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Die neue Welt · 1937-09-10 · Heft 687 (10.9.1937) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 687 (10.9.1937)
Date
1937-09-10
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 687 vom 10. September 1937 ipillMIIHIIIHIiMIM^ I0SEF LEITMAHN 1 I yorm. Piul Planer A. 6., ä. I Wien II, Praterstraße 17, Telephon R-47-5-10 | I Elektromaterial / Radioapparate Beleuchtung^- § 'J körper Dauerbrandöfen ' Gasapparate / Sprech- | *^ maschinen Elektrokosmetik / Elektroapparate1 \ Glühbirnen In allen Stärken stets lagwnd; Befugte | Radio-Reparaturwerkstätte Günstige Tausch- | gelegenheit Bequemes Teilzahlungssystem [ äuililuiiiiiimiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiimi.....»■iiiiituitiitiHtittmiiMiitiiitntiitntiiMfMf.iiiiit.tnrtmtHnimHitiitiiititiiiiiif Gefährliche anfisemitisdte Helle in C» S. R* Aus Prag: In der ostslowakischen Stadt Humen ne wird seit mehreren Monaten eine gefährliche Hetzagitation gegen die dortige jüdische Bevölkerung betrieben. Eine Reihe jüdischer Kaufleute erhielt anonyme Briefe, in denen sie aufgefordert werden, an bestimmten Orten große Summen zu hinterlegen, da die anonymen Schreiber sonst die Christen gegen sie und gegen die ganze jüdische Bevölkerung aufhetzen würden Die Juden wären schuld an den Bränden, die in den umliegenden Dörfern in letzter Zeit vorkamen, weil sie ein Interesse daran hätten, neues Baumaterial an die arme Dorfbevölkerung zu verkaufen. Bereits im Juni waren die Hetzer mit Plakaten heraus gerückt, in denen die christliche Bevölkerung aufgefordert wurde, bei Juden nicht zu kaufen und, gleich den Deutschen, das Getreide nur ihren Genossen Schäften zu verkaufen, nur in nichtjüdischen Mühlen zu mahlen und die Juden zu vertreiben. Obwohl die Drohbriefe an Zahl täglich zunahmen, gelang es n^ht, die Urheber festzustellen. Im vergangenen Monat nahm die Hetzagitation besonders scharfe Formen an. Eines Morgens waren fast alle öffentlichen Gebäude, viele Privathäuser und Gehsteige mit Aufschriften „V e rtreibet die Juden!" beschmiert. Der Bezirkshaupt mann erließ einen Aufruf an die Bevölkerung, in welchem er auf die Strafbarkeit der Hetzereien hinwies. Aber die Hetzer forderten in weiteren anonymen Briefen von den Juden in „zwölfter Stunde" große Beträge, da sie sonst „die Fackel in das Schießpulver stecken und eine Explosion wie beim Brand von Rom entfachen würden". Zufetzt nahm die Hetze eine höchst bedrohliche Form ah. Als die Dorfbevölkerung aus der Umgebung an diesem Tage zu einer Pilgerfahrt zusammenkam, verbreitete sich das Gerücht, Juden hätten ein Kreutz entwendet und entweiht. Dieses Gerücht war bezeichnenderweise bereits tags zuvor unter der christlichen Bevölkerung verbreitet worden; es hieß, daß in Zusammenhang damit mehrere Juden verhaftet worden seien. Esw urde zu einem „Marsch auf Hu m enn e" aufgerufen, um an den Juden Rache zu nehmen. Der jüdischen Bevölkerung bemächtigte sich eine panikartige Stimmung. Der jüdische Abg. Dr. Kugel begab sich in Begleitung einer aus allen Schichten der jüdischen Bevölkerung zusammengesetzten Delegation zum Bezirkshauptmann Dr. Koväc. Dr. Koväö erklärte der Delegation, daß er alles anwende, um die Täter zu ermitteln. Es seien bereits Spuren vorhanden. Er versicherte ferner, daß er hoffe, der Täter habhaft zu werden. Sie hätten eine exemplarische Bestrafung zu erwarten. Dank dem