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Die neue Welt · 1937-11-23 · Heft 703 (23.11.1937) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 703 (23.11.1937)
Date
1937-11-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 703 vom 23. November 1Ö3T Von der Judenstaatspartei Das Zentralbüro teilt mit: Das Londoner Büro 6, Quecnsdown Road, London E. 5 Das Londoner Biiro der Weltexekutive der Judenstaats« partei hat seine Tätigkeit besonnen. Das Biiro steht unter der Leitung des Exckutivmitgliedes Dr. J. M a c h o v e r. Generalsekretär ist E. L 1 v n y. Das Büro ist ein Ressort der Weltexekutive, die ihren Sitz weiterhin in Tel-Aviv hat. Die Aufgabe des Büros ist, ständigen Kontakt zwischen Tel-Aviv nnd London zu schaffen nnd die politische Entwicklung in England, besonders in bezug auf die zionistische Frage, zu verfolgen. Das Büro wird auch bemüht sein, die öffentliche Meinung in England in unserem Sinne durch offene Briefe an Zeitungen, Artikel, Herausgabe von Broschüren usw. zu beeinflussen. Die Landeszentralen der Partei werden ersucht, alle von ihnen herausgegebenen Zeltungen, Druckschriften, Protokolle, Zeitungsausschnitte usw. an das Büro zu senden. Frankreich In Paris wurde mit Hilfe des Mitglieds der Exekutive, Herrn S. Marco vici-Cleja, eine lebhafte politische Tätigkeit entfaltet. Herr 3farcovici-Cleja hat persönliche Verhandlungen mit führenden zionistischen Persönlichkeiten, die außerhalb der Zionistischen Weltorganisation stehen, über die Schaffung einer Einheitsfront der Judenstaats-Zionistcn geführt. Die Judenstaatspartei Frankreichs konnte den Beitritt einer der wichtigsten zionistischen Persönlichkeiten, Herrn M i 1 n e r s, verzeichnen. Herr 31ilner, der ein hervorragende? französischer Publizist und Journalist ist, wird der Judenstaatspartei in Frankreich und Genf wichtige Dienste leisten. Belgien Der Brith Hakanaim (Barak) in Belgien, der zu den bestorganisierten Gruppen der Judenstaatsjugend gehört, feierte in Anwesenheit des Vorsitzenden der Judenstaatspartei, M. Großman, die Einweihung des neuen Klubheims in Antwerpen. Das Heim besteht aus einem großen Vortragssaal, der 300 Zuhörer faßt, einer Bibliothek mit besonderem Lesesaal. Der ,Feler folgte ein gemütliches Beisammensein zu Ehren Herrn Großmans. Die Leitung des Barak in Belgien hat der Mifkada Eliona den Vorschlag unterbreitet, im Dezember 1937 einen Weltkinns des Brith Hakanaim nach Antwerpen einzuberufen. Luxemburg Herr Julius Wirtheim, der Vorsitzende der' Partei in Luxemburg, hat sich der Zionistischen Einheitsfront angeschlossen, die in Luxemburg geschaffen wurde und in der alle zionistischen Gruppierungen vertreten sind. Das Leitungsmitglled der Judenstaatszionisten, Herr Th. G r u b n e r, wurde zu einer Vortragstournee nach Luxemburg eingeladen. Chile Die Judenstaatspartei in Chile hat an den Außenminister der Vereinigten Staaten, Herrn C. Hall, folgendes Telegramm gesandt: „An den Minister C. Hall, Washington; Die Jadenstaatspartei in Chile drückt ihre Gegnerschaft zu der Tellting Palästinas ans und hofft, daß die Regierung der Vereinigten Staaten die gerechten Forderungen der Juden, die im Mandat begründet wurden, verteidigen wird. (Unterschrift) Jitzchak Lew." Auf dieses Telegramm traf folgende Antwort ein: „Der Gesandte der Vereinigten Staaten in