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Die neue Welt · 1937-07-06 · Heft 669 (6.7.1937) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 669 (6.7.1937)
Date
1937-07-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seited DIE NEÜE WELT Nr. 66& vorn &-JuU ld?T Besonders billig Alles für den Urlaub bei Schiff mann sandt, in denen sie mit Ermordung für den Fall be^ droht werden, daß die Teilung Palästinas angenommen wird. Auch Emir Abdullah von Trans jordanien hat ein solches Schreiben erhalten, in dem er davor gewarnt wird, einen Königsthron für Transjordanien und einen Teil Palästinas anzunehmen. (J. T. A.) Tagung der Völkerbuitdiigeit Aus Bratislava wird uns geschrieben: Die diesjährige XXI. . Vollversammlung der ^mikerbundligen tagte in der Zeit vom 28. Juni bis 3. Juli in Bratislava. Unter den .vielen, die nationalen Minderheiten.-betreffenden Fragen, die Gegenstand genauer Erörterung und Beschlußfassung waren, hätte auch ein von der palästinensischen Liga übermitteltes Memorandum zu der katastrophalen Situation der Juden in den osteuropäischen Ländern behandelt werden sollen. Trotz, der zweifellos gegebenen Dringlichkeit dieser Frage konnte die Versammlung der Völkerbundligen das Memorandum zur Zeit nicht auf die Tagesordnung setzen, da der Delegierte der palästinensischen Liga, Herr Dr. Nahum Gold mann, an der Vollversammlung nicht teilnahm und auch seitens dieser Liga nicht für einen palästinensischen Vertreter Vorsorge getroffen wurde. Ueberdies erhoben die Delegierten der Ligen der durch das Memorandum betroffenen Länder gegen die Behandlung des Memorandums Protest. mit der 'Begründung, daß dieses Memorandum ihnen erst knapp vor ihrer Abreise nach Bratislava übermittelt wurde, so daß sie außerstande waren, es einem genauen Studium zu unterziehen. Die Delegierten der jüdischen Völkerbundliga in Oesterreich richteten in der-Sitzung des Conseils (engerer Rat) an das Präsidium, "die Anfrage, in welchem Zeitpunkt das Memorandum und der dazugehörige Resolutionsantrag im Hinblick auf die Dringlichkeit dieser Frage auf die Tagesordnung der laufenden Vollversammlung, gesetzt werden. Die Delegierten mußten sich doch mit dem Erfolg begnügen, . daß sie die unbedingte Zusicherung erhielten, dieser Gegenstand werde anläßlich der Tagung der permanenten Minderheitenkommissipn im Oktober d. J. einer;! genauen, Erörterung und Beschlußfassung Unterzogen werden. Der anlBfüdisdie Terror in Polen Aus Wa r s cha u! wird gemeldet: Während .des Markttages in.Rado m sk .ist es zu antijüdischen Ausschreitungen gekommen. Mehrere Juden wurden, erheblich verletzt, und. zahlreiche Marktbuden jüdischer ^Händler zerstört. Unter der .jüdischen Bevölkerung „der Stadt brach eine Panik aus; sämtliche jüdischen Läden wurden sofort "gfisöhiösseh; Erst spät'abends konnte die Ruhe wiederhergestellt werden.. In mehreren umliegenden Dörfern, so in Koniecpol, Kleszczow, Przerdbosz u.. a., kam es ebenfalls zu antijüdischen Exzessen. - -• In Wolomifl'bei Warschau haben Huligans die Schilder jüdischer'Geschäftsläden mit antijüdischen Aufschriften beschmiert. In zahlreichen jüdischen Häusern wurden die Fensterscheiben eingeschlagen. In einer Reihe von Dörfern in der Gegend von Myszkow haben, Huligans .jüdische "Läden demoliert und zahlreiche Fensterscheiben jüdischer Häuser zertrümmert. Der jüdischen'Bevölkerung, der ganzen'Umgebung hat sich eine große Panik bemächtigt. - In