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Die neue Welt · 1937-07-13 · Heft 671 (13.7.1937) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 671 (13.7.1937)
Date
1937-07-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr; 671 vom 13. Juli Besonders billig Alles IOr dafl Urlaub bei Schiffmann Delegierten einzunehmenden Haltung zu fassen. Ueber das Ergebnis der Beratung wurde ein Kommunique veröffentlicht, des Inhalts, daß der Ausschuß den Bericht studiert habe und zu dem Beschluß gekommen sei, da'J er mit der arabischen Auffassung unvereinbar sei. Der Ausschuß beabsichtige, sich mit den arabischen Königen und den führenden arabischen Pensönlichkeiten in Palästina zu beraten. Wie „Evening Standard" erfährt, richten sich die Haupteinwände der jüdischen Führer gegen 1. die vorgeschlagene finanzielle Subvention der Araber durch den jüdischen Staat; 2. den Umfang des ihnen angetragenen Gebiets. Sie würden auf jeden Fall um das Wüstengebiet des Negew kämpfen, das vom äußersten Süden des jüdischen Staates bis zum Suezkanal und dem Golf von Akaba führt und den Arabern zugedacht wird. Nach jüdischer Ansicht ergeben sich dort, obgleich es sich vornehmlich um Wüste handelt, Siedlungsmöglichkeiten und vor allem ein wertvoller Zugang zum Koten Meer. 3. Die absolute Einschließung der 70.000 Juden in Jerusalem in das neue Mandatsgebiet. Sie würden entweder um Einschaltung der Neustadt in den jüdischen Staat, im äußersten Fall aber als Minimum die Autonomie der in Jerusalem ansässigen Juden nach dem Muster der in Jaffa lebenden Araber kämpfen. 4. Gegen einzelne Grenzbestimmungen, deren Aenderung sie fordern. Von den Beamten sabotiert Colone! Wedgwood über den Teilungsplan Aus London: Der Abgeordnete Colonel Josiah W e d g w o o d, hat in einer der Jüdischen Telegraphen- Agentur übergebenen Erklärung als das Schlimmste an den Vorschlägen der Königlichen Kommission die vollständige Außerachtlassung der Bedürfnisse der Juden be\ zeichnet. Der Versuch, durch Einschränkung der Einwanderung auf die Juden einen Druck auszuüben, sei niederträchtig. Der Teilungsplan sei unfair, weil er das jüdische Gebiet, noch mehr als es notwendig wäre, einschränkt. Ich hoffe, sagte Colonel Wedgwood, daß die Juden die Teilung, wenn sie angenommen und verwirklicht werden sollte, nur als Ausgangspunkt zu weiteren Fortschritten betrachten werden. Es besteht, glaube ich, wenig Zweifel daran, daß sich ein starker Widerstand dagegen erheben wird, daß wir zwei Millionen an Transjordanien zahlen sollen. Wenn das Mandat geändert wird, warum dann nicht in der Weise, daß eine Kronkolonie-Regierung und eine Verwaltung vorgesehen wird, die bereit ist, die Regierungsgewalt auszuüben. Di« jetzt vorgeschlagene Politik ist feige und für unser Prestige verhängnisvoll. Wir haben viel schwierigere Probleme in Indien, in Kenya und in Westindien gemeistert, wo der Gegensatz zwischen zwei Rassen bedeutend größer war, als der zwischen Arabern und Juden in Palästina. Was wir anderwärts erfolgreich durchgeführt haben, konnte geschehen,, weil die britischen Beamten es wollten und einen Erfolganstrebten. In Palästina ist es nur mißlungen, weil es von den Beamten sabotiert wurde; das könnte sicher gutgemacht werden durch starke Regierung und Festigkeit 'beim englischen Volk." (J. T. A.) Empörung und Enttäu§diung Was die hebräische Presse Palästinas sagt Aus Jerusalem wird gemeldet: In Erklärungen an die Jüdische Telegraphen-Agentur haben Repräsentanten aller religiösen Schichten und sozialen Klassen der jüdischen Bevölkerung Palästinas, von der Aguda Jisroel bis zu den Linksparteien, ihrer tiefen Enttäuschung und Erbitterung über die Vorschläge der Kgl. Kommission und das Statement of Policy der britischen Regierung Ausdruck gegeben. Die allgemeine Ansicht, auch die des Mannes der Straße, ist die, daß der geplante jüdische Staat ein Hohn auf die jüdischen Gefühle und auf die Leistungen der Juden im Aufbau des Landes ist. Fünf Sechstel des Landes hat die Kgl. Kommission den Arabern konzediert, darunter viele kultivierte jüdische Böden sowie alte jüdische Kolonien; dabei sollen die Juden zu der Errichtung des arabischen Staates finanziell