Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1937-08-14 · Heft 681 (14.8.1937) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 681 (14.8.1937)
Date
1937-08-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2711613-2712245-2712306--6669-2720452
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Ti 5 Mandatskommission gi 187 Titl. Ünivr-sitätsbibll ngsplan Preis 10 Groschen Dienstag/ den 14* Augusf 1937 tu Jahrgang Nr« 681 V* b. h. Zeitung vom Verleger versendet »Journal expädie par l,edlteurM REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN J Oesterreich monatlich S 1.40, vierteljährig S 4.—, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 1.50. vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 18.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 60.—, vierteljährig Lei 150.—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 30.—, vierteljährig Lewa 80.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—5 Schweis und dio übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, viertel jährig. Schweizer Francs 4.50. Mit B bezeichnete Anzeigen sind entgeltlieh. Redaktion u. Verwaltung: lX,Universitätsstr. 8,1 el. A-20-2-78 — Erscheint Dienstag u. Freitag Nächster Zionistenkongreß im Juni 1938 Aus Zürich: In der Sitzung des Organisationsausschusses des Kongresses am Abend des 12. August unterbreitete die Exekutive einen Plan, wonach der Verkauf von Schekalim für . den XXI. Zlonistenkongreß nicht später als Endo April 1938 abzuschließen sei. Der Vorschlag, der 'Exekutive wird dahin gedeutet, daß geplant sei, den nächsten Zionistenkongreß, der Uber den neuen Judenstaatsplan zu entscheiden haben wird, für Juni 1938 einzuberufen. (J. T. A.) Nur keine Angsf * es wird schon schief geh-n! Pi'e Perlidie der Totengräber In•.. der sogenannten; „I^ehrheitsresolution", die rund «100,Zeitungsdruckzeileii umfaßt, sind vier dem Zweck dieser Resolution. gewii^^. nämöch' der Vollmacht tÜr'''We^attn'j;':96- ZeüeVtrieben von" Kampfesmut, Protest, Wahrung der Rechte, Zurückweisung, Ablehnung. „Der Kongreß", heißt es in den 96 Zeilen, „verlangt die Durchführung des Mandats" und „der Kongreß", heißt es in den 96 Zeilen, „erklärt den Srerlungspläh für unannehmbar.'' Pas. sind zwei Stellen der /Resolution, die H a u.pt-s teilen : könnte man sagen, aber auch die, zwei Hauptbedingungen ■ der Opposition; Mit;pathetischem Schaum .vor dem.Mund> mit dem vollen Bauch-Ton der Ueberzeugung wurden die;:.961 Zeilen der Resolution in den. Kongreßsaal geworfen. ' und ganz schüchtern kroch der Punkt nach, auf den-es:: den-Weizmannnisten ankam:, die Voll: macht,; mit der; Britischen Regierung zu verhandeln. < Die Perfidie dieses Manövers wird klar, wenn man sich die Punkte vor - Augen: hält, mit denen die Jä-Sager auf den Tisch klopften: - „Der Kongreß .. V ■verlangt: eine völlige Durchführung »des Mandats" und' „Der-Kongreß erklärt denTeilungsplan für unannehmbar." Diese zwei Resolutionspunkte decken sich völlig mit den Wünschen: der . Opposition. Sie besagen alles".. Sie machen jede, weitere Debatte und jede weitere Verhandlung überflüssig. In ihnen ist bereits die' „Errichtung des Judenstaats" enthalten. In ihnen sind, bereits; auch die Beding u ngen für die Errichtung des Judenstaats enthalten. Es bedarf keiner Verhandlungen, das heißt es bedarf keiner speziellen - Vollmachten an die Exekutive mehr, denn nach; den Mandatsbestimmungen besteht die Funktion der,, Jewish Agency darin, ständig mit der Britischen, Regierung an der Errichtung des Juden- Staats (Jüdischen ..Nationalheims) zusammenzuarbeiten. Wozu plötzlich eine besondere -Vollmacht'? Hat dehn ' die Jewish. Agency 