energischen Einschreiten des Bezirkshauptmannes konnten ernste Vorfälle verhindert werden. Neue Bestimmungen für die Einwanderung nach Australien Aus Melbourne (J. T. A.j: Für die Einwanderung nach Australien sind neue Bestimmungen erlassen worden, denen zufolge die Zulassung von Einwanderern in Zukunft davon abhängig gemacht wird, daß sie eine Bestätigung vorlegen, aus der. hervorgeht, daß sie für ein bestimmtes Unternehmen fest angestellt worden sind. Bisher . genügte in der Regel für die Zulassung eine Garantie der Jüdischen Gemeinde, daß der Einwanderer der Oeffentlichkeit nicht zur Last fallen werde, tun-die Aufenthaltserlaubnis zu erlangen. llvedku Saisoneröffnung in den „Jüdischen Künstlerspielen". Eine Gastspieltruppe des Morris-Schwartz-Ensembles eröffnet die Saison mit J. D. Berkowitsch' „Moschke Chase r". Es ist das Schicksal eines Abtrünnigen, eines Assimüanten, der in der Not der Zeit zu seinem Judentum zurückfindet, der erkennen muß, daß er trotz jahrelanger Assimilation für seine Umwelt der „Fremde" geblieben Ist. Den „Moschko" spielt, nein erlebt Morris Lipman und mit ihm das erschütterte Publikum. Es ist eine Höchstleistung. Ganz hervorragend die anderen Gäste: Eny Liton, Natalja Lipman und Jizchok Grudberg. Sie alle sind dem Wiener Publikum durch die glanzvollen Aufführungen des Morris-Schwärtz- Theaters bekannt, aber, hier, im intimen ■ Rahmen der „Jüdischen Künstlerspiele", wirkt ihr Spiel viel unmittelbarer. Ihnen am nächsten komnuVvom Wiener Ensemble Adolf Bell akj gewesener Pope.-Erschütternd Benzion Sigall und Cilli Bell. Es war eine glanzvolle Eröffnung. In der Wahl des Stücks» und mit den Spielern des Morris-Schwartz-Ensembles bieten die Künstlerspiele dem jüdischen Theaterpublikum Einmaliges. f. k. Der Spielplan des Wiener Jüdischen KulfuHheaters Das Jüdische Kulturtheater, das am 16. September in das dritte Jahr seiner Arbeit tritt, wird im kommenden Spiel jähr eia Programm bieten 4w seiner Aufgabe getreu im Rahmen allgemeiner Kulturarbeit in deutscher Sprache mit Bühnenwerken jüdischer Schriftsteller und solchen Schöpfungen der dramatischen Weltliteratur bekanntmachen will, die in tiefere psychologische Welten und Charakterprobleme des Judentums führen. In die Gattung des letzteren gehört das Eröffnungsstück „Ur 1 e 1 Acosta" von Karl Gutzkow, das bis vor Jahren dem Repertoire des Burgtheaters angehörte und jet2t in einer Bearbeitung für das Jüdische Kulturtheater zur Aufführung gelangt. Schon mit dem zweiten Stück „2 0 0.0 0 0" von Scholem Aleichem bringen die Schauspieler des Jüdischen Kulturtheaters ein Meisterwerk aus dem großen Schatz ostjüdischer Literatur. Zur Uraufführung gelangt dann die Komödie „Christian und Jakob" von S. Gronemann, dem bekannten Berliner Humoristen. Der weitere Spielplan verzeichnet „G o 1 e m", das Mysterium des jüdischen Dichters L e iw i k, und sein Volksstück „Fetze n", die heitere Idylle „Die grünen Felder" von Perez-Hirschbein, die chassidische Legende vom „D y b u k", das durch die Aufführung der „Habimah" in der Inszenierung des genialen Stanislawsky-Schülers Wachtangow berühmte Schauspiel Anskis, und dessen Drama „Tag und Nacht", das tragische Karnevalspiel „Die Nacht aufdemaltenMarkt" von J. L. P e r e z, „M o 11 k e, der Dieb", eine Komödie von Schalom Aach, und ein modernes jüdisches Problemstück, dessen Titel noch nicht feststeht. Jüdischer Sport Die Baltischen