Chile begrüßt den Vorsitzenden der Judenstaatspartei in Chile und bestätigt im Namen des Staatssekretärs in den Vereinigten Staaten das Telegramm vom 10. Juli, dessen Inhalt er zur Kenntnis genommen hat." Die Judenstaatspartei in Chile gibt eine Monatsschrift in spanischer S p räche unter dem Namen „E r e t z - I s r a e 1" heraus. Eine Erklärung Jabotin§ky§ Aus London (J. T. A.): Der Präsident der Neu- Zionistischen Organisation (Revisionisten), Vladimir Jabotinsky, hat der Jüdischen Telegraphen-Agentur folgende Erklärung übermittelt: Der zweite Akt des Kreuzzuges gegen die p alästinensischen Revisionisten lehrt dreierlei: Anfangs September ließ die Regierung, nach einer Serie von Akten, die die Zeitungen in England als jüdische Vergeltungsakte gegen arabischen Terror interpretieren, über zwanzig Revisionisten verhaften, offensichtlich zu dem .Zwecke, um auf jüdischer Seite jede eventuelle Absicht, zurückzuschlagen, zu entmutigen. Diese Verhaftungen haben jedoch, wie jeder sehen kann, nicht zu dem gewünschten Ziel geführt. Jetzt hat die Regierung ungefähr weitere fünfzig meiner palästinensischen Kameraden, offenbar in derselben Absicht, verhaften lassen, aber auch diesmal wird sie ihren.Zweck nicht erreichen. Denn angenommen — auch nur einen Augenblick —, daß jene Handlungen tatsächlich „jüdische Vergeltungsakte" darstellen, können sie, unter den in Palästina herrschenden Bedingungen, durch Einkerkerung von Juden nicht unterdrückt werden. Vergeltungsakte gegen Terror können nur dadurch verhindert werden, daß der Terror ausgerottet wird. Dies die erste Lehre. Die zweite Lehre ist geeignet, bei allen'Freunden Palästinas und des British Empire große Besorgnis zu wecken. Man hat uns eine neue, starke Politik versprochen, deren Ziel die Ausrottung des Banditentums im Heiligen Lande sein sollte. Statt aber in dieser Richtung zu handeln, treiben die Behörden weiler das Spiel des Verhandeins mit der Opposition. Das bedeutet, daß man beim alten Durcheinander bleibt. Und ist es nicht — da. all dies so offensichtlich mit dem Teilungsplan zusammenhängt — ein weiterer Beweis dafür, daß Teilung nicht ein konstruktiver Plan ist, sondern, wie alle aus Verzweiflung geborenen Pläne, nur ein noch größeres Durcheinander, von niemandem gestützt und zu nichts führend. Die dritte Lehre ist eine sehr traurige. Seit die „Vergeltungsakte" begannen, haben die offiziellen Sprecher der Jewish Agency in Palästina und die sozialistischen Zeitungen, die die Ansichten dieser Körperschaft wiedergeben, wiederholt und öffentlich vor den Augen und Ohren der Polizei erklärt, daß die „abscheuliche Praxis des Zurückschlagens" das ausschließliche Monopol eines gewissen Elements „außerhalb der Agency" sei, eines Elements, das den „Birjonim" verwandt ist und das „ausgemerzt werden muß". Der Wink war völlig klar. Die jetzige Jagd auf Revisionisten ist das Resultat einer vorbedachten Denunziation. Diese Tatsache, fürchte ich, beweist, daß eine Absicht besteht, eine Art Bürgerkrieg innerhalb des Judentums vom Zaun zu brechen. Ich muß alle Betroffenen darauf aufmerksam machen, daß dieser, einmal begonnen, nicht auf Palästina beschränkt bleiben wird. All dies kann den revisionistischen Idealismus nicht brechen. Ich persönlich bin besonders stolz darauf, daß mein Sohn unter jenen ist, die verhaftet