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Die neue Welt · 1937-11-19 · Heft 702 (19.11.1937) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 702 (19.11.1937)
Date
1937-11-19
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 DIE NETTE WELT Nr. 702 vom 19. November 1937 Die Schließung des Berliner J.-T.-A.-Büros Aus Berlin: Das Berliner Büro der Jüdischen Telegraphen-Agentur ist am vergangenen Mittwoch durch die Gestapo geschlossen worden. Die Schließung erfolgte auf Grund des Gesetzes zum Schutze von Volk und Staat vom 20. Februar 1933, ohne daß bekanntgegeben wurde, inwiefern die Nachrichtengebung des J.-T.-A.-Büros gegen dieses Gesetz verstoßen hat. Da das Berliner J.-T.-A.-Büro ein Zweig der Jewish Telegraphic Agency Ltd. in New York ist und seine Tätigkeit auf Grund des Handelsabkommens zwischen den U. S. A. und Deutschland -ausübt, bildet diese neue Maßnahme der Gestapo gegen das J.-T.-A.- Büro den Gegenstand von Verhandlungen zwischen der U.-S.-A.-Vertretung und den zuständigen deutschen Aemtern. Das Berliner Büro der Jüdischen Telegraphen- Agentur hat mit der Nachrichtengebung an das Ausland nichts zu tun; es vermittelt lediglich den in Deutschland erscheinenden jüdischen Zeitungen Nachrichten aus dem In- und Auslande, die der inneren Situation der Presse in Deutschland entsprechen. Seitdem den jüdischen Zeitungen in Deutschland die Benützung der Dienste deutscher Presseagenturen und die Zitierung von Material aus der deutschen Presse verboten ist, ist der J.-T.-A.-Dienst diesen Zeitungen fast die einzige Quelle der Information. Neu deutscher Humor Aus P r a g (J. T. Ä.): In einer der letzten Nummern des ,iStürmer" ist „geschmackvoll" geschildert, daß in Zoppot ein jüdisch er Fahrgast auf einem von KdF-Fahrern besetzten Dampfer verhaftet wurde : „Da legte sich eine Hand schwer auf seine Schulter:, ,Sie sind verhaftet'. Den Fremdrassigen riß es zusammen und er schickte ein Stoßgebet hinauf zu Jahwe. Als er mit dem Zollbeamten * über den Landungssteg ging, befahl er seine Seele dem Gott seiner Väter. Dann machte er einen Hupfer und sprang in die kalten Fluten der Ostsee. Aber Jahwe hatte kein Erbarmen. Er teilte nicht das Wasser, wie weiland im Roten Meer. Er ließ den Juden strampeln und zappeln und Wasser schlucken. Die KdF-Fahrer hatten eine große Gaudi umsonst. Sie holten einen Kurgartenwärter und dieser wiederum holte eine Angel mit einem mächtigen Haken daran. Den warf er aus und erwischte den Juden. Und zog den Strampelnden und Schreienden ans Land." Dazu bemerkt die r3 a s 1 e r .Nat.ipnal- Zeitung": Daß ein Mensch, der den Tod in der Ostsee der Verhaftung durch die Hüter des Dritten Reichs vorzieht, wider seinen Willen „gerettet" wird, erregt im heutigen Deutschland „einegroßeGaud i". Man sieht ordentlich, wie sich Herr Streicher in der Vorstellung des traurigen Ereignisses amüsiert. Poststempel: „Der ewige Jude". Die aus München im Auslande eintreffende Post trägt einen Poststempel mit der Randschrift „München, Hauptstadt der Bewegung", und in der Mitte den Text: „Der ewige Jude"; dies soll eine Propaganda für die jetzige Münchener Hetzausstellung sein. Die aus Mühchen für Innerdeutschland abgefertigte Post trägt den gleichen Stempel. Im Jüdischen Kulturtheater (I., Franz-Josefa-Kai 3) gelangt Freitag, 19. November,- 20 Uhr 30, die erfolgreiche Komödie „Jakob und Christian" von S. Gronemann La der Premicrenbssstzung zur 50. Aufführung. Verband jüdischer Ingenieure und Techniker für den Aufbau,Palästinas,. Wien, I., Hegelgasse 3. Montag, den 22. November, halh 9 Uhr abends: Oberfinanzrat Doktor H. Benedikt, „Berufsprobleme der österreichischen Judenschaft". Hakoah—Straßenbahn 2:0. In einem äußerst hart geführten Kampf konnte Hakoah durch Tore von Ehrlich und dem glänzend spielenden Cinadler einen sicheren Sieg landen. Eine unangenehme Begleiterscheinung waren, wie bei fast jedem Hakoah-Match, die antisemitischen Ausschreitungen, die mit Sport überhaupt nichts, zu tun haben. Der zahlreich erschienene Hakoah-Anhang machte, ihnen bald ein Ende. Entscheidungsspiel der Hakoah. Sonntag, den 21, ds., geht auf dem W. A. C.