Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 691 (5.10.1937)
- Date
- 1937-10-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 691 vom 5. Oktober 1937 hinausgeschoben sein — so meldet die gutinformierte Londoner „Morning Post" . . . Der Pessimismus der Londoner Presse in der Teilungsfrage, welcher jetzt in Erscheinung' tritt, ist ebenfalls ein böses Omen für die Teilungsenthusiasten vom Range Ben-Gurions-Mosche Smilianskis, denn jedermann weiß, daß in auswärtigen Fragen die Londoner Presse mit der Regierung aufs engste verbunden ist. Die Araber setzen ihre Gegnerschaft gegen die Teilung- Palästinas fort. Genf ist voller Zweifel. Nun sind wir soweit, daß England selbst auf der Suche nach einem ehrenhaften Rückzug ist. Nur einer ist übriggeblieben, der noch an dem Gedanken der Teilung Erez Israels hängt, und das ist Israel selbst... Tcilungshyänen Wer die Entscheidung des Völkerbundrates anläßlich seiner letzten Genfer Tagung gelesen hat, wird zweifellos die Ueberzeugung gewonnen haben, daß wir mehr denn je von der Verwirklichung des Teilu-ngsplanes entfernt sind. Für die Mitglieder des Völkerbundrates sind die bisher von englischer Seite vorgeschlagenen Lösungen nicht verbindlich. Im Gegenteil: der Bericht der politischen Kommission des Rates erklärt ausdrücklich, daß keine vorgefaßten Meinungen über die Lösung der Palästina- Frage maßgebend sein werden. Klare Worte, vernünftige Worte. Man sollte meinen, daß diese Richtlinien besonders für die zionistische Auffassung Geltung haben werden. Um so mehr, als sogar die schwächliche Resolution des Züricher Kongresses keine Vorbereitung zur Durchführung des Teilurigsplanes enthält. Und doch ... Wir entnehen einer J.-T.-A.-Nachricht, daß zwei Herren aus Palästina, nämlich Dr. Jacob Thon, der Direktor der zionistischen Palestine Land Development Company, und Dr. K. Mendelssohn in Griechenland (Saloniki) eingetroffen sind, um die Ergebnisse des griechisch-türkischen Bevölkerungsaustausches zu studieren. Aus privatem Wissensdrang etwa? Oder um ein Buch über dieses Thema zu schreiben? Keine Spur. Die Untersuchung der beiden Herren steht, wie es heißt, mit der geplanten Transferierung von Arabern aus dem Gebiet, das für den künftigen Judenstaat bestimmt ist, in andere Teile Palästinas und nach Trans Jordaniens" in Zusammenhang. (Man muß hiebei daran erinnern, daß der jetzt auf Fortschaffung der Araber so erpichte Dr. Jacob Thon ein führendes Mitglieder der seligen pKUweMschen Brith Schalom-Bewegung gewesen ist.) Wie immer man das Palästina-Problem betrachten mag, muß man die Exkursion der beiden „Fachleute" höchst bedenklich finden. In einem Stadium, wo noch keinerlei Anzeichen einer Lösung im Sinn des Teilungsplans auf dem Horizont sichtbar sind, eine Transf e-rierung von Arabern als gegeben annehmen, ist nicht nur arg verfrühtes, sondern zynisches Beginnen. Zwanzig Zionistenkongresse haben sich mit der Besiedlung Palästinas durch Juden beschäftigt. Aber kein einziger dieser Kongresse hat eine Transferierung von Arabern beschlossen oder auch nur im Sinne gehabt. Es war das Dogma der zionistischen Politik, die Gefühle des arabischen Volkes nicht zu verletzen und seinen Interessen, so weit wie nur möglich, entgegenzukommen. Schon das .Spiel mit dem Gedanken einer Transferierung von Arabern ohne deren Befragung ist unzionistisch. Und von der moralischen Seite der Sache abgesehen : Mosche S m i 1 a n s k y, der Präsident der jüdischen Kolonisten und glühende Freund der Teilung, mußte die Idee der Transferierung von Arabern aus dem „jüdischen" Palästina als Illusion bezeichnen. Den arabischen Bauern und Händlern und Arbeitern, die ihre Existenz und ihren Wohlstand ausschließlich der jüdischen Kolonisation zu verdanken haben, wird es niemals einfallen, die guten „jüdischen" Plätze zu verlassen und sich irgendwo im Gebirge oder im verhungerten Transjordanien anzusiedeln. Wie man sieht, ist die Transferierung von Arabern weder theoretisch noch praktisch diskutabel. Es ist daher gefährlich und aufreizend, mit diesem Gedanken zu spielen, und in einer so kritischen Zeit