Kozielowy, Kreis Zawiercie, veransalteten Huligans .während des Markttages eine Judenhetze. Zahlreiche Marktstände wurden demoliert und die Fenster der Synagoge und zahlreicher jüdischer Häuser eingeschlagen. Neun Personen wurden verhaftet. In dem'bekannten polnischen Kurort Zakopane sind innerhalb der letzten Tage zwei Bomben gegen jüdische Geschäfte geworfen worden. Hand in Hand mit den Terrorakten geht eine heftige antijüdische Boykott- Agitation- Die;Polizei hat umfassende Erhebungen eingeleitet. ...'... . * Der 56jährige jüdi$che Fleischhauergehilfe Josef Bendrak, der am 19. Juni in Czenstochau den polnischen Eisenbahnbediensteten Stephan Baran getötet hatte, ist vom Kreisgericht von Czenstochau zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt worden. Bekanntlich war es im Zusammenhang mit dem Mord an Baran zu den schweren antijüdischen Ausschreitungen in Czenstochau gekommen, die in einen regelrechten Pogrom ausarteten. Bei der Einvernahme erklärte Bendrak, er bekenne sich nicht schuldig; er habe lediglich in Notwehr gehadelt. Durch die Schüsse habe er Baran, der ihn mit. Steinen bewarf, ^iur einschüchtern wollen. Sämtliche Zeugen, von denen nur zwei Juden waren, sagten günstig für Bendrak ajis. Einer der polnischen Zeugen ging sogar so weit, zu erklären, daß Bendrak ,»der ehrenhafteste Mann der Wflt'^sej. Auch die Polizei stellte Bendrak ein gutes Leumundszeugnis aus. ".,'* * In dem Dorfe Niwacewicze (Kreis Kobrin), Wojwodschaft Breafc-iatowsk, haben 'Huligans in der Nacht] den Juden Abraham Sokolowskl, seine Frau, deren sechs Wochen altes Kind, die Schwiegereltern Sokolowskls und ein Mädchen, das in gemeinsamem Haushalt mit der Familie lebte, auf.bestialische Art abgeschlachtet. Die Polizei bat umfassende Erhebungen eingeleitet. Sommerlager des Brfth Hakanami Der Brith Hakana im veranstaltet heuer sein Sommerlager in der Nähe von Löbersdorf (Burgenland) in schöner, waldreicher Gegend in der Zeit vom 19. Juli bis Ende : August. Streng rituelle K:ost. Freie Badbenützung. Preis für einen vierwöchigen Aufenthalt (ohne Fahrtspesen) S 70.—. Anmeldungen und Auskünfte bei Ch. A_. Kupferberg jeden Dienstag und Donnerstag von G bis 8 Uhr abends im Zentralheim, U., Praterstraße 30. 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Nur II., Taborstraße 48 Hakenkreuzlerisdhe Tendenzen in Rumänien Aus Bukarest wird berichtet: Der führende rumänische Historiker und frühere Ministerpräsident Prof. Nicolae Jorg a, einer der einflußreichsten Politiker Rumäniens, erklärte auf dem Kongreß der „Liga Cultüra" in Jassy, daß die jüdische Bevölkerung Rumäniens' von der übrigen Bevölkerung a bgesöndert werden müßte und daß „reine rumänische Zonen" rings um die Kirchen und um die kulturellen und Regierungsinstitutionen geschaffen werden sollten. ";" " - Der Vorschlag Jorgas auf Einführung eines Judenghettos in Rumänien ist die Folge der politischen Annäherung zwischen ihm und dem Führer der antisemitischen Bewegung Prof; C u z a. Prof. Jorga war vor dem Kriege ein radikaler Judengegner, änderte aber nach dem Kriege seine Ansicht und wurde ein Gegner der Antisemiten. Letztens ist er jedoch wieder in das antisemitische Fahrwasser geraten und -bemüht sich nun gemeinsam mit Prof. Cuza um eine Fusionierung der nationaldemokratischen mit der christlich-nationalen Partei. Gegenwärtig finden auch Verhandlungen des bekannten rumänischen Kommandanten im Weltkriege, Märschall