-Platz im Prater da9 für die Herbstmeisterschaft der 1. Liga entscheidende Spiel der Hakoah gegen die spielstarke Mannschaft Austro- Fiats vor sich. Vorher: Hasmonäa-Makkabi gegen W. A. F. Makkabl-Boxer In Hochform. Die Makkabi-Boxer scheinen nunmehr ihre beste Form wieder erlangt zu haben. Bei der letzten Runde der Kreisrneisterschaft vom 12. November überraschten alle Makkabim durch ihre sichere Arbeit. Von fünf Kämpfen wurden drei gewonnen. Ein Kampf endete unentschieden und nur ein Treffen ging verloren. Es gewannen nach Punkten Schlänger (Makkabi) gegen Fleischmann (Schwarz-Weiß): Tennenbaum (M.) gegen Walter (Schwarz-Weiß) und Pfeffer (M.) 'gegen Fritsch II (Schw.-W.). Grünwald (M.) wurde durch die Punkterichter .bei der, Entscheidung unentschieden gegen Hofkirchner (Schwarz-Weiß) benachteiligt. Berger (M.) verlor gegen Almsteuery (Schwarz-Weiß). — Seit langem konnte wieder ein Makkabi zu einem Repräsentativkampf herangezogen werden. Tennenbaum (M.) schlug beim Treffen Wien gegen Preßburg Sonntag, den 14. November, seinen Gegner Bauer nach Punkten. Hlstadmth Iwrith. Samstag, den 20. November, Vj9 Uhr abends, im Vortragssaal des Cafe Central, II., Taboratraße 8, Vortrag Dr. Ch. Tartakower Uber „Bamaagal hazar meet A. Kabak". — Seminar: '/j8 Uhr abends Bibelseminar (Dr. Schächter). Talmud Thora. Das diesjährige Chanukka-Fest des Wiener Talmud-Thora-Schulvereines ..Von Kindern für Kinder" findet Sonntag, den 28. November, zwischen 3 und 6 Uhr nachmittags im, Hotel Post, Wien, I., Fleischmarkt 24, statt. Chug Iwrl, Bezlrkssektion VIII/IX (Hörigasse 2). Leitung: Prof. Keatenbaum. Dienstag. 23. November, präz. >/48 Uhr abd3.: Schlomo A'r b'a 6 h, ..Hebräische Literatur (Agnon-hanidach)"; *U9 Uhr: Professor Kestenbaum, „T'nach (Psalmen)", Bücher mitbringen. Hebräischsprechende <Jäste willkommen.. Amtliche Verlautbarungen «tet IfraeL Kultusgemeinde Wien* ' *: i 1 , . . *.... Konkursausschrelbuiig Im Spital der Israelitischen Kultusgemetnde. Wien, XVIII., Wahrlnger Glfrtel 97, gelangt an der Herz Station e4rie Assistenten- und eine Sclmndararatensstellc zur Besetzung. Ferner gelangt an der de r m a t o 1 o g I s c h e n Abteilung eine Sekundararztensstelle zur Besetzung. Zur Anstellung; sind erforderlich: die österreichischo BundcsbUrgerschaft, lediger Stand, die Berechtigung zur Ausübung der Heilkunde im österreichischen Bundesgebiet, die körperliche Eignung (nachgewiesen durch fein von einem Primararzt des eigenen Spitals ausgestelltes Zeugnis) und ein Alter von unter 35 Jahren. Mit der Stelle Ist'riebst dem in der Besoldungsordnung für die Abteilungsärzte des Spitals der Kultusgemeinde vorgesehenen Bezug die volle Verköstigung verbunden. Für diese werden die ^Elgehkosteri vom Monatsbezug In Almig gebracht, wobei der Abzug ein Viertel des Monatsbezuges nicht überschreitet. Mit den Fcrsonaldokumentcn (Geburtsschein, Heimatschein, JLedigkeltszcugnis, Doktordiplom, Zeugnisse über die bisherige fachllche- Verwendung) belegte Gesuche sind beim Vorstand der Israelitischen Kultusgemeindc Wien (Amtsdirektion), I., Seltcnstcttengasse 4, III. Stock, bis längstens 25. November 1937, 12 Uhr mittags, zu überreichen. Länderkonferenz für jüdische Wanderfürsorge Am 16. November fand im Sitzungssaal der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde eine Länderkonferenz für jüdische Wandcrfürsorgo und Emigration statt. An der Tagung nahmen teil für Hias-Ica (Paris): Dr. Bernstein und Dljour; für Jeas (Polen): Direktor Leo Alter; für die Kultusgemeinde Warschau: Adam Czerniakow; für Hicem (Prag): Fran Marie Schmolka; für die Kultusgemeinde Prag: Dr. Heinrich Hofmann; für den Verband Schweizer Armenpflegen: Silvain Guggenheim. Ferner erschienen als Vertreter der Alliance Israelite Universelle: Präsident Dr. Jakob Ornstein und Rabbiner Dr. Armand Ktmiiki