eine Sache zu „studieren", deren Diskussion nur moralischen Schaden anrichten kann. Vom Tel-Aviver Hafen Aus Jerusalem (Palcor): Die Leitung des Tel-Aviver Hafens kündigt an, daß Hunderte zusätzliche Arbeiter zum Beginn der Citrusexport- S a i s o n, die im Dezember einsetzt, eingestellt werden sollen. Für den Leichterdienst stehen achtzig Boote zur Verfügung, darunter zehn Motorboote, die in Palästina hergestellt worden sind. Das neue BasBin für Leichterbarken sowie neue Warenschuppen befinden sich im Bau. „Seeteufel" im Schweden-Kino Die Premiere des Rudyard-*Kipling-Films der Met«o-Goldwyn-Produktion „Seeteufel" findet bereits DiensTsss, den 5. Oktober» statt. ' Selbstmord einer „Illegalen" Aus Jerusalem (Palcor): Sara Tauwi, eiue 63jährige Jüdin aus Konstantinopel, beging, nachdem sie Palästina erreicht hatte, im Regierungskrankenhaus zu Safed Selbstmord durch Erhängen. Als sie in der Nähe von Meron wegen illegaler Einwanderung verhaftet wurde, war sie in einem Zustand völliger Erschöpfung, da sie drei Tage ohne Nahrung durch die Wüste gewandert war. Der Mann, der sie führen sollte, raubte ihre ganzen Ersparnisse und ließ sie dann im Stich. Ihr Wunsch war, in Palästina begraben zu werden, und sie beging wahrscheinlich Selbstmord aus Angst, wieder nach der Türkei zurückgesandt zu werden. Keine amerikanische Anleihe für die palästinensische Landwirtschaft Aus London: Wie die Jüdische Telegraphen- Agentur von maßgebender Seite erfährt, entspricht die vor kurzem von der palästinensischen Tageszeitung „Haare z" gebrachte Meldung, daß eine Anleihe von 5 Millionen Dollar zur Entwicklung der palästinensischen Landwirtschaft von einer amerikanisch-jüdischen Bankiersfamilie gewährt werden wird, nicht den Tatsachen. Die neue Leitung der Jüdischen Kolonialbank Aus London: Der Council (Aufsichtsrat) der Jewish Colonial Trust Ltd., der Jüdischen Kolonidlbank, die von Theodor H e r z 1 als nationales Finanzinstrument der Zionistischen Organisation geschaffen wurde, setzt sich, nachdem zehn Mitglieder neu in ihn eingetreten sind, nunmehr aus folgenden Persönlichkeiten zusammen: Raw Meir, Berlin, Präsident des Misrachi-Weltverbandes; Justizrat Dr. Max Bödenheimer (früher Köln); Prof. Dr. Selig Brodetsky, Mitglied der Zionistischen Exekutive, London; Herschel Farbstein, Mitglied der Exekutive des Misrachi-Weltverbandes, ehem. Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Warschau und Abgeordneter des polnischen Sejm; Dr. Berthold Feiwel; Raw Frumkin, Jerusalem; Jizchak Grünbaum, Mitglied der Zionistischen Exekutive; Meir Großmann, Vorsitzender der Judenstaatspartei; Dr. Georg Halpexn; Dr. Arthur Hantke, Direktor des Keren Hajessod; Jacobus Henricus Kann; Elieser Kaplan, Mitglied der Zionistischen Exekutive; Dr. Alfred Klee; J. Naiditch; David Remez; Dr. J. Rufeisan; Dr. Arthur Ruppin, Mitglied der Exekutive der Jewish Agency; Dr. Emil Schmorak, Vorsitzender der Zionistischen Organisation Ostgaliziens; Julius Simon; Dr. Max Sofowettschik, ehem. litauischer Minister für jüdische Angelegenheiten; M. M. Ussischkin, Präsident des Keren Kajemeth und des Zionistischen Aktionskomitees; Prof. Dr. Otto Warburg, ehem. Präsident der Zionistischen Organisation; Prof. Chaim Weizmann, Präsident der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency. . Anglo-Palestine Bank zahlt 4 Prozent Dividende Aus London: Das Direktorium der Anglo-Palestine Bank Ltd. kündigt die Ausschüttung einer 4 5prozentigen I n t er i ms di v i d en d e für das erste Halbjahr 1937 auf gewöhnliche und" „A"-Aktien, fällig am 18. Oktober 1937, an. Die Ueberschreibungsbücher werden für die Zeit vom 11. bis inklusive 18. Oktober gesperrt. Das palästinensische Kreditwesen Ende 5697 Aus Jerusalem: Ende August 1937 gab es in Palästina 81 von der Regierung bestätigte Bankinstitute, und zwar 73 palästinensische, 6 ausländische und 2 Hypothekenbanken. Dazu kommen noch 17 als Banken eingetragene Kreditgenossenschaften. Die Gesamtsumme der Einlagen beträgt 17,350.000 Pfund. Austritte aus dem Judentum Moser Erich Leo, Privatbeamter, geb. 13. Juni 1905, ledig, II., Heinstraße 4. —Suschitzky Hans, Student, geb. 14. Dezember 1915, Linz, ledig, IX., Sobieskygasse 24. — Lorenz geb. Matucsin Olga, Garderobierin, geb. 28. Mai 1908, Neunagelberg, verw., XXI., Merstnergasse 2. — Königstein Leopold, Dipl.