Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 682 (20.8.1937)
- Date
- 1937-08-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Zionistenkongreß gr ISS V, *iv. Preis 20 Groschen «en «6 -Vafc»iflM*A^i*aBaBMI Freifag, den 20* August 1937 H« Jahrgang «4r» oa* V. b. b* Zeitung vom Verleget versendet „Journal exp6dI6 par rßditeur44 REVU HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich a 1.40, vierteljährig S 4.—, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 1.60, vierteljährig Zloty 4^50; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 18.—: Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Bumänien monatlich Lei SO'.—, vierteljährig Lei 150.—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 30.—, vierteljährig Lewa 80.—; Italien monatlich Lire 5.—. vierteljährig Lire 14.—jj Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Franca 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4,50. Mit E bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich. ' ' s Redaktion u.Verwaltung: lX,Vniversitätsstr>8,7et.A-20-2-78 --Erscheint Dienstag u. Freita? Der XX* Zionistenkongreß ge§dhlö§§en Aus Zürich: Am. Abend des 15. August ist der XX. Zionistenkongreß nach Ansprachen von Dr. Stephen S. Wise, David Ben Gurion, Dr. Weizmann und M. M. Ussischkin geschlossen worden. Voran gingen die Wahlen des Aktionskomitees und der Exekutive. Zum Präsidenten der Zionistischen Organisation Wurde mit allen gegen die Stimmen der Judenstaatsparte! D r. Oha im Weizmann wiedergewählt. Wiedergewählt, wurde auch die.bisherige Exekutive, die die .folgende Zusammensetzung hat: David Ben Gur 1 o n, Prof. Selig . Br p d e t'sky, Rosche Shertok, Jizchak Grünbaom, Rabbi J. L. Fishm an, Elieser Kaplan, Dr. Vischel Rottenstreich, ferner der Leiter des Kolonisation«- und Wirtschafts- ' departeraents' fder Jewish Ägency, Dr. Arthur II u.p p i n, und der Repräsentant tier Exekutive in .Genf, Dr. Nahum Goldmann. räfclert besser, rasion ufiec. rasiert glatter, Swing ist die Klinge für Sie! Daher kauft jedermann, der Vorteile schätzen kann: nur noch die Swing Als Beigeordnete (assistant members) der Exekutive mit Stimmrecht in allen ihre Departements betreffenden Angelegenheiten wurden hinzugewählt: Der Führer des Welt-Hechaluz, Elijahu Dobkin (Arbeiterpartei), der Führer des Hapoel Hamisrachi in Palästina, Mosche Schapiro. und der Londoner Reverend M. L. Perlzweig (Weltvereinigung der Allgemeinen Zionlsten). Wiedergewählt wurde auch das amerikanische Mitglied der Exekutive ohne Stimmrecht, Louis L i p s k i. Mit der Wiederwähl der Exekutive und. der Zuwahl der Beigeordneten war die fünftägige Leitungskrise UberwundenJ ' Auch bei diesen Wahlen stimmten die Juden staatler mit ,iNein"; *' Gewählt wurde ein Aktionskomitee von 70 (bisher 54) Mitgliedern. Zum Präsidenten des Aktionskomitees wurde ,M. M. Ussischkin wiedergewählt, und zwar mit dem Recht, den Sitzungen der Exekutive beizuwohnen. Bei der Wiederwahl üssischkins stimmten die tjudenstaatler ausnahmsweise mit „Ja". Nach den Abstimmungen verließen sie demonstrativ den Saal. : .; Das Aktionskomitee wurde vom Kongreß beauftragt; eine polltische Kommission zur Beratung und Unterstützung der Exekutive in London einzusetzen. Es \erlautet, daß dieser Kommission, englische und amerikanische Zionisten angehören werden. „Keine judische Hand darf unterzeichnen..." Die orthodoxen Rabbiner erklären: „Keine jüdische Hand darf einen Vertrag unterschreiben, durch den ein Zollbreit Boden Palästinas abgetreten wird." Aus Marien bad wird uns berichtet: In Marienbad ist der Ehrenpräsident und frühere Präsident des Verbarides der orthodoxen Rabbiner in den Vereinigten Staaten und Kanada, Rabbi Eliezer Silver, eingetroffen, um an der bevorstehenden 3. Kenessio Gedaulo der Agudas Jisroel teilzunehmen. In einem Gespräch mit einem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur erklärte Rabbi Silver, die Frage der sogenannten Teilung Pa 1 äs tin a s werde eine der Hauptfragen sein, mit denen sich der Kongreß befassen wird. Das amerikanische Rabbinat habe zu dieser Frage bereits auf ihrer vor. kurzem in Atlantic City abgehaltenen Konferenz e n dg ü 11 i g Stellung genommen. Die in dieser Frage von der Konferenz einstimmig angenommene Entschließung lautet: '•„. „Wir Rabbiner verurteilen den Plän(^iner* Aufteilung Palästinas und verkünden 