Makkabi-Spiele in Kaunas Aus Kaunas: An den vom 27. bis 29. August abgehaltenen Zweiten Baltischen Makkabi- Spiele n haben über 1000 aktive Sportler aus den baltischen Ländern und mehrere tausend Gäste aus Lettland, Estland und Litauen teilgenommen. Die Spiele standen unter dem Ehrenschutz des Bürgermeisters von Kaunas und ehemaligen litauischen Ministerpräsidenten Oberst Merkis. Den Höhepunkt des Festes bildete der Aufmarsch zum Grabmal des Unbekannten Soldaten. Dem Zuge der jüdischen Sportsleute wurden die blauweißen Fahnen der einzelnen Verbände vorangetragen. Ihm schlössen sich Abordnungen der verschiedenen jüdischen gesellschaftlichen Organisationen an. An dem Grabmal des Unbekannten Soldaten wurde der Zug von Vertretern des litauischen Kriegsministeriums empfangen. Nach dem Austauch kurzer Ansprachen legten die jüdischen Abordnungen Kränze an dem Grabmal nieder. In dem staatlichen Stadion fanden dann die Abschlußkämpfe statt. Der größte Teil der Preise wurde von den estnischen Mannschaften gewonnen. Es wurde beschlossen, die Dritten Baltischen Makkabi- Spiele im Jahre 1938 in Lettlandabzuhalten. Drille Makkabi'ade Frühjahr 1938 in TehAviv Aus T el -lÄv iv: In der Sitzung des Exekutiv- Komitees des Welt-Makkabi, die während des XX. Zionistenkongresses. in Zürich - stattfand, ist beschlossen worden, die Dritte Makkabiade im Frühling 19 38 abzuhalten. Zur Durchführung der Vorbereitungsarbeiten wurde ein Organisationskomitee eingesetzt. In den nächsten Wochen bereits treffen Spezialisten aus dem Ausland in Tel-Aviv ein, um den Bau des neuen Stadion s mit dem Spielplatz und der Rennbahn in Angriff zu nehmen. Neu renoviert! Restaurant „Zum Braten" II, Negerlegasse 2 / Tel. A-42-110-Z TWD strenc orthodox n^D Reichhaltige Menü; S —.90 bis S 2.30 Gute Küche Billigste Preise Schuleröffnungsgottesdienst 1937/88 Ueber Erlaß des Stadtschulratea für Wien werden anläßlich des Schulbeginnes Gottesdienste für die israelitische Schuljugend abgehalten. Der Gottesdienst für die Volks- und Hauptschüler(-innen), findet am Donnerstag, dem 16. September I. J., um X9 Uhr früh und der für die Mittelschüler sowie für die Schüler der gleichgestellten Lehranstalten am Freitag, dem 17. September 1. J., um 244 Uhr nachmittags in folgenden Synagogen statt: I., Seitenstettengässe 4; II., Tempelgasse 5; UX, Untere Viaduktgasse 13 (nur am 16. September); V., Siebenbrunnengasse la; VI., Schmalzhofgasse 3; VIII., Neudeggergasse 12; TX., Müllnergasse 21; X., Humboldtgasse 25; XIH., Eitelbergergasse 22; XV., Turnergasse Nr. 22; XVI., Hubergasse 8; XVIII., Schopenhauerstraße 39; XK,, Dollinergasse 3; XX., Kluckygasse 11; XXI., Holzmeistergasse 12. Die Schuljugend hat sich zur Teilnahme am Gottesdienste in jener Synagoge einzufinden, in welcher der sabbathliche Jugendgottesdienst während des Schuljahres stattfindet. Die Mittelschuljugend des III. Bezirkes ist der Synagoge IL, Tempelgasse 5, zugewiesen. Predigten in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen sowie in den temporären Betlokalen der Israelitischen Kultusgemeinde Wein am Versöhnungsfeste. Am Dienstag, den 14. September 1937 (Vorabend des Versöhnungsfestes), Beginn 6 Uhr abends: V., Siebenbrunnengasse la, Rabb. Dr. M. G. Mehrer; VIII., Neudeggergnsse 12, Rabb. Dr. M. Bauer; X., Humboldtgasse 2T, Rabb. Dr. A Weiner; XIII., Eitelbergergasse 22, Rabb. Dr. M. Lewin; XVIII., Schopenhauerstraße 