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Die neue Welt · 1938-01-07 · Heft 716 (7.1.1938) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
12 (1938)
Issue
Heft 716 (7.1.1938)
Date
1938-01-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 3 DIE NEUE WELT Nr.. 716 vom 1. Jänner 193Ä *A sensationell billigen Preisen! AUS ALLER WELT Frankreich hat keine antisemitische Tradition Inl Zusammenhang mit den Ereignissen in Rumänien beschäftigt sich der nationalistische Abgeordnete Henri de Kerillis mit der Frage, ob die Welle des Antisemitismus, die in zahlreichen Ländern Europas festzustellen ist. auch Frankreich erfassen werde, und er gibt darauf folgende Antwort: Im Geiste des französischen Volkes knüpft der Antisemitismus nur an sehr vage Erinnerungen an und er findet keine solide Tradition. Er existiert nicht bei der ungeheuren Masse der Bauern, Arbeiter, Katholiken, und am meisten findet man ihn noch bei der mittleren Bourgeoisie, vor allem in den großen Städten. Keine republikanische . politische Partei bekennt sich offiziell zum Antisemitismus, weder im Programm von Louis Marin, noch bei Taittinger,, noch bei de la Rocque, noch bei Doriot ist die ■geringste Spur von Antisemitismus zu finden. Polnischer Episkopat gegen Rassismus Auf der ersten Synode der katholischen Bischöfe Polens, die hier in Gegenwart des päpstlichen Nuntius stattfand, wurden Entschließungen angenommen, die sich scharf gegen den Faschismus, den Chauvinismus und gegen die rassischen Doktrinen wenden. In weiten Kreisen findet das Vorgehen der in Polen sehr mächtigen katholischen Kirche größte Beachtung. Man sieht idarin eine Gegenaktion gegen die durch die Ereignisse in Deutschland und Rumänien stark zunehmenden nationalen Gruppen. Juden dürfen Deutschland nicht verhissen Aus Strasbourg wird gemeldet, daß die deutschen Grenzbehörden an den französischen und schweizerischen Grenzstationen jüdische Ausreisende anhalten und ihre Pässe beschlagnahmen. Gleichzeitig wird ihnen mitgeteilt, daß eine Bestimmung erlassen wurde, daß ab 1. Jänner Juden Deutschland nicht verlassen dürfen. Eine Ausnahme von dieser Regel isei nur in besonderen Fällen möglich. . Bernstein muß seine Bed Star-Aktien an Arier abgeben Der Hamburger Heeder Arnold Bernstein, der sich bekanntlich in Haft befindet und gegen den gegenwärtig ein Devisenprozeß geführt wird, hat sein großes Aktienpaket der Bed Star Line und der Hamburger Bernstein-Linie dem Keglerungskommissär Beoge zum Verkauf an arische Interessenten zur Verfügung gestellt. Huligans schlagen einem jüdischen Passanten in Lodz beide Augen aus In Lodz überfielen Huligans einen jüdischen Passanten, Leiser Engel, auf offener Straße und schlugen ihm beide Augen aus. Engel wurde in lebensgefährlichem Zustand abtransportiert. Die neue jüdische Gemeinde in Oporto (Portugal) Aus Oporto (J. T.-A.): Die Jüdische Gemeinde von Oporto (Portugal) feierte den Geburtstag des Kapitän BarosBastos. Kapitän Baros Bastos ist der Gründer der Gemeinde und Erbauer der Synagoge, die am 16. Jänner 1938 eingeweiht wird. Zur Feier versammelten sich: Portugiesen, die zur Gemeinde gehören; einige altansässige Ostjuden und zugewanderte Juden, aus Deutschland. Die Feier begann mit dem Maariw-Gebet unter Leitung des Kantors Herz. Dann richteten zwei portugiesische Professoren der Schule, die zur Synagoge gehört, eine Ansprache an Kapitän Baros Bastos. Es folgte eine gesellige Feier, die mit der „Hatikwah" abgeschlossen wurde. Verei'nsiiadiriditei» ' Der humanitäre Verein der Kosteier in Wien veranstaltet am Sonntag, den .16. d. M., in Hühners Park-' ftotel, XIII., Hietzinger Hauptstraße 12t einen Unterhaltungsabend unter der Devise „Eine Nacht in Köster*, dessen Reinerträgnis armen Kosteier Kindern zugeführt" wird. Wir laden zu diesem Abend alle unsere Landsleute, Freunde und Gönner höfl. ein. Chugr Iwrl (IX., Hörigasse 2, Sektion). Leitung: Professor Kestenbaum. Dlenstag.