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Die neue Welt · 1937-08-24 · Heft 683 (24.8.1937) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 683 (24.8.1937)
Date
1937-08-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 ME NEtffi WfiLX Nr. 683 vom 24. Auguat 1037 Der Oberbürgermeister efc* Aus Prag (J. T. A.). Die hier erscheinenden „Deutschland-Berichte" reproduzieren nach dem Original den stenographischen Bericht über die Beratung der Ratsherren der Reichshauptstadt Berlin am 3. Juni 1937: Ratsherr Körner stellte den Antrag, den Juden das Betreten der Badeanstalten in und um Berlin zu verbieten. Stadtmedizinalrat Dr. Conti erklärte dazu: „Ich bin selber der Ansicht, daß wir diesen Zustand der Ausschaltung der Juden aus den Badeanstalten allmählich verschärfen sollten. Es durch irgend eine Anordnung von oben her zu tun hielt ich für unzweckmäßig wegen der außenpolitischen Auswirkungen. Ich habe die Badeanstaltsbesitzer ermächtigt und ermahnt, Juden, die sich auffällig benehmen, einfach hinauszuwerfen. Namentlich die Badeanstalt am W a n n s e e möchte ich ohne Schild belassen. Wannsee wird sehr viel von Ausländern besucht. Wannsee ist also der kritische Punkt." Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lipper t erklärte: „Wir haben im Jahre 1935 in Wannsee ein Schild angebacht: „Juden ist das Baden und der Zutritt verboten." Auf Wunsch des Auswärtigen Amtes haben wir es wieder wegnehmen müssen, als die Vorbereitungen zur Olympiade rollten. Ich habe mit dem damaligen Leiter des Strandbades Wannsee gesprochen und ihn gewissermaßen auf den Weg einer geschickt formulierten Selbsthilfe verwiesen. Im Strandbad Wannsee hat es sich sehr gut bewährt. Dort haben sich die SA.-Leute vorher beim Strandbadleiter gemeldet und gesagt, wenn irgend etwas vorkäme, so ständen sie zur Verfügung. Sie haben dann die Sache auch nicht so gemacht, daß sie einen Menschenauflauf inszeniert haben, sondern sie haben den Bademeister auf die Betreffenden aufmerksam gemacht. Der Bademeister hat die Betreffenden aufgefordert, das Bad sofort zu verlassen. Wenn es nötig schien, haben die wackeren SA.-Leute draußen im Wald außerhalb des Badebetriebes ein bißchen gewartet, bis der Mann herauskam, und ihm dann das Nötige eröffnet (Heiterkeit). Dieses Verfahren soll sich, wie mir Parteigenosse Kiepe berichtet hat, außerordentlich gut bewährt haben." * Dem „Prager Tagblatt" wird aus Berlin berichtet: Vor dem Einzelrichter hatte sich ein 22jähriger jüdischer Angeklagter zu verantworten, der eines Tages, während er auf einen Bekannten wartete, ein junges Mädchen, das im Erdgeschoß des betreffenden Hauses die Fenster putzte, gefragt hatte, ob es nicht mit ihm in ein Kino gehen wolle. Der Richter verurteilte den Angeklagten zu vier WochenGefängnis. Der Angeklagte habe dem Mädchen erkennen gegeben, daß er es für fähig und bereit halte, sich mit einem Juden abzugeben. Eine solche Zumutung sei eine schwere Beleidigung, für die nur eine Gefängnisstrafe am Platze sei. Nur mit Rücksicht auf die Jugend und die bisherige Ungestraftheit des Angeklagten sei die Strafe auf vier Wochen beschränkt worden. * Von der 8. Strafkammer des Landgerichts Berlin wurde der 58jährige Jude Max Spitz zu zwei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Er hatte versucht, eine seiner arischen Angestellten „gefügig zu machen". In der Urteilsbegründung wurde ausdrücklich betont, daß es zu vollendeter Rassenschande nicht gekommen sei. mmmmmammmmmmmmmmmmmtmaammmmmmmmmmmmmmmmmmammmmmm yf\f um Einsendung von Adressen, an die I ■■■ wir Probeexemplare versenden können D/e Verwaltung „DIE NEUE WELT' Audi in