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Die neue Welt · 1937-08-27 · Heft 684 (27.8.1937) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 684 (27.8.1937)
Date
1937-08-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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185 Preis 20 Groschen freitags den 87* Angst* 1917 fft, 684 V* b* b* Univer<iif w vom Verlege* versendet r ».»? i expedle pat reaiteur« R E VUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN i 'Oesterreich monatlich S 1.40, vierteljährig S 4.—, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 1.50, vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 18.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—. vierteljährig Dinar 40.—; Bum|nien monatlich Lei 60.—, vierteljährig Lei 150.—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 30.—, vierteljährig Lewa 80.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—: Schweix und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. Mit E bezeichnete Anzeigen Bind entgeltlich. Redaktion U.Verwaltung; IX,Universitäfsstr.8,7el.A-20-2-78 — Erscheint Dienstag u. Freitag TT--: s!ivs!$s sjigSgiJ s.Vf~~.'%' ' *VV h;*s ^y-« , > < ff'« 5 *v> , > - . » . - ,V.\. ss \ *■, V '< * v * ' , i ' % '<< < -wftx'" - Ä.; * - - T' r^Ä^y- - - ~, \ - " > * \> ^fflW|^»,j % ' ■•'-i^^ l 4 V$ ' V' < ^i^V^i^X" liiiiiii^ÄiÄ^^ftP^iiipi *Äp«^^ÄiWÄ i *• i *• ' ^> K>. ' ■! ■• f / f Hfl + ^'»V*** X" *V> "--v , i^^MiH^i^M^M' Bundeskanzler Dr. S c h u s c h n i g g. besuchte das Sommerlager des österreichischen^ ,>Berit-Trumpeldorl*. Der[ Kanzler^ia^C^jporäp|&-ialt. Be1ai|ojb*-. Slreidier und die österreichischen Sportler Drei tapfere, . ehrliebende jüdische M ä dc h e n sind' von der obersten österreichischenSpörtbehörde strenge verurteilt worden, w.eil sie sich .seinerzeit weigerten, mit einer Österreichischen Spörtmannschaft nach-Hitler-Deutschland.zu fahren. Nun .wird aus Nü rnb er g gemeldet: v -Das „Nürnberger Acht-Ühr-Blatt" veröffentlicht eine- Rede, -die der; Gauleiter Julius S treicher anläßlich: der' Begrüßung der österreichischen i Nationalmannschaft, ' die unter Führung Dr. Wrasehtils zum Leichtathletik-Länderkampf eingetroffen war, an diese richtete. Der Gauleiter hielt es für notwendig, eine Lektion, über.Rassenlehre zu erteilen. Nach einem Hinweis auf das „gleiche Blut" der Oesterreicher und Deutschen sagte er: _ „In der Stadt der Reichsparteitage' sind Sie in einer Stadt, in der alles froh ist. Früher sah es allerdingsbei uns anders aus, Da hat der Jude geherrscht. Und wenn der Jude herrscht, dann bedeutet das Niedergang, in Deutschland ist es anders geworden. Männer, die früher in Deutschland waren, können heute den Unterschied feststellen. .Wenn in einem Volk Juden' regieren, Sann gibt es ein Chaos.4' , Streicher wollte dann den Oesterreichern erklären, wie sehr sich ein Volk verändern könne, wenn das Blut sich vermische, und erklärte: „Bei anderen Ländern kann man das genau sehen. Wer sich gegen das Blut versündigt geht daran zugrunde. Und darum dulden wir es nicht, daß In Deutschland" ein Jude ein deutsches Mädchenschändet." . Wäre , es nicht hoch an der Zeit das Urteil der österreichischen Sportbehörde zu revidieren? Denn wer hat Recht: Die Sportbehörde, welche jüdische Mädchen zwingen wollte, in das Land des Julius Streicher zu fahren, oder die wackeren Mädchen, welche lieber harte Strafe auf sich nahmen, als sich unflätiger Besudelung auszusetzen« /' ' ' " v Gegen Redl! und Treue und Glauben Die Juden bekommen weniger als 10 Prozent — die Araber mehr als 100 Prozent Aus LI o n d o n: Der Sohn und Biograph des verstorbenen Earl of Oxford and Asquith, der in den ersten Weltkriegs jähren englischer Premier war, der hervorragende Jurist C y r i 1 A s q u i t h, tritt in einer Zuschrift an die „Times" dafür ein, daß a*en Juden ganz West-Palastina gegeben werde, und erklärt, daß diese Forderung der G erechtigkeit und dem Geführ für Treu und Glauben entspreche. Asquith untersucht . die V e r s p r e c hi u n g e n, die einerseits. den. Arabern, andererseits den Juden gegeben* wurden und weist darauf hin, daß auf Grund der Feststellungen von Persönlichkeiten, diehierzu inersterReiheberufehsi n d, West-Palästina zweifellos nicht zu den Gebieten gehört hat, für die den Arabern Unabhängigkeit zugesagt worden war. Die Kgl. Kommission aber habe in ihrem Bericht dargelegt, daß-die Balfour-Deklaration von 1917 sich geographisch'auf Palästina einschließlich des doppelt so großen Transjordanien bezogen hat, politisch auf die Errichtung eines una b h.