Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 696 (22.10.1937)
- Date
- 1937-10-22
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 696 vom 22. Oktober 193* iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiimiiiii yfä\f um Einsendung von Adressen, an die blÜGll ^ro^eexemP^are vcrscnc'cn können Die Verwaltung „DIE NEUE WELT" lillllllllllllilllllllllllllülllllllllllllllllllllllllUIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Jüdische Künstlerspiele Die Mitglieder des Morris-Sch\vartz-En9embles Nach einer Reihe künstlerisch wertvoller Abende werden sich die Mitglieder des Morris-Schwarti-Ensembles von Wien verabschieden. Man muß gestehen, daß man sich an diesen Abenden ist die ruhmreiche Zeit des klassischen jiddischen Theaters zurückversetzt fühlte, wo die Künstler nicht nur erstrangiges Theater boten, sondern sich auch der Verantwortung: als Träger der ostjüdischen Kultur und Sprache bewußt waren. M. L 1 p m a n als Schauspieler und Regisseur hat in Wien tiefen Eindruck gemacht, nicht minder Eny Litnn, die sich in allen Nuancen ihrer reifen Kunst zeigte; J. G r u d b e r g und Natalja Li p man repräsentierten den heute in Polen auf höchster Stufe stehenden naturalistischen Stil. Daß neben Gordin und Berkowitz auch der klassische „D y b u k" An-skis durch die Gäste zur Aufführung kam, beweist, daß sie die Tradition der Wilnaer fortzusetzen fähig sind. Das jüdische Wien ist der Künstlerschar dankbar und wird gewiß ihr "Wiederauftreten mit großer Genugtuung begrüßen. * Für Freitag, Samstag und Sonntag wurde Jakob Gordins berühmtes Schauspiel ,,M i r e 1 e K f r o s" angesetzt. Sonntag, Uhr nachmittags: „Der Dybuk." Als Abschiedsvorstellung gelangt einmalig, und zwar Montag, den 25. Oktober, das Drama „R abbi Sllvcr" von Schalom Asch zur Autführung. « Sevilla Pastor beginnt ihr diesjähriges Gastspiel an den „Jüdischen Künstlerspiclen" Dienstag, den 26. Oktober. Jüdischer Sport Des» FiiBbalikiith Hakoah baut auf Nach den letzten zwei schweren Krisenjahren, in denen es dem F. C. Hakoah so schlecht erging, daß der Bestand des Klubs ernstlich gefährdet war und der Betrieb nur dank der allerschwersten Opfer seitens des Vorstandes aufrechterhalten werden konnte und die treuesten Anhänger die Gefolgschaft verweigerten, ist nun für den Klub eine bessere Zeit gekommen. — Wohl kämpft er noch immer mit argen finanziellen Sorgen, aber die sportlichen Resultate haben es mit sich gebracht, daß selbst die strengsten Kritikaster, die zähesten Nörgler verstummt sind. Im Klub hat wieder reges geselliges Leben eingesetzt; man freut sich wieder der Arbeit und bei jedem Spiel kann man altbekannte Gesichter wiedersehen und auch wieder jene, die immer nur kommen, „wenn es gut geht". Es ist zu hoffen, daß diese günstige Lage, die durch allergrößte Zähigkeit und unbeugsamen Optimismus erzwungen wurde, auch weiterhin anhalten wird; Der Klub tritt im kommenden Jahr in da3 dreißigste Jahr seines Bestandes und der Vorstand plant aus diesem Anlaß größere Veranstaltungen. Um ihre Zukunft zu sichern, braucht die Hakoah unbedingt die Gefolgschaft aller jener Juden, für die der jüdische Fußballsport noch etwas bedeutet und für die der Name Hakoah noch ein stolzer Begriff ist. An diese Menschen appelliert der Vorstand der Hakoah, ihr eine kleine finanzielle Hilfe nicht zu ' versagen und als unterstützende Mitglieder der Hakoah beizutreten. Wohl sind derzeit die Benefizien, die der Klub seinen Mitgliedern machen kann, nur ganz geringfügige, aber mit dem Ansteigen der Mitgliederzahl und der dadurch bedingten finanziellen Erstarkung hofft der Vorstand, den Mitgliedern, so wie einst, große Vorteile bieten zu können. Einen kleinen monatlichen Mitgliedsbeitrag von etwa S 1.— bis 2.