeln S 2.90, dfjarmeufe * 9?ocffombi* nation, alle garben uni» ©rö&en, S 2.90. 2«ci&nt=3cl) (a$c v: ©ouore*Äunftfeibe, bie grofje aftobe, ober iljour* Äunftfeibe für 931ufen unb Äleiber, per 93?eter nur S 1.98. 3 «S^ttlj^ditaöcr: Sct>,nürftiefel, für Äna* ben unb Sftäbcfycn, ©r. 31—35, S 7.90. 3>omen* 33arifer, fäjmara ober braun, S 8.90. Herten« $albfc^tir>e, £ebec ober Sämifcr), fcfjtDara ober braun., S 9.90. Solange Söoctat! 3nterlotf * Sjemb ober §ofe nur 89 ©rofehen, Samen Scfjafmollljofen, alle ©röjjen, nur S 1.90, Sperren * ftlor** Änie* 'trümpfe, einfarbig., mit Summiaug, 2. SBafcl, 98 ©rofttjen — bei Scbjffmann. SSfcrtme $<xu£- frfjuTjc mit Umfchlag unb $uf* ferl, tariert, öila* unb ßeberfoble, ©r. 36—42, roahrenb ber Scf/iff* mann * 3noeniur mit S 1.90. 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SBahl, je^t nur 98 ©rofcf)ett — U% Qäfifimxmi ■ $efoe Sxtwe ft?mtcl)t'S: ©ummi * Schlüpfet mit «einen Dehlern S 1.98, Wm\ »awtt mit Schleier S 1.98. ßebet* £anbiaftf)e mit ÜHeifjoer* ichjufe, 24 bis 30 cm, ß 490 fei 6d>iffmamt, üfttt 69 ©tieften oetfauft jefjt Scfijff* mann: ^erren - Sport* Strumpfe mit (Bummi* 3ug, 2. 2Bal)l, unb ftin* bet * patent * Strümpfe (bis 14!?afjre) ober «ßorjellan * Äaffeefdjalen mit Xaffe> feforlwtr

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