39, Rabb. Dr. A. Z. Schwarz; XIX., Dollinergasse 3, Rabb. Dr. A. Frankfurter; XX., Kluckygasse 11, Rabb. Dr. B. Murmelstein; XXI., Holzmeistergasse 12, Rabb. Dr. M. Rosenmann. — Am Mittwoch, den 15. September 1937 (Versöhnungstag), Beginn 8 Uhr früh: I., Seitenstettengässe 4, Oberrabb. Dr. I. Taglicht; I, Dumbagasse 3 (Großer Musikvereinssaal), Rabb. Dr. A. Kaminka; I., Fleischmarkt 24 (Festsaal des Hotel „Post"), Inspektor I. Oehler; II., Tempelgasse 5, Rabb« Dr, J. M, ß^gh; Un P^m^tejjgasae 6, Rabb. M, Zikier; III., Untere Viaduktgasse 13, Rabb. Dr. K. Kupfer; III., Marxergasse 17" (Großer Sophiensaal), Rabb.-Kand. Dr. I. Z. Kanner; V., Siebenbrunnengasse 1 a, Rabb. Dr. M. G. Mehrer; VI., Schmalzhof gasse 3, Rabb. Dr. J. Drobinsky; VIII., Neudeggergasse 12, Rabb. Dr. M. Bauer; IX., Müllnergasse 21, Rabb. Dr. A. Z. Schwarz; X., Humboldtgasse 27, Rabb. Dr. A. Weiner; XV.. Turnergasse 22, Rabb. Dr. H. J. Zimmels; XVI., Hubergasse 8, Rabb.-Kand. Dr. I. Weinstock; XVII., Hernalser Hauptstraße 41 (Gschwandtner), Rabb.-Kand. Dr. I. H. Glejser; XIX, Dollinergasse 3, Rabb. Dr. A. Frankfurter. Austritte aus dem Judentum Schabse Sulzbauch, Vertreter, geb. 13. April 1888 Krasna Putuc, ger. gesch., VI., Schmalzhofgasse 19. — Maria Kraus, Private, geb. 2. November 1914 Wien, ledig, IL, Große Stadtgutgasse 18. — Hermine Bittner, Hilfsarbeiterin, geb. 8. Februar 1919 Berlin, ledig, XXI., Biberhaufen, Springenfeisgründe, Parz. 889. — Ilona Biller geb. Bledi, Küchengehilfin, geb. 1. Mai 1889 Csacsa- Szenicze, ger. gesch., V., Einsiedlerplatz 9. — Eduard Schlesinger, Privatbeamter, geb. 15. Juli 1903 Wien, ger. getr., IL, Vorgartenstraße 199. — Leon Singer, Privatangestellter, geb. 1. März 1884 Wien, verh., V., Hauslabgasse 34. — Julius Kauf, geb. 1. Jänner 1899 Wien, Teschen (Polen). — Franz Zipfinger, Mittelschüler, geb. 15. Juli 1923 Wien, ledig, H., Große Pfarrgasse 17. — Erich Steger, Student, geb. 23. November 1916 Proßnit«, ledig, VI., Blümeigasse 1. — Friederike Löffler, Privatbeamtin, geb. 16. Dezember 1900 Wien, ledig, VII., Neustiftgasse 53. — Geza Keszler, Maler, geb. 2. Juni 1905 Sümeg, verh., VII., Westbahnstraße 13. WOCHENsKALENDER FÜR DAS JAHR 5698 September npn rrmn Tischri Freitag 10 5 Sabbateingang 6.10 Samstag 11 6 Sonntag 12 7 Montag 13 8 Dienstag 14 9 6Uhr: 1183'Ol» TW Mittwoch 15 10 (m»w i'Sio) '1183 ÜV Donnerstag 16 11 Bei Angina pectoris, anfallsweise auftretenden Schmerzen in der Herzgegend, verbunden mit Angst- und Beklemmungsgefühlen, ist es empfehlenswert, Magen und Darm frühmorgens mit dem rein natürlichen „Franz- Josef'-Bitterwasser durchzuspülen. Es wird ärztlich bestens empfohlen. E Unsere Leser werden auf die Buchhandlung Herr mann Tuchner (siehe Inserat) besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher (auch antiquarisch) zu ermäßigten Preisen erhältlich sind. Leihbibliothek eröffnet. 10 Groschen täglich. Keine Nebengebühren. Für Anfragen Telephon Nr. R-41-4-20. Eigentümer, Verleger, Herausgeber: Öberbaurat Robert Stricker. Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kolb. — Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ignaz Steinmann, alle Wien, IX., Universitätsstraße 6-8. ^/T/ Ein Beispiel von vielen 29 ModeaaSlipper «am bim» mm aus engl, gemusterten Stoffen, ganz K.-Seide ge- ^P%SJ füttert und watteliert........... .S 4m*7 nur Ii, Taborstraße 48

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