ä n g i g e n J u et e n s t>a a t e s i n d-i e s e m g esam.ten Geh i e t.;In.,d^ die Peklaratiöni: als; sie erlassen wurde, von Lloyd, G e o r-gef dem, damaligen Ministerpräsidenten, gleichzeitig auch von Lord C e c i 1 und General S m u t s, 1919 von dem jetzigen Viscount Samuel, 1920 von Churchill und ebenso vom Präsidenten Wilson und der amerikanischen Nation interpretiert worden. Ein Gegensatz zwischen diesen beiden Versprechungen liege somit, fährt Asquith fort, nur in bezug aufTrans Jordanien vor. Transjordanien sei einerseits den Arabern als Bestandteil ihres unabhängigen Staates, andererseits den Juden als ein Teil des Gebietes versprochen worden, in dem sie berechtigt sein sollten, ihren Staat aufzubauen. Auf kein anderes Gebiet hätten sich dle beiden Versprechungen gleichzeitig bezogen. Keinesfalls bestand ein Widerspruch über West-Palästina, um das jetzt der Streit gehe. Dieses Gebiet sollte den , Juden zufallen, wenn, sie > in genügend ,:großer Zähl, einwandern. Ob sie'dies tun wollten oder -nicht, sollte ausschließlich ihnen überlassen sein. Zum Schlüsse weist Asquith darauf hin, daß die Araber mehr als 100 Prozent und die Juden weniger als 10 i?rozent des sen, was ihnen versprochen wurde, erhalten würden, wenn die Vorschläge der Kgl. Kommission in vollem Umfange verwirklicht werden. Aus Gründen der Barmherzigkeit könnte man sich auf die wunderbaren Erfolge der jüdischen Kolonisten und auf ihre standhafte Zurückhaltung angesichts des Terrors der Araber, die durch die-jüdische Einwanderung bereichert wurden, nicht zuletzt auch auf die außerordentliche 'jüdische Not stützen. Aber ich appelliere, so schließt das Schreiben, nicht an Gnade und Barmh erzigkeit, sondern an Gerechtigkeit und Treu und Glauben. * yßo spricht ein Engländer und Christ! Aber auf dem Zionistenkongreß und der Agency^Tagung haben Juden der Teilung zugestimmt! Vernichtendes Urteil der Mandatskommission Ueber die Palästina-Regierung und den Teilungsvorschlag des Kolonialministers Ormsby-Gore. Wohl noch nie hat ein Vertreter der mächtigen englischen Regierung vor dem Völkerbunde eine solche Niederlage erfahren, wie jetzt der englische Kolonialminister Ormsby-Gore.. Er hat der Mandatskommission einen Bericht über die Unruhen in Palästina und die Tätigkeit der ihm unterstellten Palästina-Regierung vorgelegt. Die Meinung der Kommission lautet dahin, daß die Plästina-Regierung nicht nur völlig versagt, sondern eine Politik betrieben hat, weiche die Araber zur Revolte aufstachelte und in ihrem Treiben ermutigte. Ohne diese Politik hätte es keine arabische Revolte, Und gar eine erfolgreiche, gegeben. Ormsby-Gore hat noch zu beweisen versucht, daß die von England feierlich beschworene Balfour- Deklaration und das von England übernommene Palästina-Mandat beim besten Willen nicht durchführbar sind und aufgehoben werden müssen. Die Kommission ist auf seine Beweise gar nicht eingegangen, - sondern hat festgestellt, daß das Mandat n u r d e s h a 1 b undurchführbar geworden ist, weil Herr Ormsby-Gore nicht mehr die übernommene Verpflichtung, das Mandat, ausführen will. Die Kommission hält die Auflassung des Mandats für verderblich und schlägt, trotz des mangelnden Willens des Kolonialministers, die Fortführung des Mandats (in Form zweier Mandate) vor. Ormsby-Gore beantragt die Teilung Palästinas in einen arabischen und einen jüdischen Staat als Mittel zur Herstellung des Friedens zwischen Araber und Juden. Die Kommission führt aus, daß die vorgeschlagene Maßnahme dem Frieden nicht dient, im Gegenteil. Sie glaubt nicht an den friedlichen Bestand dieser Staaten, und drückt dies so aus, daß sie eine lange Probezeit verlangt. Das alles ist aus dem nachstehend veröffentlichten offiziellen Bericht der Mandatskommission klar zu ersehen. Daß die Kommission ihre schroffe Absäge in beschönigende Worte kleidet, kann, an dem wahren Inhalt nichts ändern. Der Bericht, welchen die Kommission an die nächste Instanz, den Völkerbundrat, erstattet, bedeutet für Ormsby-Gore und alle Freunde des Teüungsplanes eine vernichtende Abfuhr. Hoffentlich wird sie ihre Wirkung auf das englische Parlament und den Völkerbund nicht verfehlen. Offizieller Bericht der ManüatsKommission zur Teilung Palästinas Aus Genf, 24. August: Ueber die letzte außerordentliche Palästina-Tagung der Ständigen Mandatskommission des Völkerbundes, welche sich ausschließlich mit dem Antrage des englischen Kolonienministers Ormsby-Gore auf Aufhebung des Palästina-Mandates und- Teilung des Landes in einen arabischen und einen jüdischen Staat befaßte, wird soeben folgende offizielle Erklärung ausgegeben: „Der Bericht der. Mandatskommission enthält f Ii Ölö ujfige 3^«i»itög Öetf l&mroissionr | über das Palästinaproblem; 2. allgemeine Bemerkungen über die Unru'h en des Jahres l936 und die von der Mandatarmacht ergriffenen Schritte; 3. detail* Hefte Bemerkungen über die Verwaltung des Landes. Was die Unruhen betrifft, so erkennt die Mandatskommission die Schwierigkeiten an, die ihrer Vorbeugung im Wege standen, ist aber dennoch nicht überzeugt, daß es ' unmöglich war, rechtzeitig energische } Sohritte zur Brechung des bewaffneten Widert | r

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