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Die neue Welt · 1937-12-31 · Heft 714 (31.12.1937) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 714 (31.12.1937)
Date
1937-12-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 20 Groschen Freitag, den?l* Dcxembet 1937 11* lahrgamt Nr* 714 V-b-b* Zeitung vom Verleget versendet „Journal expedfe par l'Miteur" R E V U E HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich 3 1.40, vierteljährig S 4.—, ganzjährig ö 16.—; Polen monatlich Zloty 1.60, vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 18.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Bnmtalen monatlich Lei ß0.—, vierteljährig Lei 150.—; Dentschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Bnlgarien monatlich Lewa 30.—, vierteljährig Lewa 80.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schwel« und die ührlgen: Länder monatlich Schweizer Francs L50, vierteljährig Schweizer Franca 4.50. Mit E bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich. ' Redaktion u. Verwaltung: IX,Uhiversitätsstr.8,7eLA-20-2-78 - Erscheint Dienstag u.freitag Mindestens zehn Jahre werden vergehen?! Aus London wird unter dem 28. Dezember gemeldet : Dem „Evening Standard" zufolge macht sich in maßgebenden politischen Kreisen Englands eine starke Strömung gegen die geplante Teilung Palästinas bemerkbar. Einflußreiche Persönlichkeiten sir|d der Ansicht, daß England, das zur Zeit durch die Aktionen Deutschlands, Italiens und Japans militärisch und moralisch stark tangiert sei, im Nahen Osten eine Politik betreiben müsse, welche eine Erhöhung des britischen Prestiges gewährleiste. Wie versichert wird, hält Außenminister Anthony Eden an dem von der Königl. Kommission ausgearbeiteten Teilungsplan fest, doch haben einzelne Mitglieder des Kabinetts, unter dem Druck warnender Stimmen nicht mehr den Glauben an die Zweckmäßigkeit des Planes........ Entgegen andgrin ^Mitteilungen, wird die in Aussicht genommen'ewiieue . britische Untersuchungskommission in "kürzester Zeit nach Palästina reisen. Allerdings wird diese Kommission nicht nur die Aufgabe haben, die . Möglichkeit einer Teilung a> J^ajä^tinas .au|| der. alten Basis zu prüfen, sondern * , :äuch-' Vollmachten erhalten, - andere Vorschläge, ' J aii? Stelle der Teilung zu erstatten. r: - Die Vorgänge in Aegypten, der arabische:Widerstand in Palästina und die; Opposition einzelner zionistischer Gruppen, so berichtet ein Teil der konservativen Presse, werden die britische Palästina- Politik dahin beeinflussen, daß die definitive Entscheidung wieder hinausgeschoben wird. Nach Ansicht des „Evening Standard" werden mindestens zehn Jahre vergehen, bis England einen definitiven Beschluß bezüglich des Teilungsplanes oder des Alternativvorschlags der "neuen Kommission treffen wird. In Londoner iriformierteii. Kreisen erwartet man, daß die Regierung bereits in der nächsten Zeit eine neue offizielle Erklärung über ihre Palästina-Politik veröffentlichen wird. Durch diese Erklärung würden auch die in letzter Zeit aufgetauchten Zweifel, ob die Regierung am Peel-Plan festhält, geklärt werden. . Wie „Daily Telegraph" mitteilt, wird die Regierung Mitte nächster Woche ein Weißbuch veröffentlichen, das die Instruktionen enthält, die> der neuen, nach . Palästina zu entsendenden Kommission als Rieht- Schnur dienen sollen. Die zur Kommission, gehörenden •..•Penspuerju. .seien noch nicht - bekannt;"'Öiie S-eg sich - .dahin., entschieden, daß .man in der vaugenblicklichen Lage nicht jede1 Möglichkeit einer :Abänderung des Peel? Planes ausschließen sollte. - Aus dem englischen Parlament Schwere Anklagen gegen Italien ' Aus London wird berichtet: Im Unterhaus erklärte Abg. Commander Fl et eher, der Bari- Sender schüre dauernd die Unruhe in Palästina und mache die Mohammedaner im englischen und im französischen Mandatsgebiet glauben, daß ihnen unerträgliches Unrecht widerfahre, von dem nur Mussolini sie freimachen werde. Die italienische Regierung, sagte Abgeordneter Fletcher, sei mitverantwortlich für die Opfer an Menschenleben, Eigentumsbeschädigung und für die Morde in Palästina. Die italienische Presse führe eine Lügenkampagne, über Palästina. In den italienischen Zeitungen heiße es, daß die Engländer eine Politik des T e rr o rs, führen, Harems durchsuchen, sich an Frauen vergehen, und einen Geist der Vernichtung und der Verwüstung im Heiligen Lande verbreiten. Diese Propaganda sei auch von der deutschen Presse aufgegriffen worden, diegegen den englischen Außenminister heftige Angriffe richte. Pie durch den Bundfunk verbreiteten verleumderischen Angriffe würden von der italienischen Regierung direkt inspiriert und finanziert. Italienische Agenten hätten vorwiegend von Arabern besuchten Kaffeehäusern Radioapparate zu Spottpreisen verkauft. Während bis vor kurzem nur einmal wöchentlich Nachrichten in arabischer Sprache gesendet wurden, geschehe dies jetzt täglich. ,' In Erwiderung auf die Ausf ührungen Commander