—, was ja nur den Verzicht auf einen einzigen Kino- oder Kaffeehausbesuch darstellt, kann wohl jeder, der guten Willens ist, leisten. Der Fußballklub Hakoah bittet daher alle jüdischen Sportfreunde, die an dem Aufbau mitarbeiten wollen, ihm mit Korrespondenzkarte (Fußballklub Hakoah, "Wien, I., Uraniastraße 2) Name und Anschrift bekanntzugeben und gleichzeitig mitzuteilen, wann der Besuch eines Klubfunktionärs erwünscht ist. Anmeldungen sind auch bei den Wettspielen der Hakoah an die Funktionäre des Klubs erbeten. * Das nächste Wettspiel der Hakoah gegen Weiße Elf findet Im Rahmen einer Doppelverstaltung mit dem Spiel Helfort gegen Austro-Fiat am Sonntag, den 24. Oktober, um 9 Uhr vormittags auf dem Helfort-Platz, Wien, XVI., Kendlerstraße 48 (Straßenbahnlinie 46 ab Bellaria bis Endstation), statt und rechnet die Hakoah auf das vollzählige Erscheinen ihrer Freunde. Go. Judath Deutsch startet in London Aus London wird uns berichtet: Im modernsten Schwimmbad Londons, im eben erst fertiggestellten Marylebone Baths, veranstaltete M a k k a b i, London, sein erste« internationales S c h w i m m f e s t. Die wundervolle Haupthalle des mit einem Kostenaufwand von 250.000 Pf. St,, fertiggestellten Bäderbaues bot den erstklassigen sportlichen Ereignissen einen überaus stimmungsvollen Rahmen. Ueber tausend Zuschauer, .unter ihnen Vertreter der tschechoslowakischen und österreichischen Gesandtschaft und britischer Behörden, waren erschienen. Da Bar Kochba, Bratislavas tschechoslowakische Meistermannschaft an der Veranstaltung teilnahm, war neben den britischen und den jüdischen Farben auch die tschechoslowakische Flagge aufgezogen worden und es wurde eine Trauerminute zum Andenken des verstorbenen Präsidenten Dr. Masaryk eingeschaltet. Judith Deutsch von der Wiener Hakoah, die zu längerem Aufenthalt in England wellt, trat, obwohl ziemlich untrainiert, der englischen Meisterin Frau Banf leid entgegen und wurde über 160 Meter ziemlich knapp geschlagen. Ihr Start war überaus populär. Die tschechoslowakischen Schwimmer bewiesen ihre ausgezeichnete Klasse, waren aber Insofern benachteiligt, als ihr Brustschwimmer Abelen, der erst vor zwei Wochen beim Länderkampf gegen Jugoslawien im 200-Meter- Brustschwimmcn mit 2:53,4 einen neuen Rekord aufgestellt hatte, seit damals an einer Magenverstimmung litt und in London völlig außer Form war. Lord Melchett hatte einen wunderschönen Pokal für dio 6 mal 44 Yard-Staffel gestiftet, der von Mrs. Levey der siegreichen Mannschaft des S. C. Otter überreicht wurde. Makkabl, London, als der erfolgreichste Verein bei den Makkabl-Meister- »chaften, erhielt den Conrad-Abrahams-Cup, Die schwlmmerlBchen Leistungen des jungen Makkabl-Verelnes waren nicht hervorragend, aber versprechend. Der erste 17 Jahre alte S. Edelman gewann die 100 Yard Freistil in 63 Sekunden, Martinson siegte im Rückenschwimmen in 1:17,4. S. Edelman gewann auch die 220 Yard In 2:58,6. Die Schwimmer der Bar Kochba starteten gegen eine in» offizielle Mannschaft, in der verschiedene britische Meister mit« taten. B a d e r 1 e (Bar Kochba) gewann das 100-Yard-Rücken- »chwimmen in 67 Sekunden vor French Williams (Penguln) in 69,2 Sekunden. Der britische Meister D o v e (Otter) siegte in 100 Yard Freistil in 56,4 vor Frucht (Bar Kochba) In 66,8 und F oeldes (Bar Kochba). Die letzte Wende befand sich 32 Yard vor dem Ziel. Frucht nahm sie In führender Position. Sie mißlang ihm aber und entschied das Benneu, In der 2 mal 88 Yard» , Lagenstaffel holte 9»dcrle einen knappen VoTsprung gegen French Williams. Abeles verlor jedoch gegen Davis 6 Sekunden, und obwohl Steiner gegen Dove wieder einiges davon gutmachte, siegte doch die britische Staffel überlegen in 2:46,6 vor Bar Kochba in 2:50,4. Antike jüdische Sport-Hcstotie Im Jüdischen Buchverlag Berthold Lcv y (Berlin) ist ein Buch, „D er Jüdische Läufe r", von Felix P i n c % 0w e r erschienen, das sich in geradezu spannender Welse mit dem Nachweis der sportlichen Leistungen der Juden vor mehr als zweieinhalb Jahrtausenden befaßt. Der Autor benützt vor allem die Bibel als Quelle für seine Forschungsarbeit, die im wesentlichen dem aieldeläuferwesen gilt. Der Inhalt dieses Buches ist sicherlich von besonderem Interesse für jeden Mnkkabi und Hnzair, um so mehr, da bisher noch keine solche Spezialarbclt existiert. Der Jüd.-Akad. Philosophcnvereln eröffnet seine Saison am 23. Oktober um 8 Uhr abends im großen Saal des Cafe Landtmann, Wien. I., Dr.