JVfarienbad Aus Marienbad: Eine Delegation der Ortsleitung der Sudetendeutschen Partei protestierte beim Bürgermeister Josef Turba gegen den Inhalt der Begrüßungsansprache, die der „nichtarische" Vizebürgermeister Fritz Buxbaum als Vertreter des Marienbader Stadtrates zur Eröffnung des in Marienbad gegenwärtig stattfindenden Kongresses der orthodoxen Juden gehalten hat. Vizebürgermeister Buxbaum ließ nämlich in seiner Ansprache die Kongreßteilnehmer wissen, daß er den Stadtrat „und daher auch die gesamte Bevölkerung" Marienbads vertrete, in deren Namen er den allerherzlichsten Willkommgruß ausspreche. Darüber hinaus sprach die Delegation der Sudetendeutschen Partei dem Bürgermeister ihr Bedauern darüber aus, daß die Stadtvertretung Marienbad die Abhaltung des Kongresses durch ihre Unterstützung ermöglicht habe. KINO-PROGRAMME £|fVi/IEDEN VonloUhrvorm,bis6Uhrabends Lebende Zeitung 49 - 0 - 60 Nur l/37 und 9 Uhr abends A I DieguteEnte Metro-Qoldwyn Mayer Festspiele Paul Muni, Luise Rainer, TIHy Losch 6. Woche k OesJerrei'&isdie Makkabim in Deutschland! Ueber Einladung des Deutschen Makkabikreises unternahm anfangs August eine Gruppe jüdischer Sportler aus Oesterreich eine Reise nach Deutschland, um Wettspiele gegen deutsche Makkabimannsehaften auszutragen. Die Reise war vom Oesterreichischen Makkabikreis, bzw. dessen Präsidenten Doktor Lifczis organisiert und teilweise von diesem Verband finanziell gesichert. Die Expedition bestand aus der Handball- und Hockeymannschaft der Hakotih und der Fußballmannschaft der Hasmonea. Eine "Woche später folgten die Leichtathleten der Hakoah. Ueber Ersuchen des deutschen Kreises trugen die Handballer und Fußballer in Berlin an einem Tag je zwei Spiele aus. Die Handballer siegten hier beide Male, und zwar gegen die Reichsauswahlmannschaft des Deutschen Makkabikreises 8 : 7 und gegen Bar-Kochba- Berlin mit demselben Resultat. Die Fußballer verloren gegen die Reichsauswahlmannschaft 1 : 2 und gewannen gegen Bar-Kochba-Berlin 3 :2. Die Hockeymannschaft spielte gegen eine verstärkte Mannschaft von Bar- Kochba, bei der auch der in Wien bestens bekannte Herbert Brück spielte, 2:0. Die Handballer und Fußballer reisten tfann weiter nach Hamburg, Leipzig und Frankfurt a. M. Die Handballer gewannen alle Spiele, und zwar in der oben angegebenen Reihenfolge 13:7, 8:5 und 4 :2. Die Fußballer gewannen 7 :4, spielten 1:1 und verloren 1 : 2. Eine Woche später nahmen die Leichtathleten an den deutschen Makkabimeisterschaften in Berlin teil und erzielten ansehnliche Erfolge. B1 ö d y gewann die 5000 Meter in 16,05,2 vor Werten und Walter Beck (Wien) und nahm damit Revanche für seine in der Halle in Frankfurt erlittene Niederlage. König gewann 400 m in 52,2 vor dem derzeit besten deutschen Leichtathleten Orgler. Er nahm ferner als Schlußmann an einer 4 X 400-Meter-Staffel teil, deren erste Leute von Hagibor-Prag gestellt wurden. König übernahm mit 70 Meter Nachteil und konnte seine Mannschaft noch zum Siege führen. Gerda Gottlieb gewann 100 Meter und den Hochsprung, beides vor Kendziora. Alle Österreichischen Sportler waren in bester Weise bei den deutschen Makkabim privat untergebracht und äußerten sich in Worten höchsten Lobes über deren Gastfreundschaft. Um Erkrankungen des Blinddarms vorzubeugen, reinige man den Verdauungsweg wöchentlich ein- bis zweimal mit dem natürlichen „Franz-Josef'-Bitterwasser. — Es wird ärztlich bestens empfohlen. E Gedenktafelenthüllung Am 5. September a. c. wird im Gemeindetempel, Wien, II., Tempelgasse 3-5, die vom „Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs", Gruppe Leopoldstadt, für die im Weltkriege gefallenen