Fletchers erklärte der Unterstaatssekretär im Foreign Office Viscount Cranborne: „Wir hassen die organisierte Propaganda, von welchem Lande, auch immer 3ie ausgeht, sei es, daß sie von Regierungsseite inspiriert, kontrolliert oder auch nur ermutigt wird. Wir sind der 'Ansicht, daß sie eine der übelsten Erscheinungen der modernen Welt darstellt. Es ist eine gefährliche Form der Propaganda, wenn ein Land mit Vorbedacht, oder allem Anschein nach mit Vorbedacht, seine Nachbarn herabzusetzen versucht. Nichts kann die Beziehungen zwischen Ländern so* sehr trüben wie fortgesetzte irreführende Nachrichten, Wiederholt war aus der italienischen Presse sowie aus der Presse des Nahen Ostens und anderer Länder deutlich zu ersehen, daß eine gegen unser Land gerichtete Propaganda geführt wird. Wir haben diese Propaganda stets sehr ernst genommen. Wenn sie allzu heftig betrieben wurde, haben wir bei den zuständigen Stellen energische Vorstellungen erhoben und dies pflegte zu einer Besserung zu führen, allerdings nur zu einer vorübergehenden". „In den letzten Monaten", fuhr Lord Cranborne fort, „hat sich die Situation verschlimmert. Aus diesem Grunde hat, wie vor wenigen Tagen im Unterhaus mitgeteilt wurde, Außenminister Eden eine Unterredung mit dem! i t a 1 i e n i s c h e n B o ts c h a f ,t e r gehabt. Als man den Außenminister im Unterhaus fragte, ob die Propaganda Italiens unter den Arabern nach seiner Zusammenkunft mit dem italienischen Botschafter eingestellt wurde, antwortete er mit „N e i n". Es konnte dadurch vielleicht der Eindruck entstehen, daß er damit meinte, die von ihm erhobenen Vorstellungen seien erfolglos geblieben. Dies hat er jedoch nicht gemeint. Er meinte lediglich, es liege noch kein Beweis dafür vor, daß die Vorstellungen erfolgreich gewesen sind. Es wäre jedenfalls übereilt, zu sagen, daß sie erfolglos ger blieben sind. Bei früheren Gelegenheiten waren sie in einem gewissen Maße erfolgreich, und wir hoffen und glauben, daß der gesunde Verstand des italie- ' nischen Volkes dalüj;sorgen wird, daß sie auch diesmal erfolgreich sind. Wenn dies nicht der Fall sein wird, werden wir natürlich, früher oder später, weitere Maßnahmen ergreifen. Wir wollen hoffen, daß wir dazu nicht gezwungen sein werden. Wir wünschen nicht, daß zwischen uns und irgendeinem anderen Lande gespannte Beziehungen bestehen. Wir wollen zu der aufrichtigen Freundschaft zurückkehren, die in früheren Zeiten zwischen uns und Italien stets bestanden hat." * •Aus Mailand: „Corriere della Sera" hat mit der Veröffentlichung, einer Serie von Artikeln seines Sonderberichterstatters Enrico R i z z i n i - über die Lage in Palästina und den „englischen. Terror'.- gegen die Araber begonnen. Rizzini schiebt die „Schuld" an dem jetzigen Zustand in Palästina und an. der „tragischen Situation der Araber" auf. die „Z i.e 1 e und die Methoden der englischen Politik im Mandatsgebiet". , Die antisemitische Zeitung „I I T e v e r e" (Rom) beginnt mit der Veröffentlichung einer Artikelserie über „Juden im politischen Leben Italiens". Das Blatt will im Einführungsartikel, gestützt auf die Ziffern des Herausgebers der „Pr otokolle derWeisenvon Zion" in Italien, Giovanni Preziosi, nachweisen, daß die Juden im politischen Leben Italiens, im Parlament, Senat und in der Verwaltung stärker vertreten sind, als es ihrem Anteil innerhalb der Gesamtbevölkerung entspräche. „Ii Tevere" kündigt an, er werde den schädlichen Einfluß der Juden im Staatsleben Italiens und ihre Verbundenheit mit „geheimen internationalen Kräfte n", die den italienischen Interessen entgegenarbeiten, aufdecken. (J. T. A.) Teilung Man Teilung. Von Dr. Max Bodenheimer, Jerusalem Einer der ältesten zionistischen Führer aus der Zeit Theodor Herzla und langjähriger Präsident des Jüdischen Nationalfonds, Justizrat Dr. Bodenheimer , .(früher Köln), hat uns diesen Artikel übermittelt. redet vomw «Jude n.s t a a t und meint die Erst wurde Transjordanien abgetrennt und jetzt soll eine zweite Teilung auf Kosten des jüdischen Volkes vorgenommen werden. Man hätte damals erwarten dürfen, daß England seine Verpflichtung zur Errichtung der jüdischen Heimstätte wenigstens in dem übriggebliebenen Teil Palästinas erfüllen würde. Es ist nicht geschehen. Statt dessen wird den Juden jetzt-ein Zwergstaat angeboten,' den man als unabhängigen Judenstaat bezeichnet, um die Illusion zu erwecken, als ob damit die Lösung der Judenfrage im zionistischen Sinne erfolge. Aber dieser Staat ist weder unabneöeJahte ■ -y^ . :-. •./ «5*1 <^W', ll'*^'^ W . v.••• . W* ■ Mry-MMy 12 wÄ Wm^- ^Wft^Y7W : lltei'";: j^^^l^^' mm £169« Tafffetkield in .'Pastellfarben (laut Bild)............S Reizendes Abendkleid aus hellem Crepe Satin od. schwarzem Taf f et cir6 S Vornehmes Crepe Farlbol-Kleid mit Mettallstoffputz........S Winter-Mänteln, Winter-Dirndln Wollstoff-Kleider, Schlafröcke usw. ■Wfä \ Ä 'o A Vau. II- T A B O R S T R;/|

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