'überhaupt eine an defe Aufgabe als die Errichtung des Judenstaats? i *. i r; ' •"•*••• ' ■ i . Und noch ein. Zweites: Der Kongreß erklärt, ani .Mandat^ dürfe nicht gerüttelt werden. Der englische;T;e;ilun g&pl a n a n 'sich,, jeder Teüungsplan beideutet : Verletzung des Mandats. Der Teilungsplah, Sftgt die Resolution, ist unannehmbar. Aber dieselbe Jtesolution enthält, die Vollmacht an Weizmann, mit der Britischen Regierung im Rahmen des T e i 1 u n g s- •p,lta ns zu . verhandeln. Der Teüungsplan soll die Basis der Verhandlungen sein. Denn wenn nicht der .Teilungsplatt, hätten die Verhandlungen keinen Sinn, miißte es ja beim Alten, beim Mandat bleiben, und ijber die Unantastbarkeit des Mandats gibt; es ja laut Oesamtresolution keinen Zweifel. Versteht der Leser jetzt den. Widerspruch :ini der Resolution? Versteht er jetzt die Perfidie, mit der außer, den unentwegten weizmannistischen Toten- .gräbern des Zionismus auqh brave,.treue^Zionisten gefangen wurden? ' Judensiaatler gehen nicht in Exekutive; Aus Zürich wird, uns vor Blattschluß telephoniert: Seitens Persönlichkeiten der Mehrheitsparteien des Kongresses ist man an-die Judens t a a t s p a r t e i herangetreten, um sie zur Ueber-- nähme eines Portefeuilles in der Zionistischen Exe k u t i v e, bezw. zur Teilnahme an der Politischen Kommission zu ersuchen, die bekanntlich als Kontrollorgan für die Dauer der Verhandlungen der Exekutive mit der englischen Regierung gedacht ist. Die in Zürich anwesenden Vertreter der Judenstaätspartei lehnten das Angebot ab, da die Judenstaätspartei nicht gewillt ist, die Verantwortung für Verhandlungen zu übernehmen, welche-auf Basis des Teilungsprojektes geführt werden sollen. Es wird also die Judenstaatspartei in der künftigen Exekutive nicht vertreten sein. Sonntag, den 15. August, nachts, wurde eine Sitzung abgehalten, in welcher Delegieter Skolnik über „Kolonisation" und Delegierter Rubaschow über „Jugenderziehung und Kulturfragen referierte. Montag, den 16. mittags, werden die bereits in den letzten zwei Tagen begonnenen Unterhandlungen bezüglich der neuen Exekutive fortgesetzt. Man rechnet damit, daß die Wahl der Exekutive in der Nacht zwischen Montag und Dienstag durchgeführt werden wird. Die Resolution der Herzl-Zionisten Abgelehnt! C'! .... ■ - ■ nussion .vorgeschlagene Entschließungsantrag, auf "den bei der'Abstimmung 158 .Stimmen bei . Stimmenthaltungen und 7 Abwesenden entfielen, hätte .folgenden Wortlaut: , ' , , 1. Der XX. Zionistenkongreß nürimt Kenntnis von den, Ergebnissen der Untersuchungen. ,der Kgl. Kommission für Palastina in den folgenden grundlegenden Punkten': , - Erstens, daß der Hauptzweck des Mandats, wie er in der Präambel und den Einzelbestimmungen zum Ausdruck kommt, der ist, die E r r i c h t u n g eines jüdischen. Nationalheims' zu ermöglichen; zweitens, daß unter dem, Gebiet, auf dem das jüdische Nationalheim errichtet werden sollte, zur Zeit der Balfour-Deklaration das gesamte historische Palästina verstanden . wurde; drittens; daß der Gedanke einer Entwicklung Palästinas zu einem jüdischen Staat oder Gemeinwesen von Anfang an in den Zwecken der Balfpur-Deklaration und .des .Mandats, lag; viertens, .daß die Re-! per" von der Minderheit in der Politischen KomrrVor schwächlichem Verzicht gewarnt l" ,;Zu einer unbedingten Ablehnung, die als Bekundung eines ungebrochenen Glaubens und einer starken nationalen Vitalität ihren Eindruck auf die Welt nicht verfehlt haben würde, ist es in Zürich nicht gekommen, und die Aufgabe der den Juden wohlgesinnten christlichen Kreise wird, nicht dadurch erleichtert, daß sie ,plus royalistes que le roi m6me' (etwa: päpstlicher als