wurden. * Eine Delegation der Leiter der jüdischen Kolonien mit dem Bürgermeister von Tel-Aviv, Israel Rokach, an der Spitze, sprach beim Distriktskommissär vor, um gegen die Verhaftungen Protest einzulegen. Die Abordnung hob hervor, daß unter den Verhafteten auch Fardeß-Besitzer sind, die sich politisch nicht betätigen, sowie Industrielle, Landwirte und schließlich Kinder unter 14 Jahren. Der Distriktskommissär versprach, die Beschwerde an <&n High Commissioner weiterzuleiten. Der Stadtrat von Tel-Aviv sandte eine Erklärung an die Behörden, in der gegen die Verhaftung unschuldiger Leute und insbesondere des Rates der Stadtverwaltung von Petach Tikwah, Mosche Ginsberg, scharf protestiert wird. Sie haben bei Juden gekauft Aus Berlin (J. T.-A.): In Stettin, Norddeutschland,;wurde das Händlerehepaar Abraham das Opfer eines Mordes. Abraham wurde von drei jungen Burschen im Alter von 18 bis 20 Jahren besucht, die angaben, neue Kleider kaufen zu wollen. Sie suchten auch die.Kleidungsstücke im Laden zusammen. Als der Händler dann die Rechnung zusammenstellte, die sich auf 330 Reichsmark bezifferte, entfernten sich die drei Burschen, ohne zu zahlen und streckten, als sie der Kaufmann anrief, diesen durch, zwei tödliche. Schüsse nieder. Die Frau des Händlers, die die Flüchtigen verfolgte, wurde gleichfalls durch einen Schuß getroffen;* sie e r 1 a g später ihrer Verletzung. Verband der Judenstaatszionisten nnd Sektion Pratcr sprechen ihrem geschätzten Parteirats- und Ausschußmitglied Frau Dr. Lucy Offner das tiefste Beileid anläßlich, des schweren Verlustes, den sie durch den Tod ihrer Mutter, Frau Esther Brust, erlitten hat, aus. Makkabäer-Feier des Bundes Jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs. Am 2. Dezember d. J. veranstaltet der Bund Jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs im Großen Musikvereinssaal um 20 Uhr 30 seine diesjährige M a kkabäer-Feier. Wenige restliche Karten sind im Sekretariat der Bundesführung Wien, I., Bräunerstraße 2, zü haben. „Herzen im Schnee" zugunsten der Hokoali. Die Vorstellung der Volksoper vom Monntag, den 2 9. November, von „Herzen im Schnee" in der vollständigen Premierenbesetzung mit Max Hansen, Fritz Imhoff und WUli Stettner findet als Festvorstellung zugunsten des Sport- und Schwimmklubs „H a k o ah" statt. Das gesamte Reinerträgnis dieser Vorstellung wird ausschließlich den sportlichen Zwecken dieser beiden Vereine zugeführt. Wir ersuchen daher alle unsere Freunde, die sich diese sicherlich bemerkenswerte Vorstellung ansehen wollen, dies in unserer Vorstellung am 2 9. November zu tun. KINO-PROGRAMME CHU/EDEN Beginn: 7, S, V*9 und V4lOUhr.T«I.A-*9«Q*60 Broadway- Nelody 1938 _ u, . . ... ~.UWK Eieanor Powell 3.Wocheprolong.ert! J^fQ Robert Taylor Vorverkauf ab 10 Uhr vormittags ununterbrochen 11. Woche prolongiert! Ur- und AlleinauffUhrung in Wien Der erste Tonfilm in jidd. Sprache Kino jidl mif'n II, Untere Augartenstraße 28 Telephon A-40-5-98 Beginn: »/«V/AVA V410 Uhr Fidl mit deutschen Fußtiteln Mit MALT PIC0N Eigentümer, Verleger, Herausgeber: Oberbaurat Robert Stricker. Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kolb. — Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ignaz Steinmann, alle Wien, IX., Universitätsstraße 6-8. 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