beitragen. „Haboker" erklärt, der Bericht der Kgl. Kommission gehe darauf hinaus, die Balfour-Deklaration zu annullieren; er bedeute eine große Konzession an die arabischen Terroristen, die aus ihm die Lehre ziehen können, daß Ausschreitungen belohnt werden. Die Zeitung erinnert daran, daß die englische Regierung seinerzeit die Zustimmung zur ersten Teilung Palästinas (Abtrennung Transjordaniens) durch die Drohung erreicht habe, daß Großbritannien andernfalls das Mandat aufgeben werde. Wir hoffen, schließt „Haboker", daß die zionistische und die jüdische Welt sich einer weiteren Drohung nicht beugen werden. Ohne die jüdische Zustimmung werde es der englischen Regierung nicht möglich sein, eine Teilung durchzuführen. Jerusalem, das Herz des Judentums, darf nicht geopfert werden. „Dawar" erklärt, ein jüdischer Staat ohne Jerusalem, den Negew, die Rutenberg-Konzession und die Palestine Potash Company bedeute einen Zionismus ohne Zion und einen Judenstaat ohne Juden. Ganz in dem traditionellen Geist der britischen Palästina-Administration liegt es, daß der Judenstaat dem arabischen. Staat Tribut zahle; nie werden wir dem zustimmen. Nach wie vor sind wir der Ansicht, daß das Mandat durchgeführt und in eine Quelle des Friedens verwandelt werden kann. Mag die Palästina-Regierung hinsichtlich der bisherigen Wirksamkeit des Mandates enttäuscht sein und versuchen, über neue Abkommen zu verhandeln, K.-Ssiden-DirntlKdiiirce in Pastellfarben . . . . S lupf-Baiist-Bluse fürs Dirnai, Rüschenkragen ........S Blumen-Dirndl -er Kretonne-Kleidet schöne Muster . . . . S K.-Seiden—Jersey-Kleid. Krnstirt mit valencn'nnes- Spitzen garniert. . . . 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Kann man das eine vernünftige oder gerechte Lösung nennen? Es muß ein Weg gefunden werden, um das Land vor dem Messer des Arztes zu retten, das es zu töten droht. Für eine jüdisch-arabische Round Table-Konferenz. Aus London: Die „Time s" berichten aus Jerusalem, daß dort Stimmung dafür gemacht werde, den jüdischen und -Arabischen Einwäden gegen den Palästinaplan dadurch mehr Nachdruck zu verleihen, daß beide Parteien gemeinsam protestieren. Der. Gedanke einer Round- Table-Konferenz gewinne an Boden. (J. T. A.) Jüdischer Wies zum Teilungsplan (Mitgeteilt von Dr. E. M. Zweig, Jerusalem). Wo immer Juden, leben, nimmt ihr W it z zu jedem wichtigeren Ereignis Stellung. Wie erst in Erez Israel, dem altneuen Zentrum unseres Volkstums, und wie gar jetzt, da in Erwartung des Berichtes der Royal Commission die Gerüchte von der Teilung des Landes nicht verstummen wollen. Dabei spiegelt der Witz naturgemäß die Buntheit der Stimmungen und Meinungen treulich .wieder. Recht geschlossen kehrt er sich , gegen die Teilung. Als ein Beispiel, das :deren praktischen Nonsens treffend geißelt, diene folgendes Zwiegespräch. „Gottlob, daß wenigstens alle jüdischen Parteien in der Ablehnung einig gehn, diesmal mitsamt den Agudisten; die sind sogar am schärfsten dagegen." — „Und warum das?"— „Aus Angst, sieskommen, wenn man beim Schmoneessre die drei Schritte rückwärts macht, schon in den arabischen Teil ' Ein Unterton der Genugtuung immerhin, daß unser Volk — den Leiden des Befreiungskampfes zum Trotz — sich der seelischen-Knechtschaft der Gallith entwindet, liegt in der aktuellen Frage: „Und was wird bei der Teilung aus unseren Freunden in S aronä?" Bekanntlich sind ja die Bewohner dieses Dorfes bei Tel-Aviv meist wäschechte Nazi. Antwort: „Ihr Status ist klar. Jüdische( Staatsbürger christlichen Glaubens!" Im Bukett jüdischen ^Witzes darf die scharfduftende Blüte der Selbstverspottung nicht fehlen. „Und wohin gehört eigentlich Rachawiah?" Das ist jenes Nobelquartier Jerusalems mit starkem Zuzug von Einwanderern, aus Deutschland zumal. „Wohin?? Zum Kanton Iwrith." — l\ — „Nun ja; kan Ton- Iwrith!" * Der Geist des Jischuw, der Schlimmes wie Gutes der politischen Gestaltung mit so raschem Witz erfaßt, Wirö pieb auch in ernster Entscheidung behaupten, Letzte Nachrichten Eher arabisch-jüdische Einigung, als Annahme der Teilung. Aus London: .