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Die neue Welt · 1937-07-02 · Heft 668 (2.7.1937) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 668 (2.7.1937)
Date
1937-07-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
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t />. *J68 vom 2. Juli 1937 »ie.mm Wut* .Seite T Wurde das judi'sdie Bild verhol immer eingehalten? Von Werner Georg .Vorbemerkung. In einer Abhandlung über altchristliclie und altjüdische Kunstfundo anläßlich der Ausgrabung der von den Griechen befestigten Grenzstadt Dura-Europos (Syrien), beschreibt der Itunstforscher Werner Georg Kümmel (Zürich), die . s e n s a t i o- 11 eile Entdeckung einer mit reichstem Bildschmuck (Menschen und Tiere) ausgestatteten Synagoge. Die bisher als unumstößlich geltende Ansicht, daß die Juden das Verbot der bildlichen D a r s t c 11 u n g von Menschen allzeit und besonders im Kultus eingehalten haben, ist durch den Fund in Dura-Europos widerlegt. Es gibt eine alte jüdische Bildkunst! * ... Noch viel erstaunlicher aber ist die Entdeckung der bemalten Syn.ag.oge. Denn die in Palästina gefundenen Synagogen Sind samtlich aus späterer zieit und zeigen höchstens Bodenmosaiken, aber keine Wandbemaiung. Die Synagoge von Dura aber ist nach einer Inschrift 244/245 gebaut und vor der Zerstörung der Stadt im Jahre 266 bemalt .worden; und diese Wandbemalung ist teilweise so gut erhalten, daß wir hier plötzlich, einen Zeugen für eine alte jüdische Bildkunst haben, deren Existenz man lange Zeit überhaupt bestritten hat. Die jetzt freigelegte Synagoge ist nicht dieerste an ihrem Platz gewesen; die letzten Ausgrabungen haben eine frühere, kleinere Synagoge in Resten aufgedeckt, deren Bemalung aber offenbar nur Ornamente zeigte. Damals hat die jüdische Kolonie Duras offenbar dasBildverbot noch streng angewandt. Als diese Synagoge sich als zu klein oder zu primitiv erwies, wurde am selben Platz eine größere gebaut, und die ursprünglich. über sechs Meter hohen Wände wurden in ihrer ganzen Höhe bemalt. Der Synagogenraum liegt wie die christliche. Kapelle in einem Privathaus und war wohl von außen ebensowenig als Kultgebäude erkennbar. Es handelt sich um einen Querraum, dessen Blickwand nach . Westen (= Jerusalem) gerichtet war. In der Mitte dieser Wand, dem Eingang gegenüber, befand sich die für die Aufstellung des Gesetzesschreines bestimmte Nische; Ein Vorhang scheint davor gehangen zu habend Die Nische imitiert Marmorverkleidung und wird oben, durch, eine blaue Mu- : schel abgeschlossen. Rechts neben der Nische beiand sich das Podium für den Vorbeter, der nach zwei Inischriften „Priester Samuel'' hieß'. Ah den Wäriden laufen Sitzbänke entlang; auf der linken Seite"* des Gebäudes befand sich eine besonderee Türe, die "..offenbar als F r a u e-n e i n g a n-g diente. Im ganzen konnten auf diesen Bänken etwa 90 Personen sitzen. -; Die.Decke des Raumes war,; ausbunt--bemalten Ziegeln zusammengesetzt, von denen man über zweihundert gefunden hat; doch sind diese mit Blumen , und Tieren verzierten Ziegel nicht typisch jüdisch, sondern Fabrikware (es finden sich darunter sogar Tierkreisfiguren und zwei Darstellungen* des „bösen Auges")..; - - Das Hauptinteresse bieten natürlich die Wandbilder, lieber der Gesetzesnische ist eine Darstellung der Gesetzeslade zu sehen, links daneben der ' siebenarmlge Leuchter, der in allen Synagogen .stand, rechts die Opferung I saaks durch Abraham, 'der aber nur von hinten dargestellt ist, -während oben -Gottes Hand aus dem -Himmel hervorbricht. Darüber befand sich ein , großes ■ zweimal, gemaltes Zentralbild, dessen Sinn bis jetzt nicht