Averescu, des Führers der rumänischen Front Dr. Alexander Vaida : und des Leiters der national-liberalen Partei Prof. Gheorghe Bratianu mit Prof. Cuza wegen Schaffung einer Koalition zum Zwecke der Bildung der kommenden rumänischen Regierung und der Einführung einer Gesetzgebung auf arischer Grundlage statt. Die Koalition würde einen eindeutignationalistisch-antisemitisehen Charakter tragen* (J. T. Ä.) Lfcauasdie Behörden Verbieten Wahlen zum Zionastenk ongreß Aus Kaunas: Die Polizei hat sämtliche Wahlversammlungen für den Zionistenkongr.eß in ganz Litauen verboten. Gleichzeitig wurde jede Art von zionistischer öffentlicher Wahlpropaganda untersagt. Das Verbot der Versammlungen und Wahlpropaganda erfolgte im Hinblick auf die Gefahr von Zusammenstößen, die sich zwischen den politischen Gegnern ereignen und die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährden könnten. Wie der J.-T.-A.-Vertreter erfährt, haben die , Behörden beschlossen, auch die Abhaltung der Wahlen zum Zionistenkongreß zu verbieten. Man erwartet, daß die zionistischen Parteien in Litauen untereinander ein Uebereinkommen über die Verteüung der Mandate treffen werden. Die diesbezüglichen Verhandlungen haben bereits begonnen. Weitgehende Verwaltungsänderungen Aus Jerusalem meldet Palcor: Die arabische Presse meldet, daß nach Veröffentlichung des Peel- Berichtes weltgehende Aendcrungen in der Verwaltung vorgenommen werden sollen. Juden und Araber würden aufgefordert werden, an einer Rouud-Table-Konferenz teilzunehmen» um auf der Grundlage der Empfehlungen der Kommission zu einer Verständigung zu gelangen. ... ...... Der High Commlssioner wird Anfang nächster Woche in Palästina zurückerwartet. Stimmen der Presse „Observer": Die Zlonisten können jetzt keine PdlitfJt akzep-' tieren, die den Rahmen des Jüdischen Nationalheims einschränkt. Ihre. Leistungen in Palästina seit dem Mandat sind einzigartig in der modernen Welt.. Sie haben eine kahle, wüste Wildnis, die kaum eine Bevölkerung von weniger als einer halben Million erhalten konnte in ein blühendes Agrar- und Industrieland verwandelt* das jetzt eine Bevölkerung von über emeinviertel Millionen erhält und fähig ist, noch viel mehr Menschen aufzunehmen. Außerdem sind die von den Juden gebrachten Vorteile nicht nur ihnen allein zugute gekommen, sondern auch der eingeborenen arabischen Bevölkerung. Das Niveau der Reallöhne z. B. ist bei den Arabern' dreimal höher als das der arabischen Nachbarländer; ihr Lebensstandard hat sich bedeutend verbessert; die Verbreitung der Malaria ist ungeheuer zurückgegangen und ein au*» fälliger Rückgang der Sterblichkeit und Kindersterblich* keit hat stattgefunden. . - Aber die britische Politik in Palästina müßte auch die Lage der Juden in der übrigen Welt mV Rechnung? ziehen. Die Tore Palästinas jüdischer Einwanderung'zü verschließen, wäre nicht nur der' Bruch eines feierlichen Versprechens, sondern würde sich auch "jhoraliscli. nicht rechtfertigen lassen. Es gibt keine eingewurzelte Feindschaft beS den Arabern gegen die Juden. Diese Feindschaft beschränkt sich auf eine Handvoll arabischer Agitatoren, deren Hauptinteresse darin, besteht,; sich ihre politischen Nester auszupolstern. %J' Die Erweiterung des für das Jüdische National; heim zur Verfügung stehenden Gebietes und die Sicherang uneingeschränkter jüdischer Einwanderung 'ist'die;einzige Lösung, die den Juden, den Arabern und Großbritannien