-Kaufmann, geb. 30. Oktober 1907, Wien, verh., XV., Sperrg^sse 15. — Haberl Anna Marie, Befürsorgte, geb. 8. Juli 1898, Wien, ledig, IL, Heinestraße 30. — Steiner Friedrich, Kaufmann, geb. 24. März 1901, Wien, ledig, XIII., Gloriettegasse 1. — Klinger Selma, Privatangestellte, geb. 26. Februar 1892, Wien, ledig, II., Ausstellungsstraße 3. — Drechsler geb. Hircz Theresia, Private, geb. 7. August 1897, Budapest, ger. getr., VI., Köstlergasse 1. — Braun geb. Pick Anna, Privatangestellte, geb. 3. März 1899,' Wien, verh., V., SchÖribrunnerstraße 91. — Braun Adolf Leo, Straßenbauing., geb. 29. April 1896, Tannwald, verh., V., Schönbrunnerstraße 91. — Neumann Elvira, geb. 16. Mai 1915, Wien, ledig, IX., Wiesengasse 23. — Oesterreicher geb. Schafranik Erna, geb. 3. Jänner 1903; Berlin, ger. getr., IX., Porzellangasse 45. — Dörfler geb. Machazl Chana, Pfründnerin, geb. 1. August 1862, Sternberg, verw., II., Praterstraße 49. — Zehetner Nina, Schülerin, geb. 5. Juni 1923, Wien, ledig, II., Nordwestbahnstraße 35a. — Figdor Dr. Karl, Professor, geb. 2. Dezember 1892, Wien, verh., Xni., Werkbundsiedlung 19. — Herczka Susanne, Mittelschulstudentin, geb. 13. April 1922, Wien, ledig, IV., Brahmsplatz 3. — Jakobowltsch Emilie, Private, geb. 12. August 1852, Wien, verw., XVI., Eisnergasse 5. — Neumann Grete, Kontoristin, geb. 25. Juni 1908, Wien, ledig, III., Weißgärberlände 40. — Melamed Marcel, Techniker, geb. 16. Dezember 1913, Wien, ledig, III., Dißlergasse 4. — Eisinger Helene, geboren 28. November 1918, Sekule, verwitwet, Riegelsdorf. Moser Dr.v Herta, Chemikerin, geboren 2, März 1908, Wien, verh., XXI., Afretschgasse 27. — Breier Friedrich Artur, Mittelschulabsolvent, geb. 16. Mai 1919, Wien, ledig, VII., Neubaugasse 36. — Trostll Karl Kopol, Kaufmann, geb. 31. Oktober 1889, Wien, verh., I., Walfischgasse 12. — Pollak Franzi, Schülerin, geb. 18. März 1922, Wien, ledig, II., Hollandstraße 9. — Karezag Peter, Schüler, geb. 19. März 1923, Wien, ledig, XIII., Hauptstraße 113. — Hesselhein geb. Löwinger Seraflne, Private, geb. 21. Juni 1871, Wien, verw., XVIII., Czermakgaaae ß. I „Der Dybuk", das berühmte Bühnenwerk von I An—ski, gelangt ab Freitag, den 8. Oktober, in den r,J ü d i s c h e n K ü n s 11 e r s p i e 1 e n" in der Besetzung | der Warschauer „Dybuk"-Verfilmung mit dem Morris- I Scftwartz-Enscmble M. Lip m an, I. Grudberg, | E. L J t o n und N. Lipm a n zur Aufführung. Der Premiere wird mit um so größerem Interesse entgegengesehen, als für die völlig neue Inszenierung ebenfalls did Filmfas9ung maßgebend sein wird. Tranera-.idacht. Donnerstarr", den 7. Oktober, um halb 6 Uhr abends findet im Pazmanitentempel, II., Pazmanitengasse 6, eine große Trauerfsier für den verstorbenen Direktor Karl Ehren zweig statt. Eigentümer, Verleger, Herausgeber: Oberbaurat Robert Stricker. Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kolb. — Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ignaz Steinmann, alle Wien, IX., Universitätsstraße 6-8. 1980 29- 39- 49- 12 ,90 ,90 RemwolliSli'pper od« Spovtmäntel für den Uebergang (Einzelstücke . . . S Slipper oder Mäntel englisch gemustert, ganz K.-S.-Duchesse gefüttert und watt. ... ...... S Pelzverbrämfe Mantel (Schalkragen), ganz K.-Seide gefüttert und wätt. . . ,.....•.....S Unser „§€HLAGER"*Mantel aus schwarzem Bouclö, ganz K.-Selden- Mongol gefüttert und watt., mit Fuchs-' lamm verbrämt (laut Bild) . . . . S Mit Skunks verbrämte Cape« mäntel K.-S.-Mongol gefüttert, Schafwolle watt. S Woll.«foff»KIeider mit K.-Seiden-Flamisol-Garnitür . . . S Jugendliche WöBI«Je*sey-KIeider neue Farben und Fassons . . . . . ,S Große Auswahl in WinJet-Dirndln, Blusen, Schößen, Schlafröcken und Hauskleidern (auch für starke Frauen) . Zum Vatertag <s. out, HerrenirMäntel oder Slipper aus Fischgrätstoff en, ganz gefüttert . 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