'Öffentlich^; daß Juden der Thöra zufolge; keinerlei Teilung Palästinas akzeptieren dürfen. Wir erblicken in1" jeder •Zersplitterung unseres Heiligen Landes eineri'g l att en R;aub,- denn unser Recht auf ganz Palästina gründet sich auf die uns von dem Allmächtigen gegebene Verheißung, durch die uns das Heilige Land als Erbe zugesagt ist. Diese Verheißung umfaßt ganz Palästina, dessen Grenzen in der B i b e 1 g e n a u vorgezeichnet sind. Keine Macht der Welt kann diesen feierlichen Schwur verletzen. Wir hoffen, daß* nach all den Angriffen auf unser Volk dieser Schwur erfüllt werden wird und wir sind sicher, daß das jüdische Volk am Ende entsprechend der bestimmten Verheißung erlöst werden wird. Keine jüdische Hand sollte einen Vertrag unterzeichnen, durch den auch nur ein Zollbreit Boden Palästinas aufgegeben wird. Gedenket des von unseren Vorfahren geleisteten Schwurs: Wenn ich Dein vergesse, Jerusalem, verdorre meine Rechte.— Wir haben, die Hoffnung auf das Kommen des Maschiach i!ft$$Üe völlige Erlösung unseres Landes und unseres Volkes nicht verloren." , Rabbi JSilver erklärte weiter, daß der Kongreß außer mit der Palästina-Frage sich auch mit der Erhaltung der Jeschiwot in Palästina und in Europa befassen werde. Zu der religiösen Erneuerung unter den Juden. Amerikas bemerkte Rabbi Süver, daß das Prestige der amerikanischen Rabbiner niemals höher- ^gestariden habe als heute. Die Anhänger der Reform hätten das VertraueTziT "ihren geistigen Führern verloren und das habe zur Steigerung des Einflusses der orthodoxen Rabbiner geführt. Der amerikanischen Delegation zur Kenessio Gedaulo gehören der Oberrabbiner von Cincinnati, Eliezer Silver, der Herausgeber der Monatsschrift „Ha-Pardess" Rabbi Pardes, und Rabbi S. Greneman aus New York ah. Auseinandersetzung mit Präsident Weizmann Robert Stricker in der Debatte über den Teilungsplan. In der Debatte auf dem Züricher Zionistenkongreß, welche unmittelbar vor der Abstimmung über den Plan der Teilung Palästinas abgeführt wurde, sprach Oberbaurat Robert Stricker namens der Judenstaatspartei. Vorher hatte es eine bewegte Auseinandersetzung zwischen dem ersten Sprecher dieser Fraktion, Meir Großmann und Präsidenten Weizmann gegeben. Meir Großmann hatte ein Dokument vorgewiesen, aus welchem hervorging, daß Weizmann sich schon Wochen vor dem Kongreß, am 18. Juli, dem englischen Kolonialminister gegenüber verpflichtet hatte, dem Teilungsplan zuzustimmen. Präsident Weizmann entgegnete in Uberaus heftiger Art und sprach vom „burschikosen" Großmann und seinen Freunden, als einer nicht der Beachtung werten Gruppe, die von „Sensationen" zu leben trachtet. Robert Stricker sagte: Ich spreche im Namen der Judenstatspartei, also jener Fraktion, deren Kleinheit Herr Professor Weizmann gestern sehr humorvoll, aber auch sehr ungnädig unterstrichen hat. Professor Weizmann sprach von \ „einem" Herrn Großmann mit drei oder vier oder fünf Leuten, die nur von Sensationen leben. Es ist nicht das erste Mal, daß Herr Professor Weizmann ihm gegenüber die Kleinheit einer Kongreßfraktion spöttisch hervorhebt. Als im Jahre 1925 auf dem Wiener Kongreß Jabotinsky, der Führer der Revisionisten, die Rednertribüne betrat, sprang Herr Weizmann auf und stellte die Frage: „Wer ist denn eigentlich dieser Herr mit zwei oder drei Leuten hinter sich?" Wenige Jahre später haben diese von ihm so wegwerfend behandelten Revisionisten auf dem Basler Kongreß Herrn Präsidenten Weizmann gezwungen, seinen Posten zu verlassen, und wenn er heute doch wieder Präsident der Zionistischen Organisation ist, ist er es nicht dank eigener Kraft, sondern darum, weil ein Großteil der Revisionisten unter Jabotinskys Führung in einem sehr beklagenswerten Anfall von Ungeduld die Zionistische Organisation und den Zionistischen Kongreß verlassen und so Herrn Professor Weizmann das Feld frei- DIE „UNIVERSAL" PREMIEREN DIESER WOCHE „Sie" ist gefährlich! Musik, Tanz, Gesang in dem 1«/,-Millionen-Dollar-Film ..Auf den Dächern BORIS KAUOFF im Sensationsfilm „Nachschlüssel" (Mr. „M" terrorisiert die Stadt)!!! Atemraubend — Nervenaufpeitschend!!! (Abanteu«r «Ine» weiblichen G-Man) Ein Gangsterfilm mit TALA BIRILL und CESAR ROMERO von New York" mit Doris Noten, George Murphy, Mische Auer Opern-Kino l9 Elite-Kino 1. Tuchlauben-Kino lv Kammerllchtsplele III, Staffa VII, Fliegergarten IX. Kreuz-Kino l.