der Papst) erscheinen müßten. Trotzdem werden sich diese ,nichtjüdischen Zionisten', die in einem ergreifend formulierten Kablogramm aus Amerika " vor schwächlichem Verzicht warnten, von der gerechten Sache nicht zurückziehen und die Verheißung der Heiligen Schrift um keiner opportunistischen Erwägung willen preisgeben." Das steht nicht etwa, in einem oppositionellen •judenstaatlerischen Blatt geschrieben. Nein. Das steht geschrieben in der christlichen demokratischen Baseler •,;Nationalzeitung". Die „nichtjüdischen Zionisten", von denen das Blatt spricht, sind die 52 Delegierten der amerikanisch-christlichen Palästina-Konferenz, welche in einer an die Mandatskommission gesandten Depesche verlangten, daß der Teilungsplan aufgegeben werde und Großbritannien seihe gegenüber den Juden übernommenen Verpflichtungen erfülle. Die amerikanisch-christliche Welt also hat' mehr Respekt vor dem zionistischen Ideal und mehr Mut vor Herrn Ormsby-Gore als die Kongreßmajorität, als der. Präsident der. Zionistischen Organisation und seine Pnraöße-Trabanten, , patrüerung einer großen Zahl von Juden in ihr Heimatland mit bedeutendem Nutzen für die palästinensischen Araber verbunden war und unter genauester Beachtung ihrer bürgerlichen und religiösen Rechte durchgeführt worden ist. 2. Der Kongreß weist die Behauptung , der Kgl. Kommission, daß das Mandat undurchführbar und eine Zusammenarbeit zwischen Juden und Arabern in Palästina zum Nutzen des ganzen Landes nicht zu erreichen sei, als irreführend zurück und drückt seine feste Ueberzeugung aus, daß es die. Verwaltung des Mandats und nicht das Mandat selbst ist, die einen Zusammenbruch erlitten hat. 3. Der Kongreß weist mit gleicher Bestimmtheit die beiden von der Kgl. Kommission gemachten Vorschläge — die Teilung des Landes einerseits und die sogenannten Palliativmittel andererseits— als Mittel, die den wirtschaftlichen Fortschritt verhindern und die Entwicklung des Nationalheims aufhalten, zurück. * 4. Die von der englischen Regierung veröffentlichte Erklärung über ihre künftige Politik kündigt die Absicht an, die Empfehlungen der Kgl. Kommission zu verwirklichen, die einen: a) Aufgabe des Mandats für Palästina,; b) Zerfleischung des Landes, c) Einschluß des überwiegenden Teiles des Landes in einen neu zu schaffenden arabischen Staat, d) Unterstellung anderer Teile des Landes unter dauernde englische Verwaltung und e) Schaffung eines jüdischen Staates aus dem Rest des Landes, bedeutenden Teilungsplan enthalten. Dabei soll der jüdische Staat unter Bedingungen geschaffen werden, die wesentliche politische, wirtschaftliche und strategische Notwendigkeiten unerfüllt lassen und das zwingende Bedürfnis großer Massen des jüdischen1 Volkes, repatriiert zu werden, nicht berücksichtigen. Der X X. Z i o n i s t e n k o n« greß erblickt in diesen Vorschlägen ein eVerlet zu ngderdem jüdischen Volk von Großbritannien gegebenen und von den Völkern der Welt bestätigten Zu-» Sicherungen; Er erklärt feierlich, daß er in unabänderlichem Gegensatz steht zu der Zerfleischung Palästinas und ihr mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln energischen Widerstand leisten wird; daß das unveräußerliche Recht des jüdischen Volkes auf sein historisches Heimatland durch keinerlei Unterschrift ' beseitigt werden und daß kein Plan, der die Teilung Palästinas einschließt, die Basis für Verhandlungen über die künftige Politik bilden kann. 5. Der Kongreß beauftragt die Exekutive, ihre Stellung auf der festen Grundlage des jüdischen Rechtes und der jüdischen Errungen« Schäften in Palästina, die jetzt in weitem Umfang

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.