Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 695 (19.10.1937)
- Date
- 1937-10-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 DIB NEUE} WELT Nr. 6Ö5 vom 19. Oktober 1937 AUS ALIER WELT Von den Chasaren ' Aus Prag (J. T. A.): Der bekannte Orientalist Henri Gregoire (Brüssel) hielt als Gast des Kondakov- Instituts in der Karls-Universität 2u Prag einen Vortrag über „Geschichte und Legende der Chasaren". Ueber dieses merkwürdige und ganz verschollene Volk, führte Gregoire aus,, und über dessen Weg und Entwicklung sagen nur spärliche« historische Dokumente Sicheres aus. Im zweiten Jahrhundert ist es, nach Meinung der meisten Gelehrten, ein T u r k - V o 1 k, vom Ural her über SUdrußland hereingebrochen, und hat in den Wolgaebenen am Kaspischen Meer fast ein Jahrtausend geherrscht. An den Geschicken des Reiches und Hofes von Byzanz hat es als Gegner und Hilfsvolk bedeutend Anteil. Im achten Jahrhundert trat es zum Judentum über. Der vorangegangene Geisteskampf von Vertretern der drei monotheistischen Religionen vor dem Chakan (König) ist in einem berühmten philosophischen Werk des hebräischen Dichters Jehuda Halevl verewigt. Kurz vor dem Untergang gab es eine Korrespondenz zwischen einem jüdischen Staatsmann des arabischen Spanien, dem Premierminister Abdurhamas III. in Cordoba, Chasdai ibn Schaprut, und dem letzten der zwölf jüdischen Chasarenkönige, Josef, die im 17. Jahrhundert aufgefunden wurde. Prof. Gregoire unterschied klar zwischen echten und falschen Berichten. Nach einer Hypothese soll der im Ostjudentum aufgegangene Teil des Chasarenvolkes in der'Sekte der Karaim kontiert sein. Die schwarzen Juden Abessiniens Aus Rom: Kolonienminister Alessandro Lessona hat die Führer des Verbandes jüdischer Gemeinden, Ing. Guido Z e v i und Adv. Carlo Alberto Viterbo, in längerer Audienz empfangen. Sie überreichten dem Minister ein Memorandum, betreffend die Lage der Palaschas und die Organisation der jüdischen Gemeinden In Abessinien. Adv. Viterbo war seinerzeit vom Verband jüdischer Gemeinden in Italien mit Zustimmung der italienischen Regierung nach Abessinien entsandt worden, um jüdische Gemeinden in Addis Abeba und in Dire Dau zu gründen, ferner um an Ort und Stelle die Verhältnisse und die Bräuche der Falaschas, der schwarzen'Juden in Abessinien, zu studieren. Adv. Viterbo wellte in Abessinien von August 1936 bis März 1937 und besuchte während ' dieser Zeit auch die entlegenen Falascha-Siedlungen in Gondar. " Der* Bericht an den Kolonienminister Lessöna befaßt sich hauptsächlich mit der Frage der Notwendigkeit, für die Falaschas ein geordnetes Schulwesen ins Leben zu rufen und ihnen außer einer jüdischen Erziehung auch die Möglichkeit einer modernen landwirtschaftlichen und fachlichen Ausbildung zu geben. Der Kolonienminister versprach, die Vorschläge AdV. Viterbos und die Wünsche des Verbandes der jüdischen Gemeinden nach Hilfeleistung für die Falaschas eingehend zu prüfen. Eine Masaryk-Straße in Tel-Aviv Aus Tel-Aviv: Bei den Trauerfeiern, die in ganz Palästina stattfanden, wurde eine Resolution des Inhalte^ angenommen, ehestens eine An Siedlung jüdischer Einwanderer aus der Tschechoslowakei zu gründen, welche den Namen des verstorbenen Präsidenten T. G. Masaryk tragen und „Kfar (Dorf) Masäryk" heißen wird. Der Stadtrat in Tel-Aviv hat. beschlossen, eine