-den 11, Jänner, präzise »1*8 Uhr abends, Schiomo Auerbach: Moderne hebräische Dichtung (megllath esch): »/49 Uhr abends, Professor Kestenbaum; Tnach. ÜEebräiach sprechende Gäste willkommen. Oer J. S.-V. Hasmonea-MakkaM veranstaltet Samstag, den 8. Jänner, in den Prunksälen des Hotel Metropole, I., Morzlnplatz, einen Jubiläums-Featabend unter dem Eibrenprotektorat des Präsidenten des Jüdischen Sport- und Turnverbandes Oesterreichs, Herrn Dr. Otto Utafia. Bei der Mitternachtsakademie wirken u. a. mit: Kammersängerin Ella Flesch,' Fritz Grünbaum, Karl Farkas und Baby Pola. Karten ä S 3.— sindbel-folgenden Vorverkaufsstellen erhältlich: Hotel Metropole, I„ Morzlnplatz; Jüdische Kulturstelle, I.. Franz-Josefs-Kai 3; Reisebüro Universale, I„ Kämtnerring 5. und im Klubheim, Cafe" „Bfcanzensbrücke"., XU* »adet^kystrafi«,31, . f Kunst-Seidenstoffe DECTE ,n KuitfttMld«, mit kltlnsn Fehltrn REJIE oder Untermaß«, per Meter... 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Für S ,8.— vierteljährlich, erhalten die Mitglieder jeden Monat eine gediegene jüdische Monatsschrift,'welche alle brennenden Zeltfragen In freier und nachdrücklicher Welse beleuchtet, außerdem aber jedes Vierteljahr ein wertvolles wissenschaftliches, oder erzählende» Werk aus Jüdischer Feder. Mitglieder haben übrigens auch Tauscbrecht aus der gehaltreichen Wahlliste. Der Jüdische Buch-Klub ist'In seinem einjährigen Bestehen bereits zum Mittelpunkt der jüdischen Buohbestrebungen nicht nur InOesterreich geworden,, sondern auch in anderen Rändern, wo Juden wohnen und ihre Selbsterhaltungspflicht kennen und erfüllen» A. G. Zelre w'Hechaluz Hamlsraohi, II., Praterstraße 60. Samstag, den 8. Jänner, 8 Uhr abends, Vortrag des Herrn Dr. Paul Diamant über das Thema; »Chajea als Mensch und Gelehrter." Amftlidie Verlautbarungen der IfraeL Kultusgemeinde Wien* Israelitische Jugendgottesdienste. 1. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt-und Mitte 1- £ichüler(innen): Samatag, den 8. Jänner 1938, um 3 Uhr nachmittags in allen Gemeinde- und ' Bezirkssynagogen. — 2. Besondere Jugendgotteadienste für Mittelschüler und -Schülerinnen der Unterklassen im II., IX. und XX. Bezirk: Samstag, den 8. Jänner 1938, um KR Uhr nachmittags im Leopoldstädter Tempel, II., Tempelgasse 5, und in den Bezirkssynagogen IX., Müllnergaase 21, und XX., Kluckygasse 11. — 3. Gottesdienst für die reifere Mittelschuljugend: Freitag, den 7. Jänner 1938, um y3l Uhr abends im Stadttempel, I., Seitenstettengasse 4. Predigten In den Synagogen. Freitag, den 7. Jänner 1938, bei dem um 4.15 Uhr beginnenden Abendgottesdienst in der Gemeindesynagoge XVIII., Schopenhauerstraße 39: Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz. Samstag, den 8. Jänner 1938, beim Vormittagsgottesdienst Schrifterklärung, XXI., Holzmeistergasse 12: RabbüfiSr Dr. M. Rosenmann. GRABSTEINE F R1EDLÄN DER & DEUTSCH Wien, 1. Bez., Seitenstettengasse 2, III Samstag ^^^^^^^^^^^^^^jj^^^^j^^^^^^^^gj^^^J^j^^^^^^^^^^^^^g^ Adolf und Ignaz-Julie Marcelline Mautner von Mark* hofsche Stiftungen für Wiener Waisenkinder Verliehen werden: Je ein Stiftplatz a S 570.