^Daily Te 1 e gr ap h": berichtet-aus Palästina, daß sowohl die Araber als auch die Juden ylelfach der Ansicht sind, es sei vorzuziehen, zu einer aräbiae»- jüdischen Einigung in Palästina zu kommen, als die von der Kgl. Kommission vorgeschlagene Teilung anzunetaneia. Interessiert an der Teilung sei lediglich der Emir A'b« dullah von Trans Jordanien, der künftig einein klaren Machtzuwachs zu erwarten hat, wogegen es klar sei, daß der M u f t i sich gegen jede Schmälerung seiner Autorität zur Wehr setzen werde. (J. T. A;) Italiens Druckmittel in Genf« , Aus London: Wie der römische Korrespondent de« „Daily Telegraph" meldet, könnte die Durchführung de* Empfehlungen der Kgl. Kommission auf unerwartete Schwierigkeiten von italienischer Seite stoßen. Diplomatische Kreise in Rom seien der Auffassung» daß sich die italienische Regierung nicht die Gelegenheit entgehen lassen werde, Englands Interesse an der Durc|ifiihrung der Aufteilung Palästinas zu Konzessionen auf anderen Gebieten der italienischen Politik, wie z. B. hinsichtlich der Forderung nach Anerkennung der Eroberung Abessiniens, auszunützen. Die Möglichkeit, daß der italienische Vorsitzende der permanenten Mandatskom-. mlsslon des Völkerbundes mit Unterstützung des japanischen, portugiesischen und vielleicht auch des Schweizer Bevollmächtigten die Angelegenheit verschleppen und die rechtzeitige Weiterleitung an den Völkerbundrat für die September-Tagung verhindern kann, hält man in diesen Kreisen für ein genügend starkes Druc k ni i 11 e 1, um England zur Gewährung bedeutender Konzessionen zu bewegen. (J. T. Ä.) Palästina-Debatte im amerikanischen Repräsendantenhaus. Aus New York: Das Mitglied des amerikanischen Kongresses, Samuel D i c k s t e i n, kündigt an, daß er die Frage der Teilung Palästinas am Montag, den 12.. Juli, im Repäsendantenhaus zur Sprache bringen werde Staatssekretär Cordell Hull hat bisher n och k ein e of f izielle Stellungnahme zum Bericht der' Kgl. Kommission veröffentlicht. Wie der J. T. A.-Vertreter'erfährt, ist das Außenministerium' gegenwärtig mit' dem Studium des ihm vom britischen Botschafter überreichten Berichtes beschäftigt. . In einer am 9. Juli abgehaltenen Pressekonferenz erklärte Staatssekretär Cordell Hull, er habe von eine.r Reihe jüdischer Organisationen telegraphischc und briefr liehe Proteste gegen den Plan einer Teilung Palästinas erhalten. Die Frage.sei Gegenstand von Besprechungen mit' der' britischen Regierun%. Amerika sei bestrebt, so weit wie möglich zwischen den Parteien zu vermitteln. In einer Erklärung an die Jüdische Telegraphen- Agentur kündigte.Senator Warren Hi Austen aus Vermont, der als einer der vier amerikanischen Senatoren vor kurzem Palästina besucht hat', ah, daß er die. Frage der Teilung Palästinas im amerikanischen Senat aufrollen werde. (J. T. A.) Schwer zu sein ein lud' « ♦ . '• Aus Bukarest: Ein sehr bekannter Ingenieur, Anton Moor, hat in Bukarest Selbstmord verübt. In einem Abschiedsbrief erklärte er, er scheide ausdeip Leben, weil er, obwohl Ohrist, allgemein für einen Juden gehalten wurde und Infolge diesesT frrtiuns schweren Demütigungen ausgesetzt gewesen sei. Er ziehe den Tod einem Leben in einer von Vorurteilen erfüllten Welt vor. (J. T. A.) r ' Die NaxuPropaganda in Amerika ' Aus New York: Das demokratische Mitglied des amerikanischen Kongresses John McCorniak (Massachusetts), hat im New-Yorker Rundfunk eine'Red? über die deutsche nationalsozialistische Propaganda; in den Vereinigten Staaten gehalten und dabei die' Namen von 18 Agitatoren genannt, die Amerika mit nationalsozialiatischem Propagandamaterial überschwemmen, unter ihnen auch die Namen des deutschen Botschafters in Washington Dr. Luther, des deutschen Konsuls. "l San Franzisko von Killinger und der deutschen Fliegerin Thea Rasche. (J. T. A.) 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(Starke Frauen finden vormittags Okkasionaständer zur Selbstbedienung. .' . . , •; 1 •...........-•..... ■ ■ 1 '■ '; 1 i' ■■;■ i i1 Eigentümer, Verleger, Herausgeber: Oberbaurat Robert Stricker. Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kolb. —- Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ignaä Stej alle Wien, IX., Untversitätsstrafte $-8.

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