der Hauptstraßen „Masaryk-Straße" zu benennen. Das Siedlungswerk deutscher Juden In Costa Rica in Gefahr Aus New York (J.T. A.): Aus San Jose berichtet „Associated Press", daß die Eintragung der von Refugees Economic Corporation im Hinblick auf die geplante Ansied 1 ung von Juden aus Deutschland in Costa Rica getätigten Bodenkäufe in das Grundbuch, mit der Begründung verweigert worden ist, daß die Ziele der Gesellschaft mit der nationalen Souveränität Costa ßicas in Widerspruch stehen. Die Streitfrage wird nunmehr den Obersten Gerichtshof von Costa Rica beschäftigen. KINOrPROGRAMME r Ulli erteil Die MARX BROTHERS ^^^^Sü^j^^ii in de0a musikalischen Lustspiel ,.«.<, SKANDAL AUF »,.„„,.,.*— Ö£R RENNBAHN Vorverkauf ab 10 Uhr vormittags ununterbrochen ugarten- Kino II, Untere Augartan- [straffe 28 Telephon A-40-8-M Beaiun: •/«!, «/,»',1«», '/JO Uhr Ur- und AHelnaufführung In Wien Der erste Tonfilm In jidd. Sprache pdlHut'kM mit deutschen Fußtiteln Mit MALY PICON Das Programm des PaIäsffna»§ymphoti<e* Orchesters Aus Jerusalem wird gemeldet: Die Leitung des Palästina-Orchesters gibt bekannt/ daß' außer Arturo T o s c a n i n i noch eine Reihe anderer bedeutendef ausländischer Dirigenten Abonnementkonzerte leiten werden. Gesichert ist die Mitwirkung von Dr. Malcolm S a r g e n t, Issay Dobrowen und Hans Wilhelm Steinberg. Das Programm der nächsten Saison umfaßt Tonwerke von Bach, Beethoven, Berlioz, Bloch, Bruch, Chopin, Delius, Dvorak, Cäsar Franck, Händel, Haydn, Krein, Mahler, Mendelssohn, Milot, Moucsorgsky,; Mozart, Rocca, Rossini, Sandor, Schubert, Schumann. Tschaikowsky und Wladimir Vogel. Als Neueinrichtung Ist die Gründung eines Kammer Orchesters vorgesehen, das von Michael Taube geleitet werden wird. Politik und Gesdiidite um Palästina Dlo heute erscheinende Kummer des „Christlichen Ständestaat" publiziert unter anderem einen Aufsatz seines Genfer Mitarbeiters Dr. R. Steffens über Politik und Geschichte um Palästina. Dieses, Thema wurde vom katholischen Standpunkt aus bisher noch nicht mit solcher Gründlichkeit und Klstorisch-politlscher Wlsscrtschaftlichkeit behandelt," wie eis hier geschehen ist. —-T- Abschiedsvorstellungen der Mitglieder des Morris- Schwartz-Ensembles in den. „Jüdischen Künstlerspielen''' Das historische Volkssfü'ck „Der polnische Puretz" gelangt nur mehr einige Tage i^ur Aufführung. Für die letzten Abende des Gastspiels-,wird das Schauspiel „Sündige Menschen" von Schalom Asc.h vorbereitet. Nach Beendigung des Wiener Gastspiels begibt sich das Ensemble zu einer längeren Tournee ins Ausland.-. Die Direktion der „Jüdiöphen Künstlerspiele" hat das Volksstück mit Gesang und Tanz „Das Melamdel" von F. Frey man, Musik .von J. S. Polaköw,-erworben und für die Titelrolle Sevilla P a<a1 o r gewönnen. Der Sensationsfilm der ^aramount „Die Dschungelprinzessin" erscheint diese Woche in den Wiener Kinos. Ein neuer Sascha-Guitry-irUm. Ab Mittwoch, den 20. -ds., gelangt im Kruger-Kino,, I., Krugerstraße,. der neue Sacha-Guitry-Film „Mein Vater hat recht gehabt" zur Aufführung.; ' Abteilungsvorstand Dr. Sanel Beer, prakt. Arzt,, hat seine Ordination von VI.,-Linke Wienzeile 6, ,nä'ch IL, Praterstraße 25 a, zurückverlegt. Tel. Nr. R-45*l-87. ' Judischer Sport Hakoah—A. S. K. Schwechat 3:1(1:0) In einem einwandfreien und überaus fair geführten Kampf gelang es der Hakoah, auf dem „heißen". Boden in Schwechat zwei wichtige Punkte zu erringen. Das Spiel, welches von Schiedsrichter Müller in ausgezeichneter Weise geleitet wurde, sali die Hakoah dank ihrer technischen Ueberlegenheit fast ständig im Angriff; bei etwas größerem Schußglück der Stürmer wäre das Skore weitaus höher ausgefallen. Die Hakoah- Mannschaft scheint nun ihre Schwächeperiode wieder überwunden zu haben und bot eine absolut erstklassige Leistung, Bei den Schwechatern, die mit großem Fleiß arbeiteten,, aber gegen den überlegenen Gegner nichts zu bestellen hatten, zeichneten sich die gesamte Verteidigung und der Mittelläufer Bozi und der rechte Flügelstürmer Buchinger aus. Die Tore fielen in der 25. Minute durch Ehrlich 2, in der 48. Minute durch Glaser und in der 62. Minute durch Ehrlich 2. Das Tor für A. S. K. Schwechat erzielte in der 74. Minute Kreuz. Als der Schlußpfiff ertönte und die Spieler zum Ausgang liefen, strömten wie auf Kommando von der Stehplatzseite hunderte Schwechat-Anhänger ins Spielfeld und versuchten die Hakoaih-Spieler zu lynchen. Die am Schluß der Spielergroxppe laufenden Egri und Weiß bekamen auch etwas ab, setzten ßicäi aber selbstverständlich gegen die Rowdies entschieden zur Wehr und erreichten unverletzt den Spielerausgang« Die Rauferei wurde nun - von den „Schwechater Sportfreunden" ins Publikum getragen und jüdische Zuschauer wurden, hauptsächlich von rückwärts, angegriffen. Es gab natürlich Verletzungen und Beschädigungen der Kleider, Die aus drei ganzen Mann bestehende Wache war selbstverständlich machtlos, da die Ordner, die zur Verstärkung der Wache hätten da sein sollen, laut Auasage von Augenzeugen, nach vorsorglicher Abnahme der Ordnertrinden, unter den Kombattanten weilten. — Es wurde nun bisher über den Schwechater Platz so viel Unrüfcntfidhes berichtet, daß dieser neuerliche beschämende- Vorfall dem Wiener Fußballverband endlich Veranlassung geben müßte,, die Schwechater durch die Sperre ihres Platzes darauf aufmerksam zu machen, daß sie ihrem Anhang, wenner an einer Wiener Meisterschaft teilnehmen 'Wfll, begreiflich machen müssen, daß er auch Wiener Sitten annehmen muß. Die Hakoah spU am kommenden Sonntag gegen Weiße Elf im Rahmen einer Doppelveranstaltunig mit dem Spiel Helfort—Austro-Fiat auf dem Helfort-Platz an* treten. Durch die plötzliche Ansetzung des Städtespiels Wien—Prag in Wien steht es augenblicklich, noch nicht fest, zu welcher Tageszeit diese Veranstaltung zur Durchführung gebracht wird, beziehungsweise, ob sie nicht schon am Samstag abgehalten werden wird. G. Eigentümer, Verleger, Herausgeber: Oberbaurat Robert . Stricker. Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kolb. — Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ignaz Steinmann, "alle Wien, IX., Universitätsstraße 6-8. .90 Sport-Anzüge aus tharriatweedflnirartigen Stoffen . ,'. S J9 Boxcalf-Schuhe 1C mit Crouponsohle . S J 3 Damenkleider Scholien-Kleider » schöne-Dessins .'.8 3 Winter-Dirndln e mit HalsrUsche ,. . S D Herbst-Kleider in Modefarben . . . S WollstoH-Klelder mit weißer Kragen- 14.90 Garnitur ... , . .8. JA Jersey-Kleider neue Farben - und 1 K.90 Fassons .... , . 8 Jt ,90 .90 J.00 K.-Selde, in schönen Modefarben . . . ,S Zellwoll-Noppe* der ideale Kleiderstoff für kühle Tage . . . 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