sicher gedeutet .werden konnte. Auf - beiden Seiten davon sah man übereinander zwei, große Figuren, rechts oben ■ -Mose, am -brennenden D;o r nbusch, seine Schuhe neben sich gestellt, darunter die ■ Gestalt eines Lehrers oder P. r o p h e t e n mit der geöffneten Buchrollc, deren Behälter j neben ihm steht; wen diese großartige Gestalt darstellen soll, ist,bisher nicht sicher gedeutet (Man rät auf Mose, Y Esra, Jeremia). Links vom Zentralbild sieht man eine entsprechede Gestalt eines Greises mit verhüllten Händen, darüber nochmals eine Figur mit bloßen Füßen, .' die nur teilweise erhalten ist. Von diesem Mittelbild aus ziehen sich nun nach beiden , Seiten in drei Reihen übereinander Darstellungen bibli- ,; eher Szenen, deren Anordnungsprinzip noch nicht1 rocht erkennbar und deren Deutung auch nicht immer 1 sicher möglich ist. Da sieht man auf der untersten Reihe gleich rechts hinter dem Sitz des Vorbeters dargestellt, wie Samuel den jungen David inmitten seiner sieben Brüder salbt (1. Sam. 16; Davids Hände sind angesichts der heiligen Handlung verhüllt). Das Bild ist eines der eindrucksvollsten der Synagoge. Daneben sieht man die Aussetzung Moses, seine Auffindung im NU durch die nackt badende Tochter Pharaos und di« Uebergabe des Kindes an die Mütter. Auf der anderen $tmt-$wzii$ idu^mm, TMoesit.M ICümmel (Zürich) Seite ist farbig die Erniedrigung Hamans' vor Mordechal und die Erhöhung -der Esther aur Thronge'nossln des Ahasverus geschildert. - ... ... . t An den Seitenwänden ist unten auf der einen ..Seite die Erweckung des toten Volkes nach der Weissagung des Ezechiel dargestellt (Ez. 37), auf der anderen Seite eine Reihe van Elia-Geschichten (darunter dä.s vergebliche Opfer der Baalspriester, wobei nach einer jüdischen Sage unter dem Altar ein kleiner Mahn, namens Chiel abgebildet ist, der daB Feuer von unten anzünden sollte, aber von einer durch Gott geschickten Schlange getötet Wurde. ' In den oberen Reihen sieht man den Tempel Salomons,. die Geschichte der Bühdeslade im Pmlisteriand, die Einsetzung Ä a r o n s ins Priestertum, der Auszug des Volkes aus Aegypten mit dem Ertrinken der :A6gypter im Roten Meer usw. Nicht alle Bilder «find künstlerisch gleichwertig, es haben auch zweifellos elfte Reihe von Künstlern an' den Gemälden gearbeitet. ■ ' Aber wenn auch noch mancherlei unsicher bleiben Wuß,- so ist ddcH schon' sicher zu sagen, daß Wir hier eine ■ -U e b e r f Ü11 e b i b 1 i's c h c r Bilder gefunden haben, deren Bedeutung für die Geschichte der jüdischen und christlichen Kunst noch nicht abzusehen ist. ■ Denn einmal wissen Wir jetzt sicher, daß in der Auslegung des Bilderv.erbotes ,'(2, Mos.. 20, 4 f.) bei. den Juden sich ein Auf Und Ab, Freiheit und Reaktion dagegen feststellen läßt, wie das schon die palästinischen Synagogen vermuten ließen; aber auch dieses weitgehend heidnischen Einflüssen: off ehe Judentum ist nie weiter gegangen als bis zu einer' Darstellung der H^nd Gottes, Gptt -selber ist nicht darstellbar, nur sein Wirken in der Geschichte. >;' •': . Und dann,,erhebt, .sich die Frage,,, ob nicht, die ciir iat.llche B.ib el Illustration teilweise...von dieser jüdi s chen Kunst abhängig ge wesen ist, die ihrerseits wieder die verschiedensten Einflüsse .zeigt. Daß diese Kunst mit der byzantinischen.;verwandt ist, zeigt .ja die Darstellung der Salbung.'Davids .schlagend, wenn man sie neben die b,y z an tin i s ch ein Mosaiken aus Raverina. hält Die Frage.-.der. Ent- .stehung der . christlichen Kunst ist. damit neiiM gestellt, •aber* auch in das Leb e n. d^e s J u d e n t u m s. zur Zeit der ersten Ausbreitung des Christentums haben wir einen, .Einblick erhalten, wie ihn niemand erhoffen konnte.