sowie als Vertreter der Budapester Kultusgemeinde Oberrat Eugen G a 1 a m b o s, schließlich Vertreter der Knltusgemeinden in Brünn, Mährisch-Ostrau, Lündenburg und der Provinzgemeinden von ganz Oesterreich. Nach Begrüßung durch den Obmann der Zentralkommission für soziale Fürsorge der Wiener Kultusgemeinde, Kultusvorsteher Dr. Leo Landau, hielt Präsident Dr. Desider Friedmann ein« Ansprache, in der er auf die Tragik jüdischer Flüchtlinge und die Notwendigkeit einer geregelten, produktiven Fürsorgetätigkeit auf dem Gebiete der jüdischen Emigrationsarbeit hinwies. Der Direktor der Hias-Ica, Dr. James Bernstci n, gab eine mit vielen Daten und Belegen Illustrierte Uebersicht über die gegenwärtige Lage der jüdischen Emigration, sodann Amtsvorstand Emil Engel und - Amtsleiter Dr. Nahum Blauer ausführliche Berichte über Wanderfürsorge, allgemeine Emigration und das Flüchtlingsproblem der deutschen Juden. Es folgten Berichte der Delegierten aus den einzelnen Ländern und eine Aussprache, die den ganzen Tag dauerte. Es wurde schließlich ein Arbeitsausschuß eingesetzt, der die Durchführung der Beschlüsse der Konferenz in dio Wege leiten soll. .; Dl© Sitzung wurde mit den Ansprachen des Vorsitzenden, Dr. Leo Landau,tund des Präsidenten der Wiener Kultusgemeinde, Staatsrat Dr. Desider Frledniann, geschlossen. Präsident Dr. Friedmahn ■ hlolt einen Nachruf auf Felix W n r b u r g, in welchem er die große von keinerlei engerer Ideologie beeinflußte Menschenliebe Warbnrgs hervorhob"; Die Kundgebung wurde von der Konferenz stehend angehört. Diese' Konferenz hat eine Zentralisierung der gesamten Tätigkeit auf'dem Gebiete der jüdischen Wanderfürsorgc erzielt, indem nunmehr Frankreich, Schweiz, Oesterreich und Ungarn zu einer interterritorialen Arbeitsgemeinschaft zusammengefaßt wurden, der sich Jugoslawien, die Tschechoslowakei, Italien und Polen anschließen sollen. Predigten in den Synagogen. Freitag, den 19. November, werden bei den um 4 Uhr 10 Minuten beginnenden Abendgottesdiensten In nachbenannteri Gemeinde- und Bezirkssynagogen Prediglenjabgehalteh; und zwar: I., Seitenstettengasse 4 (Oberrabbiner Dr. I. Taglicht)'; Iii.,' Untere Viaduktgasse 13 (Rabbiner Doktor K. Kupfer);'V., Slebenbrunnengassc la (Rabbiner Dr. G. M. Mehrer); VIII., Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer); IX.. Müllnergasse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz); X., Humboldtgasse 27 (Rabbiner Dr. A. Weiner); XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. H. J. Zimmels): XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Doktor J. M. Bach); XIX., Dolllnergasse 3 (Rabbiner Dr. A. Frankfurter); XX., Kluckygasse 11 (Rabbiner Dr. B. Murmelstein). — Samstag, den 20. November, beim Vormittagsgottesdienst Schrifterklärung: XXI., Holzmetstergassc 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). Aller Anfang ist.schwer. Sobald das Kind die Zahnbürste selbständig gebrauchen kann, sollte die Mutter ea lehren, täglich die Zähne zu putzen. Nur wer gesunde Milchzähne hat, bekommt gute bleibende Zähne. Für Kinder nur Chlorodorit, die bekannte Qualitäts-Zahnpaste. E Bei Erkrankungen der Harnvvege. und. der Prostata hat ein Glas natürliches „Fraiiz-Josef'-Bitterwasser, des Morgens auf nüchternem Magen getrunken, ausgiebige und leichte Stuhlentleerung sowie'ungestörte Verdauung zur Foige. Fragen Sie Ihren Arzt. E WOCHENsKALENDER FÜR DAS JAHR 5698 November vboj rrmn Kisiew Freitag 19 15 Sabbateingang 440 Samstag 20 16 Sonntag •. 21 17 . - ■ Montag" 22 18 Dienstag 23 19 Mittwoch; 24 20 Donnerstag 25 21 ' ' . . . , ...... I Eigentümer, Verleger, Herausgeber: Oberbaurat Robert t Stricker. Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kolb. —. 1 Druck:- Druckerei- und 'Verlägs-A.-G. Ignaz- Steinmann,'•''£ ■; alle Wien, JX., Universitätsstraße 6-8. ' > '■• . . ■ , ' ••. i Für das Kind: Mafrosen-MBntel DAMEN-MKNTEL gefüttert / für Mädchen IT oder Knaben. 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