Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 708 (10.12.1937)
- Date
- 1937-12-10
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. TO8 vom ID. Dezember 193? DIE NEUE WELT Seite T AUS AUER WELT SprAdtenprobfetn in Palästina Aus London (J. T. A.): In der Unterhaus- Debatte am i. Dezember fragte Abg. Commander Oliver Locker-Lampson den Kolonienministef, ob er Kenntnis davon habe, daß von 270 englischen Beamten in der ersten Abteilung des Zivildienstes in Palästina 106 Arabisch und nur sechs Hebräisch sprechen, und welche Schritte er unternommen habe und zu unternehmen gedenke, um diese Diskrepanz zu verringern. Ormsby-Gore erwiderte: Der Abgeordnete hat Ziffern aus dem Bericht der Peel-Kommission wiedergegeben, hat aber eine ebenfalls in dem Bericht enthaltene Erklärung übersehen, wonach es im Zivildienst auch 20 englische Beamte gibt, die sowohl Arabisch als auch Hebräisch sprechen. Ich verstehe, daß unter den gegenwärtigen Umständen, da die überwiegende Mehrzahl der Araber nur Arabisch spricht, die Kenntnis der arabischen Sprache den britischen Beamten im allgemeinen nützlicher erscheint als die Kenntnis des Hebräischen. Ich werde mich jedenfalls mit der Angelegenheit eingehender befassen und prüfen, ob eine Aktion erforderlich ist. * Auf eine weitere Anfrage von Commander Locker-Lampson, welche Schritte unternommen werden können, um den Hafen von Haifa den neuen Bedürfnissen der Marine im Mittelmeer entsprechend auszubauen, und ob die Regierung zur Deckung der Kosten hierfür eine Anleihe bewilligen würde, erwiderte der erste Lord der Admiralität,- Duff-Cooper, daß die Admiralität einen Ausbau des Hafens von Haifa nicht plane. 120.000 Juden aus Polen sollen nach Madagaskar Aus London: Wie der „Star" berichtet, soll in der Unterredung zwischen dem französischen Außenminister D e 1 b o s und dem polnischen Außenminister Oberst Beck am Samstag, 4. Dezember, ein Plan diskutiert worden sein, der die Auswanderung größerer Massen von Juden aus Polen nach der französischen Insel Madagaskar zum Thema hat. Bereits vor einiger Zeit habe sich eine polnische Delegation nach Madagaskar begeben, um die dortigen A.nsiedlungsmöglichkeiten zu prüfen, und habe der polnischen Regierung berichtet, daß die Siedlungsverhältnisse auf der französischen Insel durchwegs günstig seien. Die französische Regierung habe sich, so schreibt das Blatt, mit dem ,polnischen Plan bereits einverstanden erklärt und lediglich gefordert, daß den Auswanderern genügend Kapital zur Verfügung gestellt werde, damit sie durchhalten können, bis ihre landwirtschaftlichen Betriebe sich rentieren. Wie verlautet, soll ein Plan bestehen, innerhalb der nächsten fünf bis sechs Jahre 30.000 jüdische Familien, insgesamt 120.000 Menschen, auf Madagaskar anzusiedeln. Man erwartet, daß aus reichen jüdischen Finanzkreisen ein Teil des Kapitals zur Durchführung des Ansiedlungsprojekts beigesteuert .werden wird. * Anm. .der Red.: Die Meldung des Londoner Blattes ist mit größter Reserve zu behandeln. Ueber die Ergebnisse der Expedition nach Madagaskar sind in den letzten Monaten widersprechende Berichte erschienen. Das Prager Heiüein-Organ Aus Prag: Das Prager Organ der Sudetendeutschen Partei Konräd Henlelns, „Die Zeit", veröffentlicht in seiner Ausgabe vom Dienstag, 7. Dezember, •inen Bericht über die Münchener Ausstellung ' „Der ewige Jude", der an wüster antisemitischer Hetze den reichsdeutschen Organen des Propagandaminiaters Goebbels in nichts nachsteht. Der Bericht beginnt mit den Worten: „In der Eingangshalle der Ausstellung begrüßt den Besucher ein illustres Empfangskomitee: lebensgroße Photos bedeutender Juden der verschiedenen „Nationen" mit sachlich genauen Personalangaben. Da stehen nun der „Franzose" Aaron Stawisky, der „Italiener" Castiglioni der „Oesterreicher" Siegmund Bösel, der „Ungar" Ignaz Straßnoff, der „Russe" Litwinow Wallach Finkelstein, der „Tscheche" Theodor Kohn, Fürstbischof von Olmütz, im vollen Ornat, mit anderen friedlich beieinander und demonstrieren die Internationa- Htät ihrer Rasse." Zum Schluß heißt es in dem Bericht: „Dem