- 'Die Juden in; Persien;A" f; Aus S c hau ghai .(J. T. .A.): Der neue Generalkonsul dos Iran (Persieii). in Schanghai, A. R. M i r f'e ndereski, äußerte sichin einem Gespräch! ml^ . dem J.rT.rA.-vertreter über die Lage der Juden ■ in. persien;' Der Iran, erklärte der Generalkonsul, steht den j ü d i s c h - n a t i o h ä 1 e n A s i> ir a t i o ri e n---.freundlich /gegenüber. ..Seine sittlichen Auffassungen' enthatten. nichU, .was ihn. zum. Gegner des-jüdischen Volkes in .seinem« Stre- •beri; ijach ,.n a t i o n a 1 e r B e i" r.e i u n g, machen ■.könnte. Den jüngsten arabischen Unruhen und Gewalttaten im Heiligen Land hat sich der Iran ferngehalten und in die- .sem Kampf nicht -Partei .ergriffen;' Die -w o hl W=o'-l 1 e n d e .N e ü t.ralität des Iran wird'nichtv verfehlen,. Eindruck .auf die Juden zu machen. Die .im Iran lebenden 5O.U0U' Juden erfreuen sich gleicher Bürgerrechte und .völliger Freiheit. » •?«,- ■ .. . Auf die Frage, ob.Juden.-im-Iran Regierungsstellen bekleiden, antwortete der Generalkonsul, es gebe ihrer eine ganze Reihe' in den Diensten der Ministerien für Verkehr, Landwirtschaft, Handel und Finanzen.. Im allgemeinen zögen die: Juden jedoch selbständige Berufe dem Reglerungsdienst..vor\ Gibt es, fragte der,Interviewer'.'weiter,. :±'ür die Juden Beschränkungen bei der Sammlung voh.Mittein für--deni Palästina- Aufbau?, 'Durchaus nicht, erwiderte der Generalkonsul." ' Ist es 'den Juden i|m,.Iran;. Sammlungen abzuhalten und z ion Is t i.s che V e;r e i n ig-u.ngen'zu bilden? . ' •' Gewiß; sie unterliegen keinerlei* Beschränkungen. 1 Generalkonsul MirfenderesHi teilte, weiter mit, daß es-eine jüdische Ein'w'anderüng nach dem Iran 'gebe'.: In den 'letzten Jahren hat der Iran seine1 Tore jüdischen Flüchtlingen und Auswanderern aus Afghanistan, Rußländ-und .Deutschland geöffnet. Auch die A u. s w a n d e r u n g.^.ao.h, P.a 1 ä s t i na wurde' von der Regierung unterstützt: Die Juden werden von der iranischen Regierung als patriotische und loyale'Bürger geschätzt. Das jetzt herrschende,'fortschrittliche "Regime w^üi-de vor fünfzehn Jahren von, Kaiser ..Phalavi .eingeführt. W.anderer ,-.aus Deutschland haben ( Arbeit, beim Erziehungsministerium, einige auch in Krankenhäusern gefunden. Für jüdische Einwanderer bestehen im Iran'1 keine Beschränkungen, falls sie einen Beruf'.und e'igehes) Vermögen haben> Die 50.000 Juden im Iran sind wirtschaftlich selbständig und es, kann damit - gerechnet werden, daß sie ihren leidenden Brüdern zu Hilfe kommen. In den Krankenhäusern sind auch jüdische /terzte tij.tig, die. von iranischen Hochschulen graduiert wurden. Im iranischen Parlament gibt - es auch einen• jüdisoh'en Abgeordneten, Dr. Longham, der sich allgemeiner Beliebtheit erfreut. ' ' Aii« Rumänien Dt« RomAnisiefitngiKMete faUengeiftÄftcu - Däa vielerdrlefife Rbmäniäieruügageset«, das dl* EflifÜti^ün'g <Jetf Kunierii* ciaiisii» iH ttfthdel und Indu«tri* Ruftiäftifehsl bezweckte, lät, wie der J.-TUA.-yeftreter effährt; im Mlöisterra^ fÄlieftgelässeh wbrdeh. Der BesChlul des Minlsterrätes. dürfte darauf ÄurUoRzüfÜh.reh- «ein, daft fea ähacKeineüd nicht für ratsam erachtet wurde;/ein Gesetz zu erlassen, deüs die liberale Partei, die gegenwärtig äti der kacht iat, um die Ötinunen der nationalen Minderheiten in Rumänien bringen körtftte. die mehr als ein Vi e r t e T der Gesämfcbevölkerutig de* Läüdfes ausmachen. Die Öaüern gegen Antisemitismus. .. ,Dei! Vizepräsident der Nationalen Bauernpartei, Dr. Nicolae.Lupu, äußerte sich in einer Wahlversammlung der National»Zaranisten in Chisinau zur Judenfrage 1h