-Karl-Lueger-Ring 4 (nächst der Universitit'), mit einem Tanzabend (Non-Stop-Tanz, Tanzspiele, Ueberraschungcn). Iiistadruth Iwrith. Samstatr, den 23. Oktober, um «49.Uhr abends im Vortragssaal des Cafe Central. II., Taborstraße 8,.Vortrag Rabbiner Dr. A. Kaminka über ,,Likrat Hnmedina haiyrit". — Seminare der Histadruth: Samstag den 23. Oktober, um Vi? Uhr abends Literaturseminar (Hauerbach); um!-:8 Uhr abends Bibelseminar (Dr. J. Schächter). — In der Generalversammlung wurde Dr. Dawid Rothblum zum Ehrenpräsidenten der Histadruth Iwrith gewühlt. In das räsidlum der neuen Leitung wurden gewählt: Professor J. Gelernter (Vorsitz), Professor Dr. -M. E. Klarmann und Dr. J. SchäcMer. Ferner gehören dem neuen Ausschuß an: Dr. Tartakower. Rabb. Zucker (Sekretär), Frostig (Sekretär), Selzer (Kassier). Professor "Wiesen, Dr. Weinstein. Frau B.-uier, Dr. Schapira, Geländer, Dr. Pikholz, Dr. Brüll, Rudsky und Schlomeauerbach. Jüdischer IIochschulnu.s<ichuß. Donnerstag, den 28. Oktober, um 8 Uhr abends findet im Cha1es-Saal, Wien. IX.. Alserstraßc 26, ein Vortrag des Herrn Dr. Willi Perl Ube,r das Thema „Die Lage der jüdischen Studenten in Polen" statt. Gäste willkommen! Misrachl-Lnndesverband. Freitag, den 22. Oktober, um Ji9 Uhr abends im Helm, II., Praterstraße 60, Eröffnung der diesjährigen Oneg-Schabbath-Veranstaltungen. Festredner: Kultusvorsteher Dr. Mendl Rosenberg; liturgische Gesänge: Oberkantor S. Kreutstein. Angfiidte VerBaie^barun^en der Das Präsidium der israelitischen Kultusgemeindc Wien hat Frl. Gerda Gottlieb, Mitglied der Leichtathletiksektion des Sportklubs Hakoah, welche zum fünften Male heuer im modernen Fünfkampf Meisterin von Oesterreich wurde, in einem herzlichen Schreiben beglückwünscht. Gleichzeitig hat das Präsidium Anlaß genommen, zwei jüdischen Schülern, dem 15jährigen Ernst Fleischer und dem 13jährigen ■ Herbert Friedmann, beide wohnhaft XX., Klosterneuburgerstraße 61, die Anerkennung dafür auszusprechen, daß sie in der Nähe der Brigiftenauer; Lände m^utijg, unfd entschlossen in den Öonaii'k anal_ .ö-jfö angen und eine lebensmüde 18jährige Schneiderin vor dem Ertrinkungstode retteten. Chor der Kaschelschul veranstaltet Samstag, den 23. Oktober, um halb 9 Uhr abends in der Toynbeehalle, XX., Denisgasse 33, einen Konzertabend. Mitwirkende: Oberkantor Kreut stein, Prof. Zimbler, Sascha F i d e r e r. Restliche Karten an .der Abendkasse. Predigten in den Gemeinde- und Bezirkssyhagogcn. Freitag, den 22. Oktober 1937, werden bei den um 4 Uhr. 50 Minuten beginnenden Abendgottesdiensten in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: I., Seitenstcttengasse 4 (Otoerrabbiner Dr. I. Taglicht); III., Untere Viaduktgasse 13 (Rabbiner Dr. K. Kupfer); V., Siebenbrunnengasse 1 ä (Rabbiner Dr. M. G. Mehrer); VIII., Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer); IX., Müllnergasse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz); X., Humboldtgasse 27 (Rabbiner Dr. A. Weiner); XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. H. J. Zimmels); XVI., Hübergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach); XIX., Dollinergasse 3 (Rabbiner Dr. A. Frankfurter); XX., Kluckygasase 11 (Rabbiner Dr. B. Murmelstein). Samstag, den 23. Oktober 1937, beim Vormittagsgottesdienst Schrifterklärung: XXI., Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). Gottesdienst für dio reifero Mittelschuljugend. Freitag, den 22. Oktober 1937, um halb 7 Uhr abends findet ein Gottesdienst für die reifere Mittelschuljugend (IV. bis VIII., Klasse) im Stadttempel, I., Seitenstottengasse 4, statt. -Hjn Bestrenommiei le Küche '""UPS REICHHALTIGE MENÜS ä S 1.90 UNO 2.60 i C H W h L rl l t l< blUb H, Hammer-Purgstall-Gasse 3 (nächst Salztorbriidte) fei. A-M-0-25 WOCHENsKALENDER FÜR DAS JAHR 5698 Oktober pi?n rmn Cheichwan Freitag 22 17 Sabbateingang 4-50 Samstag 23 13 Sonntag 24 19 ■.Montag 25 20 Dienstag 26 21 •Mittwoch 27 22 Donnerstag 28 23 Eigentümer, Verleger, Herausgeber: Oberbaurat Robert Stricker. Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kolb. ~ Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ignaz Steinmann, alie Wien, IX., Universitätsstraße 6-8. äeide, Stoffe i Streifflanelle für Pyamas und Dressings, p. 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