jüdischen Frontsoldaten errichtete Gedenktafel im Rahmen einer Gedenkfeier durch den Bundesführer des „Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs", Hauptmann a. D. Edlen von Friedmann, enthüllt. Der Eintritt zu dieser Gedenkfeier erfolgt nur gegen Eintrittskarten, welche in der Zelt vom 24. bis 31. August zwischen 20 und 22 Uhr in der Gruppe Leopoldstadt des B. J. F., Wien, II., Praterstraße 66, unentgeltlich erhältlich sind. Das Minjan des Herrn Rabb. Sal. Frlexlmann anläßlich der hohen Feiertage findet am 6., 7. und 15. September in den Misrachi-Sälen, II., Praterstraße 60, statt: Kartenverkauf täglich von 7 bis 9 Uhr abends und Sonntag vormittags. Telephon B-51-001. Austritte aus dem Judentum Croissant geb. Hirschberg Ursula, Private, geb. 8. Mai 1902 Berlin, gesch., XIX., Peter-Jordan-Straße 17. — Nußbaum Eisig, Privatangestellter, geb. 4. November 1878 Kamionkastrumilowa, verh., II., Rembrandstraße 3. — Eisner Renfee, Private, geb. 18. März 1895 Wien, ledig, I., Wipplingerstraße 20. — Rost geb. Rot Marie Theresie, Private, geb. 27. August 1896, Wien, g. g., XVI., Hasnerstraße 49. — Schmidt geb. Günsberger Helene, Haushalt, geb. 10. Dezember 1892, Wien, verh., Xn., Breitenfurterstraße 60. — Stärk Ernst, Konsulent, geb. 20. Juni 1886, Wien, verh., IX., Kolingasse 5. — Spira Herbert, Schüler, geb. 26. April 1923, Wien, ledig, XIV., Reindorfgasse 17. — Stroh Blanka, Verkäuferin, geb. 4. September 1912 Wien, ledig, XV., Urban-Loritz- Platz 8. — Buchbinder Annemarie, Privat, geb. 28. April 1916, Hamburg, ledig, I., Hoher Markt 8. — Sonnenfeld Josef, Handelsgehilfe, geb. 29. Jänner 1907 Wien, ledig, XVI., Kernstockgasse 6. — Schlowak Johann, Versicherungsbeamter, geb. 21. Juni 1903, Wien, verh., XII., Gaudenzdorfergürtel 15. — Dorner Friedrich, Kaufmann, geb. 30. Jänner 1902, Wien verh., XEK., Hasenauerstraße 8. — Deller Friederike, Haushalt, geb. 24. Jänner 1905, Wien, verh., III., Marokkanergasse 11. — Deller, Dr. Hans, Privatbeamter, geb. 4. März 1892 Wien, verh., III., Marokkanergasse 11. — Schwarz Ludwig, Privatbeamter, geb. 13. Mai 1886 Wien, verh., IX., Spitalgasse la — Feltl geb. Rzebak Marie, Haushalt, geb, 23. Februar 1910 Wien, verh., XVI., Schuhmeierplatz 4. — Buchcupter Leopold, Anstreichergehilfe, geb. 16. Mai 1918 Wien, ledig, X., Gudrunstraße 176. — Hirschfeld Eduard, Bäckergehilfe, geb. 2. April 1890 Wien, verh., X., Ettenreichgasse 14. — Follak Lina, Handelsangestellte, geb, 3. Oktober 1908 Wien, ledig, VII. — Dernau geb. Auer Paula, Hausgehilfin, geb. 21. Dezember 1908 Wien, getr., VJX, Hermanngasse 19. — Krelpl Ferdinand, Bautechniker, geb. 6. Februar 1908 Wien, ledig, XXI., Industriestraße 468. — Weiß Margarete, Private, geb. 5. Jänner 1901 Unter-Gänserndorf, ledig, II., Springergasse 27. — liebster Erwin, Privatbeamter, 10. Oktober 1904 Wien, ledig, XVni., Währingerstraße 108. — Kästenbaum Dora, Klavierlehrerin, 14. Juni 1907 Wien, ledig, Grein a. d. D., Greinburg. Eigentümer, Verleger, Herausgeber: Oberbaurat Robert Stricker. Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kolb. — Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ignaz Steinmann, alte Wien, EC, Universltätsatraße. 6-8, Porzallan, Steingut, Glas: Einzelne Porzellan-Teller, dekoriert . . S Porzellan-Schalen mit Tasse, weiß . . . S Porzellan-Dessert-Garnitur, dekor., 7 Teüe S Porzellan-Service, f. 6 Pers., Kaffee 7.90, Mokka............S Steingut-Teller, tief und flach S —.35, Dessert............S Steingut-Teller, gerippt oder dekoriert S —.42, Dessert.........S Steingut-Schüssel-Garnitur, 6teilig, weiß . . 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