— an ein-Israelitisches Waisenmädchen und einen israelitischen Waisen«! knaben. Zur Bewerbung sind berufen: Arme Walsen-« knaben Im Alter von 12 bis 16 Jahren und arme Waisenmädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren, die in Wien heimatberechtigt sind* Dem1 vom gesetzlichen Vertreter einzubringenden Gesuche sind beizuschließen:'Mittellosigkeitszeugnis, Geburtsschein, Nachn weis der Zuständigkeit una der Verwaisung, Jerzies ocnuiaeuB«»«' und Vormundschaftsdekret. ' B i n r e i c h s t e 11 e: Magistratsabteilung 13, I., Rat« hausstraße 9; Einreich u n g s fr i s t: bis 29. Jänner 1933. Die Verleihung erfolgt auf Grund einer am 7. Februar 1938 statt« findenden Verlosung. Markus Engels Paulinen-Stiftung ' Aus. den Erträgnissen . der . obgenannten Stiftung gelangt der Betrag von S 5000.— an hilfsbedürftige Nachkommen der nachbenannten Geschwister des Herrn Markus Engel zur Verteilung: Samuel Engel, Charlotte geb. Engel, verehelichte (Adolf); Hirschfeld, Rosa geb. Engel, verehelichte (Philipp) Blas. Bewerber und Bewerberinnen, welche den vorstehend an-» geführten Bestimmungen entsprechen, wollen ihre Gesuche bis s.p ä t e s te n a 3 0. ,J ä.n n e r 19 3.8 an das Kuratorium der „Markus Engels Paulinen-Stiftung", Wien, I., Seitenstettengasse 2, übersenden. ... Den Gesuchen, welche detaillierte. Angaben über alle für die Beurteilung der persönlichen Verhältnisse der Gesuchsteller maßgebenden-Umstände zu enthalten haben, sind-anzuschließen:! das Geburtszeugnis, eine Lebensbestätigung, ein Mlttellosigkeitszeugnis, ferner amtliche Dokumente, durch welche die Abstami mung des Bewerbers oder der Bewerberin von dem obgenannten Bruder oder einer der obgenannten Schwestern des Herrn Markus Engel nachgewiesen wird. - Austritte aus dem Judentum Moritz Orünwald, Bankbeamtjer, geh. 11. Juni 1892 in Wien, ledig, XXI., Schloßhoferstraße 27. — Fritz Becker, Vertreter, geb. 26. August 1901 in Berlin, verh., VI., Mollardgasse 25. — Gertrud Becker, geb. 7. November 1895 in Wden, verh., VI., Mollardgasse 25. — August Stier, Kaufmann, geb. 6. Juli 1888 in Wien, ger. getr., V.» Arbeitergasse 11. — Katharina Jelllnek, geb. 28. Dezember 1887 in Wien, ledig, XVIII., Schülgasse 32. — Gisela Kühner geb. Turmann, geb. 23. September 1892 in Wien, verh,, II., Rueppgasse 16. — Melanie Haber, Bedienerin, ,geb. 7. Februar 1897 in Wien, ledig, IX., Nußdorf er« :.traße 40. — Walter Skutsch, Prokurist, geb. 12. Jänner, 1887 in Kolin, ger. getr., XIII., Lainzerstraße 54. —- Helga Ekstein, Verkäuferin, geb. 31. Juli 1911 in Pardubitz, ledig, IX., Wilhelm-Exner-Gasse 30. — Hans Berthold Schwitzer, geb. ,2. Juni 1912 in Wien. — Emil Fürth, Papierindustrieller, geb.' 5. April 1860 in Schattenhofen, verht, HI.,' Schwarzenbergplatz 7. — Dr. Hans Geiger, Rechtsanwalt, geb. 20. Dezember 1901 in Wien, ledig, HI., Neulinggaase 26. WOCHENsKALENDER FÜR DAS JAHR 5698 Jänner taafr rwn Sfhebalh Freitag 7 5 Sabbateingaiig. 4>l0 ' Samstag 8 •6 Sonntag 9 7 . Montag 10 8 l Dienstag 11 9 Mittwoch 12 10 Donnerstag 13 11 Eigentümer, Verleger, Herausgeber: Oberbaurat Robert Stricker. Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kolb. —- Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ignaz Steinmann, alle Wien, IX., Universttätsstraße 6-8,

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