vorurteilslosen Besucher bringt die Ausstellung eine wichtige Erkenntnis. Die Höhepunkte judischen Einflusses liegen immer in dunklen Zeiten staatlicher Unordnung. Ueberau treten die Mähner dieser Rasse als Kriegs-, Revolutions- oder Krisengewinner auf." Dr. Lurie gestorben In Jerusalem starb im Alter von 71 Jahren der Leiter des Erziehungsdepartements des Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat) und bekannte Zionistenftihrer Dr. Joseph Lurie. Dr. Lurie war einer der Pioniere des Jüdischen Pressewesens. Theater ftidtisdie Kfiitstfef spiele Sevilla Pastor setzt ihr Gastspiel mit der Slegler-Truppe fort und tritt ab Freitag, den 10. d. M., in der lustigen Operette „Motke von Slabotk e", von Freyiiiann und Olschansky, zum erstenmal auf. Das Stück, das in Amerika sensationellen Erfolg hat, gelangt auch Sonntag nachmittags bei ermäßigten Preisen in der Originalbesetzung zur Aufführung. Scalri. „W as wollen Sie von meiner Frau?" Dieses Lustspiel Von Raymond, in deutscher Uebersetzung von Robert Blum, bringt ein sehr amüsantes Eheviereck auf die Bühne. Die ersten zwei Akte sind überaus erheiternd, der letzte fällt leider etwas ab. Das Ensemble besteht durchwegs aus Schauspielern des Deutschen Volkstheaters, man kann mit großem Vergnügen Olly Holzmann, Hans Ol d en, die elegante und anmutige Margarete Fries, Josef Rehberger und Ludwig D on a t h begrüßen. Porträtauseteilung Bojko Der bekannte Maler S. Bojko hat auf dem Schottenring 25 (in den Räumen der Wizo) eine Porträtausstellung eröffnet, die zweifellos größtem Interesse begegnen wird. Hier ist ein Künstler am Werk, der sich nicht mit der Herausarbeitung der Aehnlichkeit seiner Objekte begnügt —- diese ist bei ihm Selbverständllchkelt —, sondern darüber hinaus sein malerisches und kompositorisches Können unter Beweis stellt. Ob es sich um ernste Männerköpfe oder um zarte Kinderbildnisse handelt, stets weiß Bojko das Wesentliche seiner Modelle zu erfassen. Seine Bilder basieren durchwegs au' '•"•t gediegenen Zeichnung, die allein schon jeder t ihren künstlerischen Wert verleiht. GeschmacV slcherhelt, Verständnis für> die Geheimni' -v Farbe und der luministischen Kontraste ilcharn dem noch jungen Künstler Anerkennung und Ruf. Unleugbar gehört Siegfried Bojko zu den namhaften Porträtisten Wiens.- —Id. Kreuz-Kino I, WollzeiIel7 Telephon R-24-2-16 Vorstellung«!!: *, %*, '/«•, ftio Victor Hc Lasten IcHWEDEN Das blonde Besinn: %*, V,6, tts, GQSDQItSt v*fOVhr.Tel.A-4f.o.«o Constanc« Bennett, Cary Cia it Vorverkauf ab 10 Uhr vormittags ununterbrochen ugarten- Klno II, Untere Augarten Straße 28 Telephon A-40-5-9B Beginn: 7*4, VA '/A VJ0 Uhr Ab Freitag, den 10. Dezember: Oer große Prunkfllm Filme der Woche (Nachdruck nur mit Genehmigung des Blattes.) Oesterreich: Der Pfarrer von Kirchfeld. Frankreich: La grande illusion. Amerika: Das -Leben Emile Zolas — Der Seeteufel — Im Schatten der Wolkenkratzer — Königin Viktoria — Der letzte Zug aus Madrid — Für Sie, Madame — 100 Männer um 1 Mädel — Skandal auf der Rennbahn — Im siebenten Himmel — 1918, der Friede brach aus — Der anonyme Kavalier — Goldrausch — Aus der Werkstatt der G-Men — Broadway Melody 1938 — Das Sklavenschiff — Der große Gambini — Cafe Metropole — Engel — Zigeunerprinzessin — Flammende Nächte — Mädel aus Paris — Das blonde Gespenst — Feuer über Irland—i Ein Star ist geboren -- Romeo privat i—• Olympiade der Unterwelt -— König wider Willen — Die gezeichnete Frau tt~ 'Hafenspelunke. " v Ffllme unter Ärierparaqraph Zauber der Boheme — Das Schweigen im Walde —Die Stimme des Herzens — Zu neuen Ufern — Ein Volksfeind — Sherlock Holmes — Die glücklichste Ehe von Wien — Peter Im Schnee — Der'zerbrochene Krug — Manege- — Kein Wort von Liebe — Der letzte Wiener Fiaker — Florentine, — Daphne und der Diplomat — Der Katzen- Steg — Die reuigen Sünder — Fanny Elßler — Gabriele Sucht Abenteuer — Das große Abenteuer — Serenade — Fledermaus — Meine Freundin Barbara— 2><2 im Himmelbett — Musik für dich. Neue Filme „König wider Willen." Diesen Titel trägt jetzt die Verfilmung des bekannten Mark Twainschen Romans „Prinzund Bettlerknabe". Die