Vorteil bringen kann. . . ' „Daily Telegraph": , i Der Bericht der Kgl. Kommission wird am 8. Juli veröffentlicht werden. Das britische Kabinett hat sich in der Sitzung vom 30. Juni mit dem Bericht* beschäftigt, konnte'jedoch noch zu keiner'En'tscheidurifj: gelangen. Man rechnet aber damit, daß;sich die Regierung die Empfehlungen der Kg}. Kommission' in ihren. <Grund? zügen zu eigen machen wird. Wie bereits: angekündigt, werde der Bericht eine Aufteilung Palästinas ' in zwei voneinander getrennte selbständige -Staaten, ' einen"arabischen und einen jüdischen, empfehlen. Dem Dokument werden einige einleitende Bemerkungen der Regierung vorangehen; unter anderem soll darauf hingewiesen werr den, daß die Vorschläge an die Mandatskommission des Völkerbundes weitergeleitet'werden und daß, bevor, diese nicht zu ihnen Stellung.'genommen hat, auch die britische Regierung keine weiteren Schritte unternehmen kann. * Austritte aus dem Judentum Hansi Jeannette Fuchs, Schäuspiejschülerin, geb. 11 Mai 1912 Wien, ledig, I., Wallnerstraße-9; — Juliana Weiner geb. Wünsch, Private, geb. 11. Februar 1863 Wien» verw., XIX., Hardtgasse 25. — Renee Koch' geb. .Fischl, Haushalt, geb. 6. - Dezember 1904 Papai;ger. '• getr., 'TV;, Johann-Strauß-Gasse 49. — Frieda Neutra geb.:: Stern, Private, geb 4. Dezember 1889 Wien/ verh:., IV>;.,Wiedner Hauptstraße 17. — Hans Markovits, -Praktikant, geb. 9. April 1912 Wien, ledig, XII., Rechte wienzeÜe 233. — Georg Schanzer, Hörer der Rechte, geb! 2|6. Oktober 1914 Wien, ledig, XIII., Lautensackgasse 5., -77 Karoline Zehngut geb. Chlubna, Krankenpflegerin, geb. '27. November 1878 Prerau, verw., III.,' Barichgasse ' 28. — Gisela Grauaug, geb. 6: Juli 1874 Wsetin, ledig, H.yQbere Donaustraße 23. — Franziska' Cbaloupka, Manipulantin, geb.' 18. April 1910 Wien, ledig, XIV., Mariahilferstraße; 21p. — Theodor Frankl, Rädiotechniker, geb. 'lö.'Juli 19112 Wien, ledig, VII., Badhausgasse 18. — Dr. :Fritz Grauer, Chemiker, geb. 7. August 1889 Teschen, verh., IV., Goldeggasse 2. — Phillis Margarete Redlich geb. Zimmermann, Schriftstellerin, geb. 12. September 1886-' Wien, verw., VIII., Skodagasse 9. — Vilma Stroh» geb. Propper, Private, geb. 1. März 1861 Miskolcz, verw;,: I., Bartensteingasse 6. — Stella Spliß,, geb. 9. März, 1,813.. Wien, ledig", Mödling. — Siegmund Mühlrad, geb. 7. Jänner '1894 Wieri, verh., II., Marineiligasse 1. — Friedrich' Lobstelh, Kaufmann, geb. 30. Jänner 1894 Wien, getrV.i VHI., Landeagerichtsstraße 11. — Rudolf Martin AJtniftnn, :Mitte}- sojiüler, geb. 16. September 1919 Wien, l,edig,Tt, Taborstraße 20a. — Josef ine. Singer geb. Schröckenschlager, Haushalt, geb. 29. September 1902 Wien,'',ger.' gesch., II., Große Mohrengasse 14. »- Rosalia Horpwttzv :ScJlülerin, geb. 16. März 1923 Wien, ledig, JI., Reichsbrückenstraße Nr. 32. — Lilly Neuer, Verkäuferin, geb. 7.; April 1911 Wien, ledig, XV., Possmgergasse 3. — Gertrud** Jellinek geb. Klein, Haushalt, geb. 6. Dezen^r ^903.. Wien, ger. gesch., IV., Operngasse ,23. KINO-PROGRAMME t CHWEDEN 3=F Von 10 Uhr. vorm. b|s,7 Uhr. abends DIE LEBENDE ZEITUNG A - 49 O 00 Nur Vt8 Uhr und v;;Ö Uhr abends __ Es geschah zu Silvester Eigentümer, Verleger, Herausgeber: Oberbaurat Robert Stricker. Verantwortlicher Redakteur:, itrftz Kolb. Druck; Druckerei- und Verlags^A.-G. Igijaz St^in^anji, alle Wien, IX., Universitätastraße.6-8» ..Vi

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