Rumänien: „Die Cüzistische Propaganda ist eine große Gefahr. S o hat auch im Jahre 1&07 der Aufstand begönnen, indem die Bauern zur Plünderung gegen jüdische Pächter aufgestachelt wurden ... Zu spat haben die Liberalen einen ^Frontwechsel gegen die Rechtsextremisten vollzogen... Wir verstehen das nationale Problem und wir stellen fest, daß für sämtliche Intellektuellen, ohne Unterschied der ethnischen Abstammung, in diesem Lahde Beschäftigung gefunden werden kann. Wir haben 10.0 0 0 Dörfer ohne Aerzte, wir haben viele Gegenden ohne Weg und S t e Wir haben also Arbeit für alle und haben es nicht nötig, Chauvinisten zu sein — am wenigsten gegenüber den Juden. Die Juden sind die den Rumänen nächststehende Minorität und absolut ungefährlich." (J; T. A.) Zürn erstenmal Kongreßdelegierte atis Skandinavien Aus Kopenhagen (J. T. A.).\ Dne skandinavischen Länder, die bisher immer mit anderen, auoh überseeischen Ländern,, zu einer Schekeizahlergruppe vereinigt waren, werden -auf.- Grund der, diesjährigen . Schekelaktion zum erstenmal eigene _£L*,1 e g i e r r: e zum Zionistenkongreß entsenden. Delegierter für D ä n e m a r k Wirä der Präsident der Zionistischen Vereinigung für Skandinavien,. B. Slor sein, für-:Ö chw.eden der Vizepräsident- Dr. H. Valentin. D4s Resultat in Norwegen steht noch aus. Gegen religiöse Reform,; Aus Tel-Aviv: Der Rat des .palästinensischen Oberrabbihates 'hat in Tel-Aviv eine Sitzung abgehalten, an der auch die Oberrabbiner von 'Tei-A/viv, Jaffa und .Petach Tikwa teiinahmen. Es wurde beschlossen,: an alle Gemeinden den Aufruf zu richten, gewisse Aenderungen reformistischen Gharak'fers in den Synagogen, wie sie. in - einige neue Kolonien eingeführt worden sind, zu bekämpfen. Steuerermäßigung für Orangeftb<|den Aus J e r u a a l^m,-i bie Regierung kündigt ■ an, daÄ nur ein Viertel der für;das Jahr bis jsunrSl. März 19.38 für Zitrusböden zu erhebenden Bodensteuer eingetrieben werden wird. Dies konunt einer Ermäßigung der Steuer um 75 Prozent für-dieses Jahr, gleich/ - Die Bevölkerungsbrwegung Aus:Je r usaltem.-(-J.T. A<): Aua den soeben ver» öffentlichten Statistiken Uber die Bevölkerung*-;bew.egu.ng itt P a lä s tin-a " im ersten Vierteljahr |1937 ist zu ersehen, daß die Zahl der jüdischen Geburten 2630 gegenüber 2878 in demselben Zeitraum des vorangegangenen- Jahres. betragen hat. Dagegen iat bei den Mohammedanern die Geburtenzahl-von 12.240 im;ersten Vierterjahr. I93e ahf i3.018 ini ersten Vierteljahr 1937 gestiegen. Auch bei.den Chi*i'ä.ten war eine' •Erhöhung der Geburtenzahl von 1051 auf 1164 festzustellen. - . ■ ••'•'•" - •. - Auf je 1000 Einwohner sind in diesem Jahre bei den Juden 27,6 . (im; .vergangenen Jahre .32*0), bei den Mohammedanern 65i9 (63,3), bei den Christen 43.2 (39,7) -Geburten ehtfalien. Die Zahl der T o d e äf.ä 11 e betrug bei den Juden. 8,6. (iÖ36, 7,9), bei den .Mohammedanern ,22,5 (21,6), bei' de.h Christen i3,9 (13,8) Promille. Der Geburtentiberdchuß.auf je i000 Einwohner betrug im ersten Vierteljahr 19ä7 bei den Juden II), bei den Mohammedanern 43,4 und bei den Christen 20,7. filme der Woche CKAehdirü'pk; .niif' ftiit' Genehmigung de^ Blattes) England: Wien, Wien, nur Du jüie'm!, Ungarn: Der kleine Kavalier. 1 Frftn k r e i rc h: Koman eines Schwindlers Die Perlen der Krone ~. Per geliebte Vagabund. . Amerika: Die Insel ohne Sünde — Kopf in der Schlinge — Drei kleine Gangster — Hochverrat — Sonnfehmädel -— Motiv unbekannt — Verfluchtes Gold — Es geschah zu Silvester — Golddiggers 1937 ~ Safari — Hokuspokus — Liebe nicht genügend —Susy ~ Held von •Texas. . . ...... 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