Hauptrollen spielen Errol Flynji, ' Claude Rains, Henry Stephenson und die Wimderzwillinge Billy und Bobby Mauch. Erich Wolfgang Korngold schrieb die Musik des Films, der. heute im Rotentufm-Kino zur Uraufführung gelangt. Frauen, die sich selbst aufgaben. Sie sind die Hauptgestalten des Sittengemäldes „Die gezeichnete Frau", mit dem Bette Davis heuer preisgekrönt wurde. Dieser Film fragt, ob Mädchen, die in den Nachlokalen flüchtiger Unterhaltung der* Gäste dienen und ihnen für den Besitzer das Geld aus der Tasche ziehen sollen, von Grund aus schlecht und verderbt sind. Mit vollkommener- Aufrichtigkeit und ohne Uebertreibung zeigt dieser Film der Warner Bros diese Verhältnisse auf. Uraufführung heute im Burg- und Imperiai-Kirio. KlNOxPROGRilMME Die Ringer der Hakoah - Matinsdiaffi* meisfer von Wien Der Ringsektion des Sportklubs Hakoah gelang in diesem Jahre der große Wurf, die Mannschaftsmeisterschaft von Wien in überlegener Manier zu gewinnen. In der nun abgeschlossenen Tabelle liegt die Hakoah mit 30 Punkten an erster Stelle vor der P o 1 i z e isportvereinigung (24) und Bundesbahn (24). Die Hakoahner erlitten eine einzige Niederlage, und zwar im Frühjahr von Polizei, demvorjährigen Meister. Zuletzt waren die Hakoah-Ringer im Jahre 1032 Meister. Das war allerdings noch die „große Zeit" dieser! Mannschaft, als sie noch mit H i r s c h 1 und Schlanger antreten konnte. Hlrschl ringt schon lange in Palästina, Schlanger ist der Sektionsletter der neuen, erfolgreichen Mannschaft geworden. Bis auf Müller, der unverwüstlich scheint, und Finczus, der damals als ganz junger Ringer der Mannschaft noch nicht ständig angehörte, wurde die ganze Staffel vollständig verjüngt und neu aufgebaut. Viele der Jungen berechtigen zu den schönsten Hoffnungen. In den letzten Kämpfen wurde die Mannschaft durch Fritz Oberländer verstärkt. * Die Hakoah wird im nächsten Jahre bemüht sein, das Freistilringen in Oesterreich zu popularisieren, einen Sportzweig, der überall in Em'opa beliebt ist und gepflegt wird, der einen Glanzpunkt des olympischen Programms darstellt, bei. uns in Oesterreich aber leider nur durch die „sportlichen" Vorführungen der Professional-Wrestler bekannt ist. Die Hakoah, die in Fritz Oberländer einen hervorragenden Sportler und Lehrer in diesem Sportzweig besitzt, wird höchstwahrscheinlich schon In nächster Zeit eine ganze Mannschaft stellen können und hofft, dem österreichischen Ringsport damit einen neuen, starken Impuls zu geben. Tennenbaum — Juniorenmeister. Durch die Punktesiege gegen P f 1 ü g 1 (Heer - Steyer), Gfrerer (Schwarz-Weiß) und W a 11 e r (Schwarz-Weiß errang der erst neunzehn Jahre alte Makkabi-Boxer Siegmund Tennen bäum die österreichische Juniorenmeisterschaft im Federgewicht. Allgemein gilt der talentierte und überaus intelligente Makkabi-Mann als einer der aussichtsreichsten Bewerber um den Titel des österreichischen Staatsmeisters. Leider findet dieser auch im Privatleben äußerst sympathische und strebsame Mensch keine Arbeit und teilt das Schicksal der Arbeitslosigkeit mit so vielen seiner Altersgenossen. Jugendtraining der Leichtathleten der Hakoah. Das Wintertraining der J u g e n d a t h 1 e t e n der Hakoah findet jeden Montag von 18.15 bis 19.45 Uhr und jeden Donnerstag von 18.15 bis 19.15 Uhr In der Turnhalle des Bundesgymnasiums, II., Zirkusgasse 48, statt. Bei jedem Training Hallen-Korbball, jeden Donnerstag Jiu-Jitsu-Kurs. Gymnastik unter Leitung eines staatlich geprüften Lehrers. Acht warme Duschen stehen zur Verfügung. Neuanmeldungen an den Uebungsabenden. ii vimrii Die Künltjin Viktoria spielt Anna Ncasle, ihr Partner ist Adolf Wohlbrück Empfehlenswerte Firmen RESTAURANTS, CAFfiS etc. Cafe Atlashof, I.. Franz-Josefs-Kai 1, Tel. R-28-2-28. CafS Augartenhof, II.. Untere Augartenstraße 46, Telephon A-44-0:75. ,, ,; Caf6 Buchsbaum, IL, Kleine Pfarrgasse 21.-Bürgerliches Familiencaf6. . , , , .. _ Caf6-Eestaurant „De France", f., Schottenring 3, Telephon A-16-3-74. Erstklassige Küche. Billige Preise. Saal und Klubzimmer zu vergeben. 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