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Die neue Welt · 1937-10-15 · Heft 694 (15.10.1937) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 694 (15.10.1937)
Date
1937-10-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 694 vom 15. Oktober 193T GRABSTEINE FRIEDLÄNDER & DEUTSCH fien, l. Bez., Seitenstettengasst 2, Ijf Samstag Ein weißer Rabe Aus Warschau: Der bekannte polnische Schriftsteller Waclaw Rogowicz, der ein Vetter des Rektors der Warschauer Technischen Hochschule, Professor Zawadzki, ist, veröffentlicht im „R o b o t n i k", dem Organ der Polnischen Sozialistischen Partei, einen Offenen Brief an Prof. Zawadzki, in welchem es heißt: „Durch die Einführung eines Ghettos an einer polnischer« Hochschule waren sie der erste, der dem Druck Wr abenteuerlichen nationalistischen Elemente nachgegeben hat. In diesem Schritt sieht die westliche Welt ein Zeichen dafür, daß Polen der F a m i 1 i e d e r Kulturvölker nicht mehr angehört. Ihre Kleingeistigkeit veranlaßt mich, als Ihren Vetter, zu erklären, daß ich mich von nun an nicht mehr als Ihren Verwandten betrachte. Als Pole, Europäer und unabhängiger Schriftsteller drücke ich Ihnen meine aufrichtige und tiefe Entrüstung aus'." Ein Antisemit verurteilt Aus Budapest: Vor Gericht hatte sich der ungarische Schriftsteller Dezsö S z a b o wegen Aufreizung zum Klassenhaß und gegen die jüdische Konfession zu verantworten, ein Delikt, das er, der Anklageschrift zufolge, in seinen Schriften „Das Problem des ungarischen Thrones und Oesterreich" und „System der extremen Richtungen" begangen hat. Szabo sagte zu seiner Verteidigung, die Grundbesitze 4jber 10.000 Joch seien im Besitz der Grafen, der Kirche, der Schwaben und der Juden. Er verwahrte sich dagegen, daß in Ungarn überall Fremde die höchsten Stellen besetzen, angefangen vom Königsthron bis zu den hohen Aemtern. Ich nenne, sagte Szabo, als meine Quellen das Statistische Amt und den Ministerpräsidenten Daranyi. — Präsident: Sie haben den Ministerpräsidenten falsch verstanden, wenn Sie aus seinen Reden Antisemitismu-s herauslesen. — Angeklagter: Er hat konstatiert, daß die Juden im Wirtschaftsleben eine zu große Rolle spielen. — Präsident: Dafür können die Juden nichts. Wenn sich mehr Christen diesen Berufen gewidmet hätten( wäre das Verhältnis ättders. — Das Gericht verurteilte Szabo wegen Aufreizung zum Klassenhaß zu einem Monat Gefängnis. Konfessionelle Aufreizung konnte nicht festgestellt werden, da die Ausführungen des Angeklagten sich offenbar gegen die besitzende Klasse richteten und er auch gegen die Juden nur als Angehörige dieser Klasse und nicht als" Konfession losgezogen sei. Der Flughafen von Lydda Aus Jerusalem: Der bereits seit einiger Zeit zur Benützung freigegebene Flughafen bei Lydda geht seiner Vollendung entgegen. Nach Durchführung der jetzt unternommenen Verbesserungen wird der Flughafen der besteimganzenNahenOsten sein. Zu dem Flugfeld gehört auch eine mit den modernsten technischen Errungenschaften ausgestattete Sendestation, eine meteorologische Station und alle Anlagen für die Landung von Flugzeugen bei Nacht. Soeben wurde ein großer Flugzeugschuppen fertiggestellt, in dem zwei große Passagierflugzeuge und sieben kleinere Flugzeuge untergebracht werden können. Noch im Bau befinden sich ein Hotel mit Restaurant für die Passagiere und ein großes unterirdisches Benzinreservoir. Geplant ist auch die Errichtung von Unterkunftsräumen für das Personal des Flughafens. Der Flughafen wird jezt durch die Imperial Airways, die holländische Fluglinie KLM, die polnische Linie „Lot", die Misr Airways und die vor kurzem gegründete Palestine Airways regelmäßig benutzt. Kapitalserhöhang bei der Palestine Electric Corporation (Ruthenberg) Aus Jerusalem: Das palästinensische Amtsblatt hat die Erhöhung des Aktienkapitals der Palestine Electric Corporation von 2,500.000 auf 4 Millionen Pfund durch. Ausgabe von 1,500.000 Aktien zu 1 Pfund bekanntgegeben. Vereinsnadiridifen Der Erste Wiener Jüdische Turnverein Makkabi, IX.. Liechtenstetnstraße 20 (gegründet 1898), hat den vollen und regelmäßigen Betrieb in der renovierten Halle für alle Abteilungen aufgenommen. Bs Bind dies: Kleinkinder. Kinder. Knaben und Mädchen. Herren, alte Herren, moderne rhythmische Gymnastik für Frauen und Mädchen, schwedisches GeBundheitsturnen für Männer. Boxsektion (Kampf- und Gesundheitaboxen), Die Beiträge sind für aUe Abteilungen mäßig gehatten. Auskünfte und Anmeldungen täglich abends (außer Sonn- und Feiertag). — Der 39jährige Bestand des Vereines ist ein Beweis dafür, -welche Beliebtheit sich der ..Makkabl IX" in weitesten Kreisen des Wiener jüdischen Publikums erworben hat. Jüdische Eltern, lasset eure Kinder im „Makkabl IX" zu seelisch und körperlich gesunden und aufrechten Juden heranbilden, nach dem alten Grundsatz: „mn gesunder Geist in einem gesunden Körper." O. F. Eröffnunusmeetlng de» Schwimmklub» Hakoah. Der Schwimmklub Ha) ab tritt kommenden Sonntag, den 17. d., mit seinem ersten internen Meeting der diesjährigen Herbstsaison vor die Oeffentllchkeit. Das Schwlmmfest wird Im Dianabad abgehalten und beginnt um 7 Uhr. Die große Anzahl der Startenden sowie die Auswahl der Bewerbe kann in allen Rennen spannende Kämpfe erwarten lassen. Ein Schauspringen, ausgeführt von der Springerriege der Hakoah. sowie ein Wasserballmatch zweier Hakoahmannschaften werden das Programm bereichern. Erwähnenswert Ist, daß die an diesem Tage vollzogenen Neuanmeldungen von sämtlichen Einschreibe gebühren befreit sind. Die Eintrittspreise sind so niedrig gehalten, daß es Jedermann möglich Ist, dieses schöne jüdische Schwimmfest zu besuchen. Hlstadruth Iwrith. Samstag, den 16. d„ halb 9 Uhr abends, Im Vortragssaale des Cafe „Central", II., Taborstraße 8, Vortrag Dr. J. Schächter, über: „Tarbut wegoral." Kein KonBum! — Seminare der Hlstadruth: 7.30 Uhr Bibelaemlnar (Gr. Schächter).. < Der Lesesaal der „Lese- und Bedeballe jüd. Hochschüler", Wien, IX., Türkenstraße 9, 3. Stiege, ist wieder geöffnet und jedermann frei zugänglich. Es liegen die verschiedensten Zeltungen in deutscher, hebräischer und jiddischer Sprache auf. Lesezeit täglich von dreiviertel 4 bis dreiviertel 8 Uhr abends. „Mathilde", Verein zur Bekleidung armer jüdischer Schulkinder, Wien, IL, Gr. Sperlgasse 41. gibt bekannt, daß die Gesuche um Bekleidung bis einschließlich 31. Oktober entgegengenommen werden. Später einlangende und nicht auf Vereinsformulare geschriebene Gesuche' werden nichtberücksichtigt. Formulare sind im Vereinlokale erhältlich. Chajes-Ausstellung. Am 24. November jährt sich zum zehntenmal der Todestag des Oberrabbiners Prof. Dr. Zwi P e r e z C h a j e s. Der Zionistische Landesverband für Oesterreich veranstaltet aus diesem Anlaß in seinen Räumen eine Ausstellung. Wir ersuchen alle Personen, die Uber Briefe usw. des Verstorbenen verfügen, diese dem Zionistischen Landesverband, Wien, I., Marc- Aurel-Straße 5, leihweise für die Dauer der Ausstellung zur Verfügung stellen zu wollen. Amtliche Verlautbarungen der Ifrael« Kultusgemeinde Wien« Predigten in den Synagogen. Freitag, den 15. Oktober 1937, werden bei den um 5 Uhr beginnenden Abendgottesdiensten in nachbenannten Synagogen Predigten abgehalten, und zwar: VI., Schmalzhofgasse 3, Rabbiner Dr. J. Drobinsky; XVIII., Schopenhauerstraße 39, Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz. — Samstag, den 16. Oktober 1937, beim Vormittagsgottesdienste Schrifterklärung: XXI., Holzmeistergasse 12, Rabbiner Dr. M. Rosenmann. Israelitische Jugendgottesdienst«. 1. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschüler(innen). Samstag, den 16. Oktober 1937, um 3 Uhr nachmittags in allen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. 2. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler und -Schülerinnen der Unterklassen im II., IX. und XX. Bezirk. Samstag, den 16. Oktober 1937, um viertel 5 Uhr nachmittags im Leopoldstädter Tempel, II., Tempelgasse 5, und in den Bezirkssynagogen, IX., Müllnergasse 21, und XX., Kluckygasse 11. Gottesdienst für die reifere Mittelschuljugend. Freitag, den 15. Oktober 1937, halb 7 Uhr abends, findet ein Gottesdienst für die reifere Mittelschuljugend (IV. bis VIII. Klasse) im Stadttempel, I., Seitenstettengasse 4, statt. Die Ansprache hält Herr Oberrabbiner Dr. Taglicht. Helft den jüdischen Studenten! Der Verein zur Erhaltung und Förderung der Mensa academica judaica lenkt die Aufmerksamkeit der jüdischen Mitbürger auf die für die jüdischen Studenten lebenswichtige Institution, welche naheau 250 armen jüdischen Studenten aller Wiener Hochschulen täglich einen Freitisch oder eine weitgehende Ermäßigung gewähTt. Das Kuratorium des Vereins bittet, durch Spenden zur Linderung der Not der jüdischen Studentenschaft beitragen zu wollen. Adressen für Geldsendungen: Verein zur Erhaltung und Förderung der Mensa academica judaica, IX., Lazarettgasse- 6, ■ Postsparkassenkonto Nr. D 30.372. JUstoütokt Bittet ßestrenommierie Küche "Nps REICHHALTIG! MENÜS ä S 1.90 UNO 2.60 tCHWECHAlhk BRAU ll,Hammttr*Purgsfal!»Gasttt 3 (iridis! Sahlor»)* Tel. A41-0-25 Austritte aus dem Judentum Gottesmann geb. Schornstein Eva, Haushalt, geb. 2. August 1873, Zloczow, verh., XX., Hellwagstraße 34. Leicht geb. Rosenberg Johanna, Private, geb. 21. Jänner 1896, Wien, verw., VII., Mariahilferstraße 58. Schoen geb. Wendel Helene, Haushalt, geb. 24. August 1893, Wien, verh., III., Schrottgasse 9. Krausz Dr. Rosa, Journalistin, geb. 8. Februar 1902, Wien, ledig, I., Weihburggasse 4. Leitner Dr. Ing. Hans, Baumeister, geb. 7. Mai 1885, Wien, verh., I., Franziskatterplatz 1. Groß geb. Suchanek Her« mine Ida, Private, geb. 5. Jänner 1902, Wien, verh., I., Wollzeile 3. Breier Alfons, Zahntechnikergehilfe, geb. 25. April 1913, Wien, ledig, I., Köllnerhofgasse 2. Bunzl Emil, Fabrikant, geb. 2. Juli 1886, Wien, verh., IV., Schlüsselgasse 8. Kanderer Ren€e, Kontoristin, gRb. 8. September 1911, Wien, ledig, II., Obere Donaustraße 57. Schulz Leonie, Private, geb. 3. Oktober 1916, Wien, ledig, XIX., Cottagegasse 78. Fleischner Anna, Private, geb. 24. Jänner 1872, Bratislava, ledig, XIII., Fansangartengasse 88. Weiß geb. Coubal Berta, Weißnäherin, geb. 28. April 1902, Wien, ger. gesch., XX., Dresdnerstraße 64. Grosz Katharina, Handelsangestellte, geb. 11. August 1914, Wien, ledig, XX., Dammstraße 14. Neumann Lilly, Private, geb. 7. September 1909, Königinhof a. d. E., ledig, XIX., Hasenauerstraße 30. Goldblatt Emma, Musiklehrerin, geb. 7. Jänner 1896, Wien, ledig. IX., Spittelauerlände 13. WOCHEN*KALENDER FÜR DAS JAHR 5698 Oktober \rm jrsnn Chetcltwan . Freitag 15 10 Sabbateingang 5 00 Samstag 16 11 Sonntag 17 12 Montag 18 13 Dienstag 19 14 Mittwoch 20 15 Donnerstag 21 16 —o , ,v..v6w, .av.v.uo65uci, vucj.ua.ui ai j.\uijvll Stricker. Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kolb. — Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ignaz Steinmann, alle Wien, ES., Universitätsstraße 6-8. Fischgrat - Mäntel od. Slipper, auf ___- Seide, Modeschnitt (lt. Bild) S Sport-Anzüge aus harristweed- Hfl artigen Stoffen . . . S <JS Boxcalf-Schuhe 1R mit Crouponsohle , S J J Damenkleider schöne Dessins . . S Schotten-Kleider ^.90 in Modefarben . , . S